Zukunft bei Volkswagen

Volkswagen als Mobilitätsanbieter

Volkswagen sieht in der Digitalisierung des Autos der Zukunft und versteht sich deshalb als Serviceanbieter.

Noch lastet der Abgasskandal über Volkswagen, aber wenn man der Vision von VW Glauben schenkt, dann spielen Abgase in zehn Jahren bloss noch eine untergeordnete Rolle. Dabei sind nicht bloss die 20 neuen, voll- oder teil-elektrischen Modelle gemeint, die der Konzern bis 2020 auf die Strasse bringen möchte. VW möchte vor allem das autonome Fahren und die Digitalisierung vorantreiben. Der Konzern sieht darin viele Vorteile, nämlich unter anderem Zeitersparnis, da die Zeit unterwegs anders genutzt wird. Aber vor allem wird der Platz in den Städten wieder zunehmen, denn das autonome Auto soll auf Abruf bereitstehen.

«Hey Buddy, hol mich bitte ab!»

Mit diesem Spruch ist nicht etwa ein guter Freund gemeint, nein. Das eigene Auto soll darauf reagieren! Das Auto der Zukunft soll vernetzt und personalisierbar sein. Per App oder Sprachbefehl kann man das Auto zu sich bestellen. Die Idee von VW ist es, dass das eigene Auto irgendwo ausserhalb der Stadt auf seinen Einsatz wartet. Während der Fahrt soll man die Zeit nutzen können, wie heute im ÖV: Schlafen, Essen, Arbeiten oder einfach nur zurücklehnen und die Fahrt geniessen. Da durch dieses Konzept enorm viele Parkflächen in Innenstädten überflüssig werden würden, könnten Städteplaner mehr Parks oder Fussgängerzonen realisieren.

Autohersteller und Mobilitätsanbieter

Es geht für VW nicht nur darum, ein Auto zu bauen, sondern Mobilität zu vermitteln. Ähnlich wie es heute schon Carsharing-Betreiber machen, bloss, dass es sich bei VW um sein eigenes, persönliches Auto und nicht um einen Mietwagen handelt. Mit autonomen Autos könne nicht nur massiv Zeit eingespart werden, auch die Sicherheit steigt rapide an, da ein autonomes Fahrzeug nie einen Unfall bauen sollte. Diese Vision wird bei VW vor allem durch Johann Jungwirth vorangetrieben, der seit November 2015 den Bereich Digitalisierung bei Volkswagen leitet. Zuvor war Jungwirth bei Apple beschäftigt.
Doch da Autofahren stets mit Emotionen verbunden sein wird, hat man auch in Zukunft die Gelegenheit, das Steuer selber in die Hand zu nehmen. Wie das aussehen könnte, zeigt VW mit der Studie BUDD-e, die auf den Bildern zu sehen ist. Man kann entweder hinter dem Lenkrad Platz nehmen, oder sich im extrem geräumigen Fond zurücklehnen und die Zeit im Auto anderweitig nutzen. (ka)

29 Feb 2016