Pilotiertes Fahren

Automatisiertes Auto zeigt Sozialkompetenz

Das Forschungsfahrzeug «Jack» zeigt einen zur jeweiligen Situation passenden, sicheren und sozialen Fahrstil.

«Jack», so der interne Spitzname des A7-Technikträgers, fährt jetzt noch natürlicher. Das zeigt sich zum Beispiel beim souveränen Umgang mit Gefahrenstellen: „Er passiert Lastwagen nun mit leicht erhöhtem seitlichen Abstand, bevorstehende Fahrstreifenwechsel deutet er durch Blinken und Annähern an die Fahrbahnmarkierung an – so, wie es ein menschlicher Fahrer tun würde, um dem Umfeld seine Absicht zu signalisieren.

Anstehende Manöver vorauskalkulieren

Besonders offensichtlich wird die kooperative Einstellung von «Jack», wenn andere Fahrzeuge beispielsweise auf eine Autobahn einfädeln möchten: Hier entscheidet das Versuchsauto je nach gewähltem Fahrprofil, ob sich die Verkehrssituation durch Beschleunigen oder Bremsen harmonisch für alle regeln lässt. Superhirn des pilotierten Fahrens ist das zentrale Fahrerassistenzsteuergerät, kurz zFAS. Es nutzt modernste Hochleistungsprozessoren, um die Signale aller Sensoren in Echtzeit auszuwerten und ein Umgebungsmodell zu erstellen. Dieses bildet die vorherrschende Verkehrssituation möglichst genau ab. Damit kann das zFAS anstehende Manöver vorauskalkulieren und entsprechend handeln.

Vernetzte Zukunft

Die Zukunft ist vernetzt – das gilt gerade für das pilotierte Fahren. Autos und Infrastruktur werden künftig immer intensiver miteinander kommunizieren. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind gemeinsame Informationsschnittstellen, um die Vorteile des pilotierten Fahrens auf Autobahnen noch besser zu nutzen. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ausgewiesene digitale Testfeld auf der Autobahn A9 in Deutschland bietet dafür ideale Voraussetzungen, künftige Funktionen und Konzepte gemeinsam mit Vertretern des Freistaats Bayern, der Automobilindustrie und der IT-Wirtschaft zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Einen Schritt weiter geht die Car-to-Car-Kommunikation zwischen Autos, die sich auf gleichen Strecken bewegen: Gefahrenstellen und Unfälle lassen sich in Echtzeit melden. Die Geschwindigkeit von pilotiert fahrenden Verkehrsteilnehmern passt sich in der Folge automatisch der potentiellen Gefahr an. Gemäss Audi bietet pilotiertes Fahren  mehr Sicherheit, effizienteres Nutzen der Verkehrsinfrastruktur und mehr Komfortzeit für den Fahrer.

Text: Pressedienst / Koray Adigüzel

Bilder: Audi

 

13 Mai 2016