Los Angeles Autoshow

Stars und Sternchen

Alfa Romeo Stelvio
Jaguar i-Pace Concept
Mercedes-Maybach Cabrio
VW Atlas
Porsche Panamera Executive
Mini Countryman
Cadillac CT6 Plug-in Hybrid
Chevrolet Bolt
Divergent Microfactories Blade
Jeep Trailcat Concept
Lincoln Navigator Concept
Buick Avista
Dodge RAM Rebel Concept
Mazda CX-5
Honda Civic Si
Nissan Rogue
Mitsubishi eX Concept

Rund 20 Weltpremieren sorgen an der Los Angeles Auto Show für Furore. Erst recht, da einige von ihnen aus Europa über den grossen Teich kamen.

Einer der grossen Stars ist Alfas erstes SUV. Mit dem Stelvio wollen die Italiener dem BMW X3 ab Mitte 2017 die Kunden abspenstig machen. Sein Outfit orientiert sich an dem der Giulia. Das rund 4,60 Meter lange SUV basiert auf der Maserati Levante-Plattform. Als Antrieb dient dem Allradler zunächst nur ein 280 PS starker Benziner. Stärkste Variante ist der Biturbo-V6 mit 510 PS, der bereits in der Giulia eingesetzt wird. Er feiert Ende 2017 seine Markteinführung.

Auf leisen Pfoten

Mitte 2018 schickt Jaguar sein erstes Elektromobil auf die Strasse. Der der schon sehr seriennahe Jaguar i-Pace wartet mit 400 PS/350 Nm und 500 Kilometer Reichweite auf. Seine beiden Elektromotoren sind in die Achse montiert, die 90 kWh-Akkus im Wagenboden. Allemal genug, um das SUV in rund vier Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Dank Schnelllader sollen die Akkus innert 90 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen sein. So gerüstet, bietet der schnittige, 4,68 Meter lange Allradler viel Platz im Innern und ausreichende 535 Liter Kofferraumvolumen.

Ultimativer Luxus

Wer rund 250‘000 Franken auf der hohen Kante hat, sollte sich beeilen, wenn er ein Mercedes Maybach S-Klasse Cabrio haben will. Nur 300 Exemplare werden den Weg zu den Käufern finden. Dafür bekommt man ein nach allen Regeln der Kunst ausgestattetes Luxus-Cabrio, das es an nichts fehlen lässt. Souveränen Antrieb garantiert der Sechsliter-V12-Biturbo mit 630 PS, die Kraftübertragung zur Hinterachse übernimmt die 7G‑TRONIC.

Nur für die Amis

Nur für den amerikanischen Markt bietet VW den Atlas an. Das 5,04 Meter lange Midsize-SUV wird dort ausschliesslich mit Benzinern angeboten, die ein Leistungsspektrum bis 280 PS bieten. Mit seinen 2,2 Tonnen Anhängelast siedelt er sich über dem Touareg an, der weiterhin in den USA angeboten wird.

Mehr Raum

Auch Porsche lässt sich nicht lumpen und verpasst dem Panamera in der Executive-Variante 150 Millimeter mehr Radstand, die ausschliesslich den Passagieren in Form von mehr Platz zugutekommen. Darüber hinaus sorgt ein modifizierter Basis-V6 mit seinem Leistungszuwachs von 20 PS auf 330 PS für ordentlich Vortrieb.

Wandel zum SUV

In die zweite Generation marschiert der Mini Countryman. Der Grösste aller Minis wächst um satte 20 Zentimeter. Ausstaffiert mit Plastikbeplankung und angedeutetem Unterfahrschutz wandelt er auf den Spuren eines Kompakt-SUV. Zum Markstart im Februar 2017 sind zwei bekannte Benziner und Diesel mit 136 bis 192 PS im Programm. Neu ist der in Plug-in-Hybrid. Der Dreizylinder des BMW 225 xe stellt dabei 136 PS, der Elektromotor 88 PS bereit. Optional steht darüber hinaus ein neu entwickelter Allradantrieb in der Aufpreisliste.

Neu aufgelegt – und doch irgendwie noch der Alte

Auf den Plug-in-Hybrid wird man beim neuen Mazda CX-5, der äusserlich wie im Interieur richtig schick geworden ist, wohl noch bis 2018 warten müssen. Bevor die neue G2-Motorengeneration einschliesslich eines Plug-in-Hybrides oder die Zylinderabschaltung Einzug in die Palette halten, wird sich der Newcomer, der im Juni 2017 am Markt lanciert wird, noch mit den bestehenden Sky Active-Motoren begnügen müssen. Heisst ein 2,2-Liter-Diesel und zwei Benziner mit zwei und 2,5 Liter Hubraum. Die Kraftübertragung übernehmen ein Sechsgang-Schalt- oder -Automatikgetriebe. Und auch die aus dem 6er und 3er bekannte G-Vectoring Control darf nicht fehlen.

Neuheiten bei den Amis

Klar, dass bei allen den Neuheiten die amerikanischen Modelle nicht zu kurz kommen. Beispiel Blade. Der von Divergent Microfactories konzipierte Sportler ist am 3D-Drucker entstanden. Satte 700 PS des bivalent ausgelegten Vierzylinders treiben den nur 650 Kilo wiegenden Boliden an. Genug, um in zwei Sekunden auf 100 km/h sprinten zu können. Cadillac zeigt mit dem CT6 seinen ersten Plug-in-Hybrid. Dank des Zweiliter-Turbomotors und den 18,4 kWh-Akkus entsteht so eine Systemleistung von 335 PS. Das ist Chevrolet mit dem Bolt schon ein Stück weiter. Der Zwillingsbruder des Opel Ampera-e schafft es voll elektrisch ebenfalls 500 Kilometer weit.

Gross ist nach wie vor hoch im Kurs

Doch die Amerikaner können immer noch auf Big machen. Und wie!! Den Jeep Trailcat macht ein 6,2-Liter-V8 mit 707 PS fit fürs Gelände. Ausstaffiert unter anderen mit manuellem Sechsgang-Getriebe und fetten 39 Zöller, scheint ihn nichts und niemand im Gelände aufhalten zu können. Das gilt ebenso für die Studie des rund sechs Meter langen Lincoln Navigator. Mit Flügeltüren, Einstiegstreppe, feudaler Bestuhlung, aufwendiges Multimediasystem und einer Garderobe im Kofferraum mutiert er zum Luxuslaster. Kein Wunder, braucht das rund 2,5 Tonnen Schwergewicht einen 3,5 Liter grossen V6-Motor mit mehr als 400 PS. Kraft, mit der auch die Buick-Studie Avista auskommt. Der 2+2-Sitzer generiert die Leistung aus einem doppelt aufgeladenen Dreiliter-V6, die Kraftübertragung übernimmt ein Achtstufen-Automat. Das braucht auch der Dodge RAM Rebel TRX. Um sein Fortkommen ist ein 6,2-Liter-V8 mit 575 PS bemüht.

Vernünftige Japaner

Der Prototyp des Honda Civic Si lässt es da etwas ruhiger angehen. Das Coupé macht zwar äusserlich auf Sportler, doch kann es mit seinem 1,5-Liter-Turbobenziner und den daraus resultierenden 190 PS dem Type-R nicht das Wasser reichen. Daneben wird er dem amerikanischen Markt vorbehalten bleiben. Das gilt auch für den Nissan Rogue. In Anlehnung an den neuen Star Wars Film Rogue One präsentierten die Japaner das kompakte SUV spektakulär unter der Kanzel eines Tie Fighters.
Das Mitsubishi eX Concept nimmt es da schon etwas bodenständiger. Rein elektrisch unterwegs schafft das SUV mit seinen 188 PS immerhin eine Reichweite von 400 Kilometern. Für die angenehmen Seiten des Autofahrens stehen im Fünfplätzer unter anderen ein Spurwechsel- und Parkassistent zur Verfügung.

Text: Jörg Petersen

Bilder: Jörg Petersen

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17 Nov 2016