Allianz Sicherheitsstudie

Ablenkung gefährlicher als Alkohol

Gemäss einer Studie der Allianz ereignen sich mehr Unfälle wegen Ablenkung als wegen Alkohol am Steuer.

Im vergangenen Jahr starben laut Bundesamt für Strassen (ASTRA) 30 Verkehrsteilnehmer auf Schweizer Strassen bei Unfällen, weil einer der Unfallbeteiligten alkoholisiert war. Durch Ablenkungsunfälle kamen im gleichen Zeitraum 19 Personen ums Leben. Allerdings gab es gleichzeitig rund 450 Schwerverletzte durch Ablenkung als Ursache gegenüber 320 durch Alkoholeinfluss. Alkohol fordert somit nach wie vor mehr Todesopfer, wohingegen es mehr Verletzte gibt, weil ein Fahrer abgelenkt war. «Alkohol am Steuer ist heute gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert. Zu dieser Haltung müssen wir auch bei der Smartphone-Nutzung am Steuer kommen», fordert Markus Deplazes, Leiter Schaden der Allianz Suisse.

Nutzung der Bordelektronik

Das Problem liegt jedoch nicht nur beim Smartphone. Gefahr geht auch von der Bordelektronik aus. Das Bedienen des Navis oder das Suchen des Radiosenders oder der passenden Musik können zwar nicht explizit gebüsst werden wie die Handynutzung am Steuer, doch Ablenkung ist Ablenkung und kann schlimme Folgen haben. Gemäss der Studie lässt sich die Gruppe der Digital Natives, also die 18- bis 24-Jährigen, besonders oft ablenken.

Komplexität in Zukunft

Die Situation wird in Zukunft nicht einfacher. Moderne Autos bieten bereits heute Internetfunktionen wie Musikstreaming, Parkplatzsuche oder einen direkten Internetzugang. Die Dienste sind alle während der Fahrt bedienbar. Da Autos immer vernetzter werden, steigt aufgrund ihrer Dienste auch das Risiko der Ablenkung. Hier sind die Autohersteller gefordert, Apps wie die Parkplatznutzung so einfach wie möglich zu gestalten und Funktionen wie den Internetzugang während der Fahrt zu sperren. Dies fordert auch die Allianz. Die Daten der Studie basieren auf einer repräsentativen Umfrage von 1600 Autofahrern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Text: Pressedienst / Koray Adigüzel

Bild: Allianz

08 Dez 2016