CES Las Vegas 2017

Auto und Elektronik verschmelzen

So stellt sich BMW das Interieur der Zukunft vor.
Der Faraday Future soll angeblich der neue Sprintkönig werden.
Fiat-Chrysler (FCA) arbeitet eng mit Google zusammen: FCA stellt das Auto zur Verfügung, Google die Software.
Für die Metropolen dieser Welt bedarf es neuer Konzepte. Dies ist das von Honda.
Rinspeed sieht das Auto der Zukunft als Lebensraum. Darum hat es unter der Frontscheibe Platz für einen Wintergarten.
Das Elektro-SUV von Chrysler soll Autofahrer der nächsten Generation abholen.

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zeigen immer mehr Autohersteller ihre Konzepte.

Immer mehr Autohersteller sind an der Elektronimesse CES in Las Vegas präsent. Gezeigt werden vor allem Zukunftstudien, die meistens auch noch etwas mit autonomen Fahren am Hut haben. Aber auch neue Innenraumkonzepte oder gänzlich neue Hersteller sind an der etwas anderen Automesse zu sehen.

BMW i Inside Future

BMW rückt die Bedienung näher an den Fahrer heran: Wie sich die Bayern die nächste Generation ihres iDrive vorstellen, zeigt die Studie i Inside Future. Deren Interieur zeigt das virtuelle Bedienkonzept «Holo Active Touch»: Die Bedienflächen sind virtuell (Hologramme), der Fahrer steuert die Funktionen mit Fingergesten.

Faraday Future

Das chinesisch finanzierte US-Startup zeigt ein serienreifes Elektro-SUV, das schneller von null auf 100 beschleunigen soll als ein Tesla Model S P100 D, welches den Sprint in 2,5 Sekunden abhakt. Wo das Gesetz es erlaubt, soll ausserdem auf Aussenspiegel verzichtet werden, der Fahrer behält dann über Kameras den Überblick. Die Auslieferung soll im Jahr 2018 beginnen.

Fiat-Chrysler und Waymo

Waymo, bei Google-Mutter Alphabet für autonomes Fahren zuständig, bringt mit Fiat-Chrysler 100 autonom fahrende Minivans in drei Bundesstaaten auf die Strassen. Damit führen Waymo und FCA die Erprobung der Technik aus dem Google Car fort und sammeln weitere Erfahrungen mit den Algorithmen. Vom Google Car hat der autonome Pacifica den markanten Lidar auf dem Dach übernommen, doch im Grunde ist vieles neu entwickelt.

Honda NeuV

Auch Honda spricht mit Google. Die Japaner sind an der Technologie des Internetriesen interessiert und zeigen zur CES ein Mobilitätskonzept für grosse Städte. In etwa vier Jahren sollen erste autonom fahrende Hondas auf den Strassen fahren.

Rinspeed Oasis

Gäbe es Preise für die verrücktesten Showcars, das Schwizer Unternehmen Rinspeed hätte ein Dauerabonnement. Jüngstes Beispiel: der an der CES präsentierte Oasis mit eingebautem Wintergarten. Als erweiterter Lebensraum soll das Auto besonders wohnlich sein – warum also keine Pflanzen unter der Frontscheibe züchten? Angetrieben wird die rollende Oase von zwei je 40 kW starken Elektromotoren, die Partner ZF ebenso beisteuert wie die spezielle Lenkung, die einen Wendekreis von nur 6,50 Metern ermöglicht. Ein kleines, autonomes Auto für die Städte.

Chrysler Portal Concept

Mit der Elektro-Studie will Chrysler auf der CES die Ansprüche der nächsten Generation Autofahrer erfüllen: Elektromobilität, Platz und totale Vernetzung. Die Reichweite des Chrysler Portal soll dank einer 100 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie bei rund 400 Kilometern liegen — angesichts dieser Kapazität ist die Reichweite allerdings nicht so berauschend.

Vernetzung

Nebst Blech gewordenen Konzepten spielt an einer Elektronikmesse natürlich auch die Vernetzung eine zentrale Rolle. So haben beispielsweise Ford und Toyota das SmartDeviceLink-Konsortium (sdl) ins Leben gerufen. Das Netzwerk ist als Non-Profit-Organisation ausgelegt und soll als Plattform für Open Source-Software zur Entwicklung von im Fahrzeug nutzbaren Smartphone-Apps dienen. Ein wesentliches Ziel ist es, bei Automobilherstellern und Zulieferern einen brancheneinheitlichen Standard für die Einbindung von Smartphone-Apps in Automobile zu etablieren. Die Idee ist natürlich, dass auch andere Hersteller auf diesen Zug aufspringen.

Text: ams / Koray Adigüzel

10 Jan 2017