VW I.D. Buzz

Flower-Power-Gefühle

600 Kilometer Reichweite, bis zu acht Sitzplätze und noch dazu vollautonom unterwegs. Das bietet der I.D. Buzz, den VW anlässlich der Detroit Autoshow NAIAS präsentierte.

Ab 2020 startet VWs grosse Elektro-Offensive. Eine ganz neue Generation voll vernetzter und elektrischer Fahrzeuge wollen die Wolfsburger dann auf den Markt bringen. Die Absatzziele sind bereits klar definiert. Geht es nach dem VW-Vorstandvorsitzenden Dr. Herbert Diess sollen bis 2025 eine Million Elektroautos pro Jahr verkauft werden. Gleichzeitig fügt er an: «Wir machen die Elektromobilität zum neuen Markenzeichen von Volkswagen.»
Wie diese Elektromobilität aussehen könnte, zeigte man bereits mit der Studie I.D. am Pariser Autosalon im vergangenen Herbst. Jetzt schiebt VW mit dem I.D. Buzz ein weiteres Konzept in die Entwicklungspipeline: Den ersten Elektro-Microbus der Neuzeit.

Elektro-Allradler mit 374 PS

Genau der hat es faustdick unter der 4,94 Meter langen, 1,98 Meter breiten und 1,96 Meter hohen Karosserie. Dank eines extrem langen Radstandes von 3,30 Metern bietet er bis zu acht Personen Platz. Der im Fahrzeugboden integrierte 111-kW-Lithium-Ionen-Akku verstärkt die Grundstruktur des Fahrzeuges, senkt den Schwerpunkt und sorgt gleichzeitig für eine optimale Achslast-Gewichtsverteilung.

Er versorgt die beiden 150 kW starken Elektromotoren - je einer an der Vorder- und Hinterachse - mit dem lebenswichtigen Saft. Das ergibt eine Systemleistung von 275 kW/374 PS, die den Allradler, der elektronisch begrenzt 160 km/h schnell ist, in rund fünf Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen sollen. Rund 600 Kilometer (NEFZ) soll er weit kommen. Mit dem Combined Charging System CCS oder per induktiver Schnittstelle und 150 kW Ladeleistung sind die Batterien nach 30 Minuten Ladezeit zu rund 80 Prozent wieder aufgeladen. Genug, um in der Zeit genüsslich einen Capuccino zu trinken. Für den nötigen Fahrkomfort sorgt an der Hinterachse eine Luftfederung sowie elektronisch geregelte Dämpfer an beiden Achsen, an deren Enden Räder der Dimension 235/45 R 22 zum Einsatz kommen.  

Vollautonom unterwegs

Und was der I.D. kann, darf natürlich im I.D. Buzz nicht fehlen: das vollautonome Fahren. Dafür zeichnet sich der ab 2025 denkbare I.D. Pilot verantwortlich. Ein leichter Druck auf das Lenkrad, schon wird es eingezogen und verschmilzt mit dem Cockpit. Übernimmt der Microvan das Kommando wird über ein neues Lenksäulensystem das Lenkgetriebe abgekoppelt. Laserscanner, Ultraschallsensoren, Radarsensoren, Area-View-Kameras, Frontkamera stellen jetzt die Fahrsicherheit her. Alle anderen Verkehrsdaten werden über die Cloud empfangen. 

Lenkpad statt Lenkrad

Auch auf ein klassisches Cockpit verzichtet der Buzz. Die wichtigsten Informationen werden mittels AR-Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. AR steht für Augmented Reality. Sie blendet die elektronisch erzeugten Bilder in den realen Raum ein. Alle weiteren Informationen sind im herausnehmbaren Touchpad in der Mittelkonsole hinterlegt. Gleichzeitig hat das Speichenlenkrad ausgedient. Stattdessen befinden sich dort, auf einer Art Touchpad hinterlegt, kapazitive Felder, mit denen die Fahrdaten abgerufen werden können. So wird das klassische Volant zum multifunktionalen Lenkpad.

Text: Jörg Petersen

Bilder: VW

11 Jan 2017