NanoFlowcell Quantino

Steht der Durchbruch kurz bevor?

Das Schweizer Unternehmen NanoFlowcell forscht am Antrieb, respektive Treibstoff der Zukunft. Die Idee klingt zu gut, um Wahr zu sein, doch erste Tests sind erfolgreich.

1000 Kilometer weit fahren, anschliessend vier Minuten tanken und nochmals 1000 Kilometer fahren. Klingt nach nichts Spezielles. Ein einigermassen sparsamer Verbrenner, kombiniert mit einem grossen Tank, ermöglicht das schon lange. Doch bei NanoFlowcell möchte man mit konventionellem Sprit nichts zu tun haben. Ihr Prototyp, ein zweisitziges Elektroauto, hat keinen Akku als Stromspender, sondern fährt mit Bi-Ion, einem flüssigen Elektrolyt. Dieser Treibstoff ist absolut umweltfreundlich, man könnte ihn sogar trinken, wenn man seinen Darm mal so richtig durchspülen möchte.

Das Beste aus zwei Welten

Das Quantino genannte Forschungsauto verfügt über zwei Tanks. In einen kommt positiv geladene Elektrolyflüssigkeit, in den anderen negative. Über eine Membran erzeugen diese Flüssigkeiten Strom, welcher den Elektromotor antreibt. Mit dieser Technologie verschwindet die Reichweiten-Angst komplett, das Nachtanken ist schnell und unkompliziert wie beim Benziner. Apropos Tankstellen: Gemäss dem Unternehmen könnten bisherige Tankstellen leicht mit Bi-Ion nachgerüstet werden, es müsste keine neue Infrastruktur aus dem Boden gestampft werden.

Erfolgreiche Testfahrten hinter sich

Der Quantino hat bereits erfolgreiche Testfahrten hinter sich. So wurden beispielsweise 1000 Kilometer am Stück innert 8 Stunden und 21 Minuten gefahren, bis die Tanks leer waren. Das Fahrverhalten sei so, wie man es sich von heutigen Elektroautos gewohnt sei. Warum das Wunderwerk noch nicht in Serie erhältlich ist, liegt daran, dass die Steuerung des Flusszellen-Antriebs komplex und noch nicht ganz serienreif sei. Allerdings forscht NanoFlowcell permanent weiter und erzielt stets Fortschritte. Ausserdem ist das Schweizer Unternehmer kein Autohersteller. Vielmehr ist man auf der Suche nach einem Partner, sprich einem Grossserienhersteller, der das Konzept übernimmt und in seinen Autos in Serie bringt.

Noch ein paar Fragen offen

So weit ist man aber noch nicht, bisher gibt es keinen interessierten Hersteller, der namentlich genannt werden möchte. Ausserdem stellt sich die Frage, worin die Vorteile gegenüber dem Brennstoffzellen-Antrieb liegen. Mit ihm sind ebenfalls ordentliche Reichweiten bei kurzen Betankungszeiten möglich. Last but not Least hütet NanoFlowcell das Gemisch ihrer Bi-Ion Flüssigkeit wie einen Schatz. Bei einer Serienfertigung mit einem Partner würde man das Gemisch patentieren lassen. Es ist allerdings mehr als fraglich, ob sich die Autoindustrie auf so etwas einlässt, wenn man sich als Folge dessen von einem Wirtschaftspartner so stark abhängig macht.

Text: Koray Adigüzel

Bilder: NanoFlowcell

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13 Apr 2017