Land Rover Discovery

BRITISCHE BASISARBEIT

Der neue Land Rover Discovery Sport bietet markentypische Offroad-Talente, Platz wie ein Familienkombi und vernünftige Antriebe. Und wirkt überhaupt nicht wie ein Einstiegsmodell.

Land Rover hat derzeit einen Lauf. Lässiges Image, gute Qualität, überzeugendes Design – die Mischung bei den in den letzten Jahren runderneuerten Modellen stimmt. Und: Die Marke kann das Kritikerlob weltweit in Absatzerfolge umsetzen. Gefühlt an jeder Ecke im Wohnquartier findet sich ein Landy. Fünf Jahre in Folge zweistellige Zuwachsraten, davon können andere Autohersteller nur träumen. Für weiteren Schub soll ab dem Frühjahr der neue Discovery Sport sorgen. Seine Chancen stehen nicht schlecht – nicht bloss des Fussgänger- Airbags wegen, dem ersten in einem SUV, der im Un-Fall den Aufprall auf die Frontscheibe dämpfen soll. Denn der Offroader bietet auf 4,60 Metern Länge mehr Platz und Vielseitigkeit als die meisten Mitbewerber.

Technisch basiert der Discovery Sport – er beerbt den im letzten Jahr eingestellten Freelander – auf dem kompakten Bestseller Range Rover Evoque. Allerdings: Die Entwickler vermieden all jene Komopromisse, die sie beim Evoque mit seiner vor allem auf optischen Effekt optimierten Karosserie eingehen mussten. Vor allem bei Ladevolumen und Ladekonzept und beim Platzangebot im Fond lässt der Discovery Sport den Evoque weit hinter sich; auch dank einer neuen Hinterachse, die auch Raum für eine optionale dritte Kindersitzreihe im Kofferraum lässt. Das Kompakt-SUV wird damit zum familienfreundlichen Siebensitzer. Zudem kann die mittlere Sitzbank bis zu 16 Zentimeter längs verschoben werden und ermöglicht so entweder üppige Beinfreiheit oder zusätzliches Gepäckvolumen. In der hintersten Raste passen 479 Liter Gepäck in den Kofferraum; ganz nach vorn geschoben stehen 689 Liter zur Verfügung. Und liegen ihre Rücklehnen flach, bringt es der Discovery auf respektable 1698 Liter. Das schaffen viele Mittelklasse- Kombis nicht.

Die Offroad-Talente eines Land Rover – ganz gleich, welches Modell – sind über jeden Zweifel erhaben: Permanenter 4x4-Antrieb serienmässig, dazu 212 Millimeter Bodenfreiheit, kombiniert mit dem Terrain Response System mit mehreren Gelände-Fahrprogrammen von schneeweich bis steinhart, dürften auch auf Untergründen das Fortkommen sichern, auf die sich der durchschnittliche Disco- Eigner niemals wagen würde. Ab Sommer wird es auch eine Sparversion nur mit Frontantrieb geben, den eD4 mit einem Normverbrauch von genügsamen 4,5 Litern. Nicht ganz so sparsam – 6,3 Liter im EU-Zyklus, gut neun bis zehn Liter im Alltag – sind die zum Start lieferbaren 2,2-Liter- Vierzylinder-Turbodiesel mit 150 oder 190 PS. Sie lassen sich auch mit der Neunstufenautomatik kombinieren, die serienmässig auch mit dem einzigen Benziner im Portfolio, dem Zweiliter-Turbo mit 240 PS, geliefert wird. Alle drei Motoren passen sehr gut zum Discovery Sport, laufen leise und verfügen über ausreichend Drehmoment. Auch bei der Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung gibt es nichts zu kritisieren. Der Discovery Sport fährt sich souverän und ausgewogen.

Cockpit und Mittelkonsole sind klassisch ohne Spielereien gegliedert. Die Wertigkeit des Evoque erreicht der Discovery Sport nicht ganz, bietet aber angenehm anzufassende Oberflächen und ist sauber verarbeitet. Etwas gewöhnungsbedürftig: die Bedienung. So liegen die Tasten der elektrischen Fensterheber zu weit oben und vorn. Dort, wohin man intuitiv fassen würde, fühlt die Hand stattdessen die Türverriegelung. Auch die neueste Generation des Infotainments hat Verbesserungspotenzial. Zwar wurden sieben USB-Buchsen über den Innenraum verteilt, und auch bei der Smartphone-Integration, dem App-Einsatz und der Navigation liegt der Disco auf der Höhe der Zeit. Doch Simples wie die Sitzheizung muss per Schalter an der Mittelkonsole aktiviert und zusätzlich per Fingertipp auf dem Touchscreen gesteuert werden.

Preislich wird der Discovery Sport knapp unterhalb des Designer- SUV Evoque positioniert. Die Basisversion eD4 beginnt bei 42 000 Franken; der gleich starke TD4 mit 150 PS, der zur Markteinführung Ende Februar angeboten wird, kostet mindestens 44 000 Franken. Mit dem SD4 Automatik geht es gleich ein paar Etagen höher; wenn auch nicht ganz auf den Level einiger Mitbewerber. In der Topausstattung HSE Luxury sind es aber doch 66 800 Franken, inklusive Rückfahrkamera oder elektrisch verstellbaren Memory- Ledersitzen. Ankreuzmöglichkeiten für weitere Optionen bleiben auch darüber hinaus.

Land Rover Discovery Sport TD4 R4- Turbodiesel | SD4 R4-Turbodiesel | Si4 R4-Turbobenziner

Preis ab 44'000 Fr. | 46'500 Fr. | 50'100 Fr.
Hubraum 2,2 l | 2,2 l | 2,0 l
Leistung 110 kW/150 PS | 140 kW/190 PS | 177 kW/240 PS
Drehmoment 400 Nm bei 1750/min | 420 Nm bei 1750/min | 340 Nm bei 1750/min
0 bis 100 km/h 11,7 s | 10,4 s | 8,2 s
Spitze 180 km/h | 188 km/h | 199 km/h
Norm-Mix 5,7 l/100 km | 6,1 l/100 km | 8,0 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 149 g/km CO2 | 159 g/km CO2 | 191 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4599/2069/1724 mm
Leergewicht ab 1744 kg
Ladevolumen 479 bis 1698 l

Michael Specht sagt:

"Noch ein potenzieller Bestseller von Land Rover. Der Discovery Sport bietet mehr Platz als der Vorgänger Freelander und der Technikspender Evoque – und wird in der Basis günstiger angeboten. Die Antriebe und die Variabilität des Innenraums überzeugen; allein die Bedienung lässt noch Spielraum für Verbesserungen. Die Preisliste bietet genug Optionen zur Individualisierung – denn wer will schon das gleiche Auto fahren wie der Nachbar."

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29 Mär 2015