Audi TT Roadster

DAS DACH BLEIBT ZU!

Leichter, giftiger, hinterradlastiger: Warum der Audi TT Roadster in der neuen Generation nicht mehr bloss ein Schönling ist.

Natürlich könnte man beschreiben, wie man den Wind im Gesicht spürt, die Sonne ins Interieur brennt und man links-rechtslinks durch die Kurven der Küstenstrasse wedelt. Wäre auch schön gewesen. Wäre aber frei erfunden. Denn Mallorca im Februar, das heisst für einmal Spülmaschinenwetter. Schneegestöber in den Bergen. Wasser auf der Strasse, zentimeterhoch.

Dafür weiss man jetzt, wie leise es unter dem Stoffverdeck des Audi TT Roadsters zugeht. Der Wind peitscht den Regen prasselnd auf die Scheibe, aber das Verdeck: still ruht die See. Ein wenig leichter wurde es, und bis Tempo 50 kann es jetzt bedient werden, hatte Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg uns auf den Weg mitgegeben. Nein, wir haben es nicht ausprobiert.

Das Gewicht stand im Fokus bei der Entwicklung. «Die erste Generation war noch ein Lifestyle- Auto», sagt Hackenberg. Aber die neue, die sei ein richtiger Sportwagen. Rund 140 Kilogramm leichter sei der Roadster im Vergleich zum Ur-TT. Und dabei dennoch steifer, weil der Anteil hochfesten Stahls nun grösser sei.

Und das spürt man auf den buckeligen Bergstrassen Mallorcas: Kein Knirschen, kein Knarzen. Technisch basiert der TT im Prinzip auf dem Baukastensystem des VW-Konzerns, aber praktisch habe man ihn soweit kostengünstig wie möglich auf Audi-Bedürfnisse umkonstruiert. Die Benziner lassen sich mit Allradantrieb ordern, aber der wurde nun so ausgelegt, dass er deutlich mehr Antriebsmoment auf die Hinterachse verteilt. Ein viel sportlicheres Handling und ein geringerer Hang zum Untersteuern in Kurven ist das Resultat; soweit man das angesichts der quasi schiffbaren Strassen auf der Testrunde beurteilen kann. Zwei Liter Hubraum sind allen Motoren gemein. Die beiden Turbobenziner leisten 230 oder – im derzeitigen Topmodell TTS – 310 PS; hinzu kommt ein Turbodiesel mit 184 PS und Handschaltung als Sparmodell namens «Ultra». Diese Variante werden sich in der Schweiz die meisten Kunden wohl tatsächlich sparen, wenn man von den Diesel-Verkäufen der letzten Generation ausgeht.

Ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ist nur für die Benziner zu haben; bei den Allrad- Varianten ist es serienmässig. Einen Vorteil hatte der Regen: Es blieb genug Zeit, um im Interieur ein wenig herumzuspielen: Temperaturregler in den Lüftungsdüsen, das sinnvoll konfigurierbare Kombiinstrument mit rein virtuellen Anzeigen, die von den meisten Tasten freigefegte Mittelkonsole – so simple Ideen, aber überzeugend umgesetzt.

Die Preise beginnen beim Ultra bei 52 200 Franken; für die wohl volumenstärkste Version mit 230 PS und Allradantrieb wären es 55 700 Franken. Immerhin, im Gegensatz zu den übrigen Märkten sind in der Schweiz unter anderem Fahrprogrammschalter, Klimaautomatik, DABRadio und ein elektrisch ausfahrbares Windschott serienmässig an Bord. Letzteres haben wir übrigens auch nicht ausprobiert.

Audi TT Roadster 2.0 R4-Turbobenziner | TTS R4-Turbobenziner

Preis ab 52'200 Fr.
Hubraum 1984 cm3 | 1984 cm2
Leistung 169 kW/230 PS | 228 kW/310 PS
Drehmoment 370 Nm bei 1600–4300/min | 380 Nm bei 1800–5700/min
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell, Vorderrad | 6-Gang Doppelkupplung, Allrad
0 bis 100 km/h 6,2 s | 5,2 s
Spitze 250 km/h | 250km/h
Norm-Mix 6,0 l/100 km | 7,3 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 140 g/km CO2 | 169 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4191/1832/1345 mm
Leergewicht 1525 kg
Ladevolumen 280 l

Andreas Faust sagt:

"Was soll man sagen? Schaut aus wie ein Audi, fährt wie ein Audi. Aber damit würde man dem TT Roadster doch Unrecht tun. Ob er fahrdynamisch hält, was er verspricht – dazu müssen wir nach einem Tag im mallorquinischen Winter auf den Frühling warten – bis Mai werden alle Versionen lieferbar sein. Definitiv überzeugen aber schon die kleinen innovativen Details – das virtuelle Cockpit, die pfiffige Bedienung und die Atmosphäre im Interieur."

30 Apr 2015