Peugeot 308 GT

BISSCHEN BISS

Peugeot verschärft sein preisgekröntes Kompaktmodell. Mehrleistung und sportliche Ausstattung überzeugen beim 308 GT. Das Fahrwerk bleibt jedoch ein Kompromiss.

Heiser dröhnt es aus den Boxen: «Rooooaaaaaar!» «Hörst du den Unterschied? », frage ich meine Beifahrerin. «Rooooaaaaaar!» Ja, man hört den Unterschied zwischen Diesel und Benziner wirklich. Ungelogen.

Die Peugeot-Sound-Ingenieure haben sich alle Mühe gegeben, den 308 GT nicht nur böse klingen zu lassen, sondern der «Charakteristik » der beiden Motorvarianten gerecht zu werden, wie man bei der Präsentation stolz berichtet. Der Zweiliter-Diesel tönt denn auch noch ein kleines bisschen sonorer als die Benzinvariante.

Nur schade, dass man mit dem tollen Klang höchstens die Beifahrerin beeindrucken kann, denn aussen hört man den kleinen Löwen schon nicht mehr so laut brüllen. Immerhin werden Ohren und Nerven der Nachbarn geschont. Man muss ja stets das Positive sehen.

Sportlich bis aufs Fahrwerk

Ein zahnloses Raubtier ist die Sportversion des preisgekrönten Kompakten – der 308 wurde unter anderem Auto des Jahres 2014 – aber trotzdem nicht. Der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 205 PS bringt den Peugeot ordentlich auf Touren. Von unten heraus zieht er schön durch und auch in den oberen Gängen ist noch ausreichend Druck dahinter. Obwohl er nur in Kombination mit der neuen Sechsgang-Automatik zu haben ist, beschleunigt der BlueHDi-Diesel sogar noch ein bisschen besser – 400 statt 285 Drehmoment sei Dank. Richtig sportlich wird es aber erst, wenn der Fahrer rot sieht. Buchstäblich. Sobald er den Sportmodus des im GT serienmässigen Dynamik- Packs aktiviert, wechselt die Drehzahlanzeige die Farbe. Ausserdem werden Ladedruck, Drehmoment sowie Längs- und Querbeschleunigung angezeigt, Lenkung und Motorkennlinie angeschärft. Und nur dann tönt der GT so schön.

Auch das Fahrverhalten des kleinen Kraftbündels ist überwiegend top. Das winzige Sportlenkrad ist gewohnt handlich und überträgt die Lenkbewegungen sehr direkt. Nur das Fahrwerk könnte ruhig noch ein bisschen knackiger ausfallen. Trotz Tieferlegung (vorn sieben, hinten zehn Milllimeter) fühlt sich der Franzose ein wenig «hochbeinig» an und steht nicht so satt auf dem Asphalt, wie man es sich bei einer Sportversion wünschen würde. Den immer noch recht guten Federungskomfort bezahlt man mit leichten Wankbewegungen bei schnellen Richtungswechseln. Gleichzeitig rollen die ebenfalls serienmässigen, glanzgedrehten 18-Zoll-Räder im Diamant-Design nicht ganz so sauber über Unebenheiten. Dafür sehen sie richtig schick aus, so wie der GT überhaupt: Getönte Scheiben, schwarz lackierter Heckdiffusor und Seitenspiegel, verchromte Doppelendrohre – das macht was her. Innen veredeln den 308 Alu-Pedalen, Sportlenkrad samt GT-Logo, Leder-Alcantara-Ausstattung und rote Kontrastziernähte. Sehr hübsch!

Peugeot 308 GT R4-Turbobenziner

Preis ab 37'700 Fr.
Hubraum 1598 cm3
Leistung 151 kW/205 PS
Drehmoment 285 Nm bei 1750/min
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell, Vorderrad
0 bis 100 km/h 7,5 s
Spitze 235 km/h
Norm-Mix 5,6 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 130 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 5253/1804/1447 mm
Leergewicht 1200 kg
Ladevolumen 417 bis 1309 l

Etwas bissiger könnte der GT sein. Aber bald kommt ja der GTi.

22 Apr 2015