Tesla Model S

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Aufstieg in die Supersportliga: 700 PS und 4x4 verhelfen dem Tesla Model S zu noch heftigeren Fahrleistungen.

Die Schweiz hat die weltweit höchste Tesla-pro-Kopf- Dichte. Seit der US-amerikanische Elektroauto-Pionier um Elon Musk 2008 mit dem Roadster mit dem Bau von Elektromobilen begonnen hat, fanden rund 1000 Wagen ihren Weg in Schweizer Garagen. Der Löwenanteil entfällt mit 850 Stück jedoch nicht auf den Roadster, sondern auf das Folgemodell, das Model S. Diese Limousine im leicht spacigen Look bietet fünf bis sieben Sitze, gleich zwei Laderäume vorn und hinten mit enormem Volumen, ein Tablet als Bedieneinheit und schafft gut 500 km Reichweite. Und verkaufte sich 2014 mehr als doppelt so häufig wie Porsches Panamera.

Auf der Version mit der höheren Batteriekapazität (85 kWh) aufbauend, rollen jetzt zwei neue Antriebsvarianten an: S85D und P85D. P steht für Performance, D für Dualmotor. Letzteres umschreibt die Bauart des Allradantriebs, denn statt eines Motors mit mechanischer Kraftverteilung auf die Achsen hat beim Dualmotor jede Achse selbstredend ihren eigenen Elektromotor: Im Performance- Modell leisten der vordere 224 PS und der hintere 476 PS, gesamthaft also 700 PS.

Da Elektromotoren ihre volle Kraft direkt aus dem Stillstand abgeben können, hinkt das Beschleunigungsverhalten keinen Strich hinter dem Versprechen her, das von den 700 PS ausgeht: Von null auf Tempo 100 in 3,4 s − das muss der Insasse erst einmal verkraften. Damit spielt der Tesla P85D auf Augenhöhe mit dem Lamborghini Huracán (3,2 s), doch anders als beim V10- Supersportler ist die Beschleunigungsorgie beeindruckend leise, der Wagen zischt nur so davon. Die einfache Erdbeschleunigung, der er seine Passagiere aussetzt, verursacht bei Untrainierten eine Blutleere im Kopf wie sonst nur auf einer bösen Achterbahn.

Nicht nur «Vorwärts!» heisst die Devise: Das Zusammenspiel der beiden Motoren, der niedrige Schwerpunkt, die direkte Lenkung − das alles erlaubt fahrdynamische Turnübungen in der Meisterklasse. Und stets diese Ruhe! Wer das Fahrpedal allerdings zart betätigt, erlebt die Alltagsseite des Tesla P85D – kultiviert, zivilisiert, komfortabel. Es ist wohl eher diese mentale Einstellung nötig, um die theoretisch versprochene Reichweite der P-Version von 480 Kilometern zu schaffen.

Wer keinen Huracán braucht, sondern mit einem BMW 335i Gran Turismo als Massstab leben kann, dürfte mit dem Tesla S85D glücklich werden. Sein Dualmotor- System arbeitet mit zwei identisch starken Elektromotoren von je 190 PS, so dass er eine Systemleistung von 380 PS zu bieten hat. Das sind zwar 5 PS weniger als beim weiterhin erhältlichen S85 mit Hinterradantrieb; dank des geschickten Zusammenspiels der Motoren beschleunigt der S85D aber schneller, in 5,4 statt 5,6 Sekunden, und erreicht einen um 25 km/h höheren Topspeed von 250 km/h. Die Reichweite bleibt bei 502 km.

Für das D bezahlt man beim S85 einen Aufpreis von 4700 Franken, was den S85D 82 300 Franken teuer macht. Die Performance-Version baut Tesla ausschliesslich mit Dualmotor und verlangt dafür mindestens 100 900 Franken.

Tesla Model S 85D E-Motoren | P85D E-Motoren

Preis ab 82'300 Fr. | 100'900 Fr.
Leistung 279 kW/380 PS | 515 kW/700 PS
Getriebe/Antrieb einstufiges Getriebe, Allradantrieb
0 bis 100 km/h 5,4 s | 3,4 s
Spitze 250 km/h | 250 km/h
Verbrauch 16,9 kWh/100 km | 17,7 kWh/100 km
Batterie Lithium-Ionen, 85 kWh
Reichweite 502 km | 480 km
Länge/Breite/Höhe 4970/1964/1435 mm
Leergewicht 2100 kg
Ladevolumen 745 bis 1645 l

Endlich 4x4-Versionen des Tesla Model S für die Schweiz.

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30 Mai 2015