Audi RS3

PHANTASTISCH ELASTISCH

Mit der neuen Generation des RS3 Sportback setzt sich Audi an die Spitze des Kompaktsegments – 367 PS leistet sein aufgeladener 2,5-Liter-Fünfzylinder. Ätsch-bätsch, Mercedes AMG.

Audi sorgt mal wieder für Gesprächsstoff an den Stammtischen. Motto: Wer hat das stärkste Modell in der Kompaktklasse? Bislang beanspruchte diesen Titel die Mercedes- Tochter AMG. Deren heiss gemachte A-Klasse, der A 45, hat stramme 360 PS unter der Haube. Nun kontert Ingolstadt mit dem neuen RS3 Sportback, dem Spitzenmodell der A3-Baureihe. Motorische Ausbeute: 367 PS. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Gemüter in der quattro GmbH sind jedenfalls beruhigt: «Es ist der stärkste Serien-Fünfzylinder in der RS-Geschichte», sagt Stephan Reil, Leiter Technische Entwicklung. Für ihn stellt der kompakte Fünftürer gleichzeitig die «Einstiegsdroge in die RSWelt von Audi» dar. Eintrittspreis: 71 600 Franken. Dass es dabei nicht bleibt, dafür reicht ein Blick in die Ausstattungsextras. Einmalig in diesem Segment sind die Kohlefaser-Keramik-Bremsen. Sie gibt es allerdings nicht ab Marktstart im Juni, sondern erst im Oktober. Ebenso verspätet kommen spezielle Schalensitze.

Doch auch so liefert der Audi RS3 Beeindruckendes ab. Testen konnten wir dies unter anderem auf der abgesperrten Rennstrecke Vallelunga bei Rom. Es gehört kein Nobelpreis in Physik dazu, um zu erahnen, was ein hochgezüchteter Fünfzylinder-Turbomotor mit einem Kompaktwagen im A3-Format anstellt, wenn sein Fahrer aufs Gaspedal tritt. 4,3 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h mögen auf Porsche- Carrera-Niveau liegen, drücken aber nicht das wahre Fahrgefühl aus. Noch imposanter ist die Elastizität. Der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h im vierten Gang ist nach 4,1 Sekunden erledigt; von 80 bis 120 km/h im fünften gibt Audi nur 5,8 Sekunden an.

Diese Charakteristik animiert auf Landstrassen schnell einmal zum Lückenspringen. Keine ungefährliche Sache. Zumal auch der kehlig-röhrende Sound des 2,5 Liter grossen Triebwerks eine kräftige Portion Adrenalin beisteuert. Doch so sportlich und mühelos der RS3 Kurven und Kerbs auf der Piste nimmt, er kann auch ruhig und komfortabel durch den Alltag bewegt werden. «Dies war uns sehr wichtig», sagt Technikchef Reil, und erinnert dann gern an den sportlichen Ahnen aus den 80er-Jahren, den Ur-Quattro, der diesen Spagat ebenfalls schaffte und in dem ebenfalls ein Fünfzylinder- Herz schlug.

Äusserlich ist der RS3 Sportback gegenüber seinen normalen Brüdern schnell auszumachen. Glänzender schwarzer Grill, Rahmen in Matt-Aluminium-Look, grössere Lufteinlässe, breitere Kotflügel, riesige Leichtmetallräder, Seitenschweller, zwei dicke Auspuffendrohre; dazwischen ein Heckdiffusor. Wem dies für die Aussenwirkung noch nicht genügt, der kann seinen RS3 auch in spezielles Grau oder Rot-Metallic tauchen lassen. Beide Farben gibt es exklusiv nur für den RS3 Sportback.

Audi RS3 Sportback R5-Turbobenziner

Preis ab 71'600 Fr.
Hubraum 2480 cm3
Leistung 270 kW/367 PS
Drehmoment 465 Nm bei 1625–5550/min
Getriebe/Antrieb Siebengang-Doppelkupplung, Allrad
0 bis 100 km/h 4,3 s
Spitze 250 km/h (optional 280 km/h)
Norm-Mix 8,1 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 189 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4343/1800/1411 mm
Leergewicht 1520 kg
Ladevolumen 280 bis 1120 l

Michael Specht sagt:

"So viel Leistung in einem Kompaktmodell – da bewegt man sich schnell mal im ausweisgefährdenden Bereich. Erst recht, wenn Klang und Fahrbarkeit für ein geradezu rauschhaftes Fahrerlebnis sorgen. Aber der RS3 Sportback ist so alltagstauglich, dass man auch auf dem Supermarktparkplatz mit ihm glänzen kann. Doch welch ein Zufall, dass er das AMG-Angebot im Segment um knapp sieben Pferdestärken übertrifft . . ."

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29 Jun 2015