Ford Mustang

PONY IM AUFGALOPP

Ab Juni startet endlich der Ford Mustang als Coupé und Cabrio. Mit Retro-Design, neuem Fahrwerk, europäischem Turbobenziner und uramerikanischem V8.

Es gibt nicht viele Autos, bei denen man nur die Typenbezeichnung nennen muss und jeder weiss, worum es geht. 911er, E-Type oder Corvette zum Beispiel. Und natürlich darf der Mustang nicht fehlen, uramerikanische Auto-Ikone. Mittlerweile in der sechsten Generation seit vorigem September auf dem US-Markt verfügbar. Ende Juni geht es auch in der Schweiz los.

Fans werden das Retro-Design lieben. Besonders der Blick aufs Heck erinnert unmissverständlich an die «Roaring Sixties», als der Ur-Mustang als sogenannter Fastback noch schwarze Striche auf den Asphalt radierte. Bestens zu sehen im Film «Bullitt» mit Steve McQueen. Mehr Macho, mehr Mustang ging nicht.

Diese Coolness steckt auch im neuen Mustang. Besonders, wenn man sich für die uramerikanische Antriebsart entscheidet, den V8-Benziner. Mit seinen 418 PS spielt er förmlich mit dem Auto, zieht mächtig los und dreht dabei geschmeidig hoch bis auf 6500 Umdrehungen, untermauert von einem kernigen Sound. Zwar gibt Ford als Normverbrauch nur 13,5 Liter an, wer es dann aber gerne ein bisschen heftiger mit der Hinterachse treibt, sollte sich nicht über 18 Liter wundern.

Extrem extrovertiert veranlagte Quartermile-Freaks dürften das eine oder andere Mal sicher den «Line-Lock»-Schalter drücken. Die ganz grosse Show. Er blockiert für 15 Sekunden – das ist eine gefühlte Ewigkeit – die Vorderräder, derweil das hintere Gummi unter Vollgas das halbe Wohnviertel in Reifenqualm hüllt. Burn-out-Syndrom, sozusagen.

Aber Ford kann auch öko und bietet als Ausgleich für das Pony- Car auch einen EcoBoost-Vierzylinder an, nicht einmal halb so gross wie der V8, doch mit Turbo- Zwangsbeatmung immerhin 314 PS stark. Geht ähnlich gut, doch das Entscheidende fehlt: die Wucht, die Souveränität, die uramerikanische Seele.

Abgeschüttelt hat der Mustang seine Fahrwerksschwächen. Starrachse und Blattfedern sind endlich passé. Die Radführung übernimmt hinten eine moderne Mehrlenkerachse. Das Ergebnis ist ein handlich und gut zu fahrendes Auto, das auch schnell wechselnde Kurven nicht übel nimmt.

Amerikanische Autos sind dafür bekannt, viel Leistung für relativ wenig Geld zu bieten. Der Mustang macht da keine Ausnahme. Für 38 000 Franken kommt die Basisversion, 43 000 Franken sind es für den V8-GT. Und das feste Dach gegen ein Stoffverdeck zu tauschen, kostet zusätzlich je 4000 Franken.

Ford Mustang Cabrio 5.0 Ti

Preis ab 47'000 Fr.
Hubraum 4951 cm3
Leistung 310 kW/421 PS
Drehmoment 530 Nm bei 4250/min
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell, Hinterradantrieb
0 bis 100 km/h 4,8 s
Spitze 250 km/h
Norm-Mix 13,5 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 299 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4783/1915/1394 mm
Leergewicht 1720 kg
Ladevolumen 408 l

Michael Specht sagt:

"Diese Mustang-Generation bietet eine beinahe optimale Synthese aus traditionsbewusstem Design und Technik auf der Höhe der Zeit; vor allem beim Fahrwerk. Natürlich ist der V8 die erste Wahl beim Antrieb. Ob aber die Basisversion mit Downsizing-Vierzylinder die Kundschaft in Europa überzeugen kann? Mal abwarten."

21 Jul 2015