Toyota Auris

DIE ALTE GARDE

Bei Waterloo erlebte Napoleon seine grösste Niederlage. Bei ersten Testfahrten in Belgien schlug sich der geliftete Auris deutlich besser.

Die Schlacht von Waterloo änderte bekanntlich den Lauf der Geschichte Europas. Warum wir das jetzt erwähnen? Weil wir bei den Testfahrten in Belgien mit dem überarbeiteten Auris bereits zum x-ten Mal am berühmten Schlachtfeld vorbeifahren. An jeder Strassenecke prangen Plakate, die auf das bevorstehende 200-Jahre-Jubiläum der Schlacht von 1815 hinweisen. Ein Foto vor dem Löwenhügel, dem Wahrzeichen von Waterloo, ist da Pflicht. Und der Auris muss natürlich mit aufs Bild – selbst wenn die optischen Veränderungen vermutlich nicht in die Annalen der Welt – oder auch nur der Automobilgeschichte eingehen werden. Aber es ist ja schliesslich nur ein Facelift.

Am meisten hat sich an der Front getan: Der untere Kühlergrill und die Chromspangen ziehen sich jetzt über die gesamte Fahrzeugbreite, die Scheinwerfer sind noch schmaler gezeichnet und verfügen über LED-Leuchten. Die gibt’s nun auch im Rücklicht. Ebenfalls überarbeitet: der hintere Stossfänger. Darüber hinaus bekommt der Auris eine neue, neckische Heckfinne.

Auch die dezenten Anpassungen im Cockpit sind nicht weltbewegend, aber ansprechend. Wie beim Yaris wurde der Innenraum durch hochwertigere Materialien aufgewertet und die Geräuschdämmung hörbar verbessert – das passt! Genauso wie der hochauflösende 7-Zoll- Touchscreen und die Bedienelemente von Multimediaund Klimaanlage mit nur wenigen Tasten.

Neues Triebwerk

Die grösste Neuerung der Modellpflege stellt aber der 1,2-Liter-Turbobenziner mit variabler Ventilsteuerung und integriertem Abgaskrümmer dar. Er kommt zum ersten Mal überhaupt zum Einsatz, geht extrem leise zu Werke und liefert dabei gleichmässigen Durchzug. Gut gefällt auch der aus dem Verso bekannte 1,6-Liter-Turbodiesel, der den Zweiliter-Selbstzünder ablöst. Er ist ebenfalls äusserst laufruhig und beim Antritt geht dank 270 Newtonmetern sogar noch etwas mehr. Beim Hybrid setzt Toyota auf das bewährte System mit Atkinsonmotor inklusive weinerlichem CVT-Getriebe. Neu ist hingegen das Sicherheitspaket mit Verkehrsschilderkennung, Spurhalte- und Fernlichtassistent sowie Pre-Collision-System, das bis 80 km/h vor einem Crash bremst.

Ein sprichwörtliches Waterloo sähe anders aus.

Toyota Auris Touring Sports R4-Turbobenziner

Preis ab 29'600 Fr.
Hubraum 1197 cm3
Leistung 85 kW/116 PS
Drehmoment 185 Nm bei 1500–4000/min
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell, Vorderrad
0 bis 100 km/h 10,4 s
Spitze 200 km/h
Norm-Mix 4,8 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 112 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4595/1760/1485 mm
Leergewicht 1205 kg
Ladevolumen 530 bis 1658 l

Er stürmt nicht vorwärts wie Blücher, trotzdem ist der 1.2 top.

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31 Jul 2015