Skoda Superb Combi

SEGELN AUF DER ERFOLGSWELLE

Mit dem Flaggschiff Superb wird Skoda Volkswagen richtig gefährlich. Das gilt vor allem für die Kombiversion, die extrem viel Platz bietet – und jetzt auch technisch auf Augenhöhe fährt.

Das wird ein gutes Jahr!», frohlockt die tschechische Marketingdame. Bei Skoda kommen sie aus dem Jubeln kaum heraus: Im vergangenen Jahr verkaufte die Marke erstmals eine Million Fahrzeuge, für 2015 erwartet man ein weiteres Plus von über fünf Prozent. Dazu soll der neue Superb Combi, dessen Vorgänger auch hierzulande ziemlich gut lief, ein gehöriges Stück beitragen.

Mehr VW-Technik

Lange musste sich die VW-Tochter in puncto Technik jamit den Krümeln begnügen, die der deutsche Mutterkonzern seiner Submarke gnädig übrig liess. Beim Flaggschiff Superb lassen die Wolfsburger Skoda nun endlich von der Leine. So sind erstmals alle Sicherheits-Assistenten aus dem Konzern-Regal erhältlich. Vom Totwinkel- bis zum Stauassistenten, vom Ausparkwarner, über den erweiterten Parkpiloten, bis hin zur Multikollisionsbremse. Und auch bei den Komfortfeatures legt die neue Generation richtig nach: Sitzheizung vorn und hinten, elektrische Heckklappe mit Fussbedienung, Regen- oder Licht-Sensoren und vieles mehr stehen neu auf der Optionenliste. Die sogenannten «Simply clever»-Lösungen, auf die man in Mlada Boleslav besonders stolz ist, wurden ausserdem ausgebaut: 31 an der Zahl sind es im aktuellen Combi. Zu Regenschirmen in den Vordertüren, dem berühmten Eiskratzer im Tankdeckel oder dem doppelten Ladeboden gesellen sich jede Menge zusätzlicher Halterungen und Ablagen – etwa zum Versorgen des Tablet-PCs. Denn Smartphone-Anbindung und einen optionalen Internet- Anschluss gibt es nun selbstverständlich auch bei Skoda.

Riesiger Kofferraum

Was das Platzangebot angeht, können sich die Wolfsburger ohnehin eine Scheibe von den Tschechen abschneiden: Der Kofferraum des Combi fasst nicht nur 27 Liter mehr als der Vorgänger, sondern übertrumpft den Passat Variant mit maximal 1950 Litern um 170 Liter. Auch im Fond bietet er dank acht Zentimeter längerem Radstand und leicht vergrösserter Fahrzeugbreite noch mehr Freiraum als bisher. Gründe genug also zum Jubeln.

Einzig der Verantwortliche für die Motoren guckt ein bisschen unglücklich drein. «Haben Sie nicht eine Frage zu den Antrieben? », fragt er nach der ersten Testfahrt, die Antwort wohl schon ahnend. Was soll man den Mann denn fragen? Die Triebwerke sind allesamt bekannt, wurden nur auf Sparsamkeit getrimmt. In Kombinationmit der verbesserten Aerodynamik und einer Gewichtsreduzierung von 75 Kilo braucht der Superb so bis zu 30 Prozent weniger Sprit. Selbst das adaptive Fahrwerk, das dem Octavia noch verwehrt blieb, lässt sich für den Superb ordern. Auch das normale Fahrwerk wurde gestrafft, fällt aber immerhin nicht ganz so knackig aus, wie beim Passat. Irgendeinen Grund muss es ja schliesslich geben, zur teureren Konzernmarke zu greifen.

Ob da Details, wie das im Superb nicht bestellbare Voll-LED-Licht, die Differenz machen? Da zucken sie bei Skoda nur die Schultern. Die bisher so brave VW-Tochter wird langsam aufmüpfig.

Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4 R4- Turbobenziner

Preis ab 43'920 Fr.
Hubraum 1984 cm3
Leistung 206 kW/280 PS
0 bis 100 km/h 5,8 s
Drehmoment 350 Nm bei 1700–5600/min
Spitze 250 km/h
Getriebe/Antrieb 6-Gang-Doppelkupplung, Allrad
Norm-Mix 7,2 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 163 g/km CO2,
Länge/Breite/Höhe 4856/1864/1477 mm
Leergewicht 1635 kg
Ladevolumen 660 bis 1950 l

Michael Lux sagt:

"So gut, dass es fast schon wieder langweilig wird. Aber das ist ja gerade das Erfolgsgeheimnis von Skoda."

13 Sep 2015