Opel Mokka X

Über den Gipfeln

Der überarbeitete Opel Mokka X zeichnet sich nicht nur durch optischen Feinschliff aus. Wichtiger sind die technischen Neuerungen im Innern. Auch der Concierge-Service OnStar ist nun an Bord und leistete bei unserer Testfahrt am Hasliberg (BE) gute Dienste.

Der Nebel lichtet sich langsam, gibt den Blick auf die Berge frei. Irgendwo im Dunst kann man die Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau erahnen. Tapfer klettert der Opel Mokka X die steile Schotterpiste hoch, die sonst nur Alpinwanderern vorbehalten ist – wir haben eine Ausnahmebewilligung, den Panoramaweg, der zu Mägisalp und weiter Richtung Käserstatt hinaufführt, zu befahren. Ideal, um den adaptiven Allradantrieb des kleinen SUV zu testen. Das 4x4-System mit Lamellenkupplung schickt die Kraft je nach Bedarf zu 100 Prozent auf die Vorderachse oder verteilt sie 50:50 zwischen Vorderund Hinterrädern. So leistet sich der Mokka X in Kurven keine Ausrutscher und bietet auch beim Anfahren am Hang ausreichend Traktion.

Direkteinspritzer im Angebot

Neu ist im Zuge der Modellp ege der 1,4-Liter-Turbo mit Direkteinspritzung, der bereits aus dem Astra bekannt ist. Der Turbo mit 152 PS, 245 Newtonmetern und Stopp/Start zieht den 1481 Kilo leichten Opel ohne Probleme den schmalen Feldweg hoch. Immer begleitet von den neugierigen, aber verständnislosen Blicken der zahlreichen Kühe, die wegen des lange schönen Wetters noch auf den Almwiesen grasen.

Zuverlässig arbeitet sich der Sechsstufen-Automat, der erstmals mit Allrad kombiniert werden kann, bergauf durch die Gänge. Offensichtlich ist der Wandler aber eher auf gute Verbrauchswerte ausgelegt – 6,4 Liter soll der Turbo im Schnitt brauchen. Für mehr Drehzahlen und agileres Fahrverhalten schaltet man jedoch besser auf «manuell» um. Leider hat der Mokka X keine Schaltwippen, die Gänge werden stattdessen über Knöpfe am Ganghebel gewechselt. Nicht unbedingt praktisch, wenn man gerade auf engen Serpentinen unterwegs ist und eigentlich beide Hände am Steuer braucht.

Hilfe, wo sind wir?

Auf 1700 Metern bei Mägisalp angekommen, zeigt das Handy plötzlich keinen Empfang mehr. Mist, doch den falschen Anbieter gewählt! Da hilft es nicht viel, dass der Mokka X nun über den neuen, hochau ösenden 8-ZollFarbtouchscreen voll mit dem Smartphone vernetzbar wäre. Das Navi funktioniert hingegen noch tadellos, nur kennt die Strassenkarte verständlicherweise hier oben keine offiziell befahrbare Strasse. Aber wofür haben wir schliesslich den Concierge-Service «OnStar» an Bord – ob der wohl hier funktioniert? Tatsächlich meldet sich ein freundlicher Herr, der unsere genaue Position über Satellit bestimmen kann und uns den Weg zur nächsten befahrbaren Strasse weisen möchte. Danke nein, war ja nur ein Test ...

Weiter geht es den sich immer enger windenden Pfad hinauf, vorbei an Almhütten und über immer steinigeren Untergrund. Die relativ komfortable Federung des Opel steckt die Unebenheiten gut wegt. Trotzdem neigt der Mokka nicht zu übertriebenen Wankbewegungen. Die Lenkung fällt für ein SUV recht direkt aus. Schade, kommen wir vor Einbruch der Dunkelheit am Ausgangspunkt in Reuti an. Sonst hätten wir gleich noch das neue AFL-Licht mit Voll-LED und neun verschiedenen Lichtstufen testen können, genauso wie die neue Frontkamera für Abstandswarner, Spurassistent und Verkehrszeichenerkennung. Aber das heben wir uns dann für den Test auf, wenn der Mokka etwas länger bleibt.

Michael Lux sagt: «Im alpinen Gelände bewegt sich der Mokka X dank 4x4, recht direk­ter Lenkung und kurzem Radstand wie ein flinkes Wiesel. Solange man im Automatik­modus bleibt, ist im anspruchsvollen Gelände auch die neue Kombination mit Allrad und Automat sinnvoll.»

Bilder: Vesa Eskola

Technische Daten

Preis ab 31'050 Franken
Hubraum 1399 cm3
Leistung 112 kW/ 112 kW/152 PS
Drehmoment 245 Nm bei 2200–4400/min
Getriebe/Antrieb 6­-Gang­ Automat, Allrad
0 bis 100 km/h 9,7 s
Spitze 193 km/h
Norm-Mix 6,4 l/100 km
CO₂ Emissionen 48 g/km CO2
Energieeffizienz C
Länge/Breite/Höhe 4275/1781/1658 mm
Leergewicht 1481 kg
Ladevolumen 356 bis 1372 l
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15 Okt 2016