Messe St. Gallen

Die Ostschweiz im Aufwind

Die 10. Auflage der Automesse St. Gallen vom 18. bis 20. November in den Olma-Hallen konnte mit rund 10000 Besuchern ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Insgesamt waren 60 Aussteller mit 30 Automarken und zahlreichen Neuheiten zu sehen, die vor kurzem auf dem Pariser Salon gezeigt worden sind.

Mehr als nur neue Autos

Vor dem Eingang standen zahlreiche Elektro- und Hybridfahrzeuge zur Probefahrt bereit. Die neuen Technologien wären sicher für viele Autokäufer eine Alternative zum benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeug, und allfällige Berührungsängste liessen sich im Selbstversuch am einfachsten überwinden. Interessant war der neue Bereich „Bike & Cycle“ der E-Bikes, E-Kickboards, E-Dreiräder und selbstverständlich auch ganz normal per Muskelkraft angetriebene Zweiräder ausprobiert werden konnten. Nicht wenige Autofahrer sind schliesslich auch oft und gerne auf zwei Rädern unterwegs.

Viel Publikum zogen die Sonderschauen „Sport & Speed“, „Tuning & Fun“, „Green & Clean“, „Blaulicht“ oder „Classic & Elegance“ an. Spektakulär war die Driftshow des Drivingcenters Seelisberg. Hans Schori zeichnete mit seinem Toyota GT86 als rauchender Quertreiber schwarze Donuts auf den Asphalt. Die auto-illustrierte zeigte auf ihrem Stand den Suzuki Vitara, den es beim „Best Cars“- Award zu gewinnen gibt. Doch hauptsächlich ging es dem Ostschweizer Autohandel natürlich darum, neue Kunden für seine Produkte zu finden. Das scheint gelungen zu sein. So zeigte sich beispielsweise Tobias Zollikofer, Geschäftsleiter der Auto Zollikofer AG mit Infiniti und Peugeot, sehr zufrieden mit der Messe. „Unser Ziel war, viele neue Kontakte zu knüpfen und die Neuheiten zu präsentieren. Vor allem der  Infiniti Q60 und der Peugeot 3008 zogen die Blicke auf sich“. Die Stimmung und das Besucheraufkommen seien hervorragend gewesen, sagt Zollikofer.

Vergleichsmöglichkeit als Hauptanziehungsgrund

Entsprechend ergab eine Umfrage unter den Besuchern durchwegs gute Ergebnisse. Das Messeangebot beurteilten 75 Prozent der Befragten mit „gut“ oder „sehr gut“. Die Stimmung bekam gar von 87% die Note „gut“ oder „sehr gut“. Als Hauptgrund, in die Olma-Hallen zu pilgern, wurde an erster Stelle die Möglichkeit genannt, verschiedene Marken und Modelle direkt vergleichen zu können. Zweit- und drittwichtigster Anziehungspunkt waren die Themen „Motorsport“ und „alternative Antriebssysteme.“Die 11. Ostschweizer Messe für Mobilität, wie die Automesse St. Gallen exakt heisst, ist denn auch schon bei den meisten Ausstellern und Besuchern wieder fest im Terminkalender vermerkt – bei einigen, die sie noch nicht entdeckt haben, hoffentlich auch. Denn immer noch glänzten einige wichtige Importeure und ihre Marken durch Abwesenheit; eine Scharte, die dann die örtlichen Händler auswetzen mussten. Vom 17. bis 19. November 2017 ist die nächste Messe geplant. Die wichtigste inoffizielle Rolle dürfte natürlich erneut die berühmte Olma-Bratwurst übernehmen – im Original auch 2017 ohne Senf!

Text: Stefan Fritschi

Fotos: saboteur.ch/automesse st.gallen (2), Fritschi (10)

21 Nov 2016