Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé

Elektroschock aus Affalterbach

AMG-Modelle sind wie Donnergrollen mit Nummernschild. Jetzt folgt der Blitz, der mit 1169 PS am Boden einschlägt. Das neue AMG GT 4-Türer Coupé ist kein leiser Stromer, sondern ein Taser mit Formel-1-Technik und V8-Theater.

Veröffentlicht am 21.05.2026

Mercedes-AMG macht ernst. Der neue GT 4-Türer ist das erste Serienmodell auf der neuen AMG.EA-Plattform und gleichzeitig die Kampfansage aus Affalterbach an Porsche Taycan Turbo GT, Xiaomi SU7 Ultra und alles, was sonst noch versucht, die elektrische Oberklasse herauszufordern.

Drei Elektromotoren, bis zu 1169 PS Systemleistung und ein Drehmoment von 2000 Newtonmetern. Der stärkste GT 63 4-Türer katapultiert sich in 2,1 Sekunden auf 100 km/h und erreicht mit Driver’s Package 300 km/h Spitze. Solche Zahlen wirken, als hätte jemand bei Gran Turismo den Cheat-Code aktiviert.

Formel-1-DNA

Das Highlight steckt im Maschinenraum. AMG setzt erstmals auf sogenannte Axial-Fluss-Motoren. Sie stammen von YASA, einer Mercedes-Tochter aus England. Die drei Elektromotoren liefern nicht nur brutal viel Leistung, sondern können diese auch dauerhaft abrufen.

Dazu kommt eine neue 800-Volt-Batterie mit direkt gekühlten Rundzellen. Die Batterie soll selbst unter Dauerbelastung kühl bleiben und immer wieder volle Leistung liefern. Mercedes-AMG High Performance Powertrains in Brixworth — also jene Firma hinter den Formel-1-Antrieben von Mercedes — war an der Batterieentwicklung beteiligt. Das Resultat: bis zu 600 kW Ladeleistung. In zehn Minuten lädt der AMG Strom für rund 460 Kilometer nach.

V8-Theater

AMG weiss, wie wichtig Emotionen sind. Darum werden dem Elektro-GT künstliche V8-Emotionen verpasst. Ingenieure zeichneten dafür den Klang eines echten AMG GT R mit 16 Mikrofonen auf. Das Resultat ist kein billiges Science-Fiction-Gedudel, sondern eine Art digitales V8-Schauspiel mit simulierten Schaltvorgängen, Bassgewitter und künstlichem Burbling.

Das Ganze nennt sich AMGFORCE S+. Das Auto vibriert zudem beim Launch, die Gurte straffen sich, die Ambientebeleuchtung eskaliert und der Fahrer bekommt ein multisensorisches Spektakel serviert.

Physik? Optional.

Trotz 2,46 Tonnen Gewicht soll der elektrische AMG wie ein echter Sportwagen fahren. Verantwortlich dafür sind aktive Aerodynamik, Hinterachslenkung, Torque Vectoring und das neue AMG ACTIVE RIDE CONTROL Fahrwerk. Die Hinterräder lenken bis zu sechs Grad mit, der Unterboden verändert aktiv den Luftstrom und sogar der Diffusor arbeitet mit.

Rennstrecke und Lounge

Das Cockpit wirkt wie die Kommandozentrale eines sehr teuren Computerspiels. Fahrer und Beifahrer sitzen tief, die Mittelkonsole trägt drei grosse Drehregler für Fahrdynamik, Traktion und Agilität. Dazu gibt es AMG TRACK PACE, Drift-Modi und sogar einen virtuellen Renninstruktor.

Praktisch bleibt der Viertürer trotzdem. 507 Liter Kofferraumvolumen plus Frunk vorne – also genug Platz für Gepäck, Ladekabel oder den verletzten Stolz eines Porsche-Fahrers.

Bilder: Mercedes-AMG

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