

Goodwood: 1604 PS Selbstbewusstsein
1604 PS. Bei solchen Leistungsdaten denkt man automatisch an Bugatti, Rimac oder Koenigsegg. Bis jetzt. Der in Goodwood präsentierte Denza Z Coupé macht unmissverständlich klar, wer der neue Endgegner sein will.
Das Goodwood Festival of Speed ist kein Ort für Bescheidenheit. Hier präsentieren die grössten Hersteller ihre spektakulärsten Automobile. Ferrari bringt seine neuesten Supersportwagen. Porsche schickt seine GT-Modelle den berühmten Hillclimb hinauf. Und McLaren hat hier ein Heimspiel. Doch der grösste Stand am Goodwood Festival of Speed 2026 gehörte BYD. Mit einer Fläche von 2016 Quadratmetern errichtete der chinesische Konzern den grössten Markenstand, den das Festival in seiner 33-jährigen Geschichte je gesehen hat. Und mittendrin: der Denza Z Coupé.

Elektrischer Paukenschlag
Der Denza Z sieht nicht aus wie ein Konzeptfahrzeug, das nie gebaut wird. Er wirkt seriennah, flach, breit und entschlossen. Lange Motorhaube, muskulöse Schultern, kurzes Heck – klassische Sportwagenproportionen, modern interpretiert. Verantwortlich dafür ist Wolfgang Egger. Der ehemalige Designer von Alfa Romeo, Audi und Lamborghini weiss genau, wie man ein Auto zeichnet, das bereits im Stand Tempo ausstrahlt.

Unter der Karrosserie wird es noch beeindruckender. Ein Elektromotor vorne, zwei hinten – zusammen 1180 kW beziehungsweise 1604 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 1240 Nm. Den Sprint auf Tempo 100 soll das Coupé in 2,3 Sekunden erledigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 350 km/h. Das ist Hypercar-Territorium.

Technologie statt Muskelspiel
Leistung allein beeindruckt heute niemanden mehr. Deshalb packt Denza gleich den nächsten Trumpf aus. Das Z Coupé soll ein vollständig elektronisches Steer-by-Wire-System ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern erhalten. Hinzu kommen adaptive Magnetdämpfer, Hinterachslenkung und modernste Fahrdynamikregelung.

Auch beim Laden möchte BYD neue Massstäbe setzen. Auf der neuen Super-e-Platform sollen Ladeleistungen von bis zu 1500 kW möglich sein. Unter Idealbedingungen soll sich die Batterie in rund fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent laden lassen. Das entspricht ungefähr einer Kaffeepause – vorausgesetzt, die Infrastruktur spielt künftig mit.

Mehr als ein Technologieträger
Trotz aller Hypercar-Zahlen gibt sich der Denza Z nicht als kompromissloser Zweisitzer. Das Coupé bietet ein 2+2-Layout und soll durchaus alltagstauglich sein.

Mit dem Z Coupé will Denza aber nicht nur zeigen, was technisch möglich ist. Das Auto soll beweisen, dass chinesische Hersteller künftig nicht mehr nur über den Preis konkurrieren, sondern ebenso über Design, Emotionen und Fahrdynamik.
1604 PS, modernste Fahrwerkstechnik und Ladeleistungen, die heute noch fast unglaublich klingen, sind dabei nur die halbe Geschichte. Die eigentliche Botschaft lautet: Denza sieht sich nicht mehr als Herausforderer der etablierten Sportwagenhersteller. Denza betrachtet sich bereits als Teil dieser Liga.

Bilder: Denza

