Technik-Update

48-Volt-Technologie im Fiesta

Der beliebte Ford Fiesta – das meistverkaufte Modell von Ford in Europa – kann jetzt auf Wunsch auch mit einem elektrifizierten Antriebsstrang bestellt werden. Motorisch vertraut diese Version auf den reibungsoptimierten Dreizylinder-EcoBoost- Turbobenziner mit 1,0 Liter Hubraum und moderner Zylinderabschaltung in Verbindung mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System.

Veröffentlicht am 27.06.2020

Ford nennt diesen Mildhybrid-Antrieb, der seine Premiere Ende 2019 in der komplett neu entwickelten Ford Puma-Baureihe feierte, „EcoBoost Hybrid“. Im Ford Fiesta entwickelt der EcoBoost Hybrid-Antrieb wahlweise eine Leistung von 125 oder 155 PS. Sie wird jeweils über ein serienmässiges Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Strasse gebracht. Verkaufspreis: ab 22'300 Franken (Titanium). Die Fiesta-Baureihe umfasst die Ausstattungsvarianten Trend, Cool & Connect, Titanium, Titanium X, Vignale, ST-Line, ST-Line X, Active und Active X. Das Unternehmen verkaufte im vergangenen Jahr europaweit 227'100 Fiesta.

Ford hatte im vergangenen Jahr bekanntgegeben, dass in Europa jede neue Baureihe der Marke mindestens eine elektrifizierte Modellvariante erhalten wird. Ford plant, bis Ende 2021 18 elektrifizierte Varianten zu lancieren.

Mehr Infos und Details:
Beim Ford Fiesta EcoBoost Hybrid-Antrieb handelt es sich um eine 48-Volt-Mild-Hybrid- Technologie. Das bedeutet: Bei geringeren Drehzahlen wird der EcoBoost-Benziner von einem E-Motor unterstützt – genauer: von einem riemengetriebenen Starter-Generator (Belt-driven Integrated Starter/Generator, BISG) mit einer Leistung von 11,5 kW (16 PS). Der BISG ersetzt die konventionelle Lichtmaschine und ist in den Nebenaggregate-Strang integriert. Die elektrische Drehmoment-Unterstützung sorgt im Drehzahlkeller für ein unmittelbares Ansprechverhalten des Turbo-Benziners. Zugleich ermöglicht es das Mild-Hybrid-System, einen grösseren Lader einzusetzen. Dies sorgt für mehr Leistung, bringt normalerweise aber auch ein trägeres Ansprechverhalten mit sich. Die Drehmoment-Unterstützung des Starter- Generators kann dieses „Turboloch“ jedoch überbrücken.

Das Hybrid-System überwacht kontinuierlich, wie das Fahrzeug bewegt sowie wann und wie intensiv die Batterie geladen wird. Hieraus errechnet es, wann und wie die gespeicherte Energie am sinnvollsten in Vortrieb umgesetzt werden kann.

Zwei Strategien kommen zum Einsatz:
Drehmoment-Ersatz – der riemengetriebene Starter-Generator BISG steuert im laufenden Betrieb bis zu 24 Nm bei, die daher der Benziner nicht aufbringen muss. Dies bedeutet, bezogen auf die Mildhybrid-Version mit 125 PS, eine Treibstoffersparnis von fünf Prozent im Vergleich zur gleichstarken Version ohne Hybridisierung. 

Drehmoment-Zuschuss – der riemengetriebene Starter-Generator BISG greift als Elektromotor ein, sobald der Benziner die volle Leistung abruft. Dadurch steigt das maximale Drehmoment, im Vergleich zur gleichstarken Version ohne Hybridisierung, um 20 Nm auf 240 Nm, gleichzeitig steht im Drehzahlkeller ein um bis zu 50 Prozent höheres Drehmoment zur Verfügung (Mildhybrid-Version mit 155 PS).

Der Fiesta mit Hybrid-Technologie kann nicht an eine externe Stromquelle angeschlossen werden. Dies ist auch nicht nötig, denn die luftgekühlte 48-Volt-Lithium-Ionen- Batterie (10 Ah), die den Elektromotor (BISG) mit Strom versorgt, wird automatisch durch das Bremssystem beim Ausrollen und beim Abbremsen des Fahrzeugs aufgeladen (Rekuperation).

 

Weitere Updates für den Fiesta

Die 125 PS-Version des 1,0-Liter-EcoBoost-Motors (ohne 48 Volt-Technologie) kann ab sofort auf Wunsch auch mit einem neuen Siebengang-Doppelkupplungs-Automatikgetriebe kombiniert werden (ab 22'550 Franken, Cool & Connect).

Der aktive Park-Assistent mit Ein- und Ausparkfunktion findet auf Tastendruck jetzt auch ausreichend grosse Parklücken, die quer zur Fahrtrichtung liegen. Das System ist ab der Ausstattungsvariante Cool & Connect optional erhältlich (serienmässig für Vignale).

Neu beim Ford Fiesta ist auch der Cross Traffic Alert mit Notbremsfunktion. Dieses Fahrer-Assistenzsystem erkennt während des rückwärts Ausparkens nahende Fahrzeuge. Um eine Kollision zu verhindern oder ihre Folgen zu minimieren, aktiviert das System die Bremsen, sofern der Fahrer entsprechende Warnungen ignoriert.

Dank des serienmässigen FordPass Connect-Modems lassen sich eine Vielzahl von Funktionen via Smartphone aus der Ferne kontrollieren und betätigen – so zum Beispiel das Ver- und Entriegeln des Fahrzeugs, die Fahrzeugortung, oder auch einen Check der Tankfüllung, des Luftdrucks und des Ölstands. In Kombination mit dem Siebengang- Doppelkupplungs-Getriebe lässt sich sogar der Motor per Fernbedienung starten – für was das auch immer nützlich sein soll ...

Der Subwoofer des optionalen B&O-Premium-Soundsystems wurde in den Bereich des Radkastens verlegt, um den Laderaum zu maximieren und um ein vollwertiges Reserverad in Kombination B&O-Soundsystem verfügbar zu machen.

Text: Stefan Fritschi
Fotos: Ford

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