Klassiker

Bristol 406E - mit Schweizer Karosserie

Es gibt wahrscheinlich aufregendere Automobile als diesen Bristol 406E mit einem Aufbau de Schweizer Carrosserie Beutler. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb er so selten ist.

Veröffentlicht am 18.06.2022

Die Geschichte von Bristol ist wild. Sie begann schon 1910, damals mit Flugzeugen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden es aber Automobile, dies auf Basis des BMW 328. Auch der hier gezeigte Bristol 406 aus dem Jahr 1957 ist eigentlich ein Abkömmling des wunderbaren Bayern, zumindest wurde er noch vom BMW-Sechszylinder angetrieben, dessen Hubraum in den englischen Händen auf 2,2 Liter angestiegen war. Gebaut wurden die Bristol 406 zwischen 1958 und 1961, es entstanden wohl 174 Stück; die Bristol 407 verfügten dann über einen V8.

Sollten Sie etwas über die genaue Abfolge der Bristol-Modelle lesen wollen, dann empfehlen wir Ihnen diesen Link. Hier geht es aber mehr um die Carrosserie Beutler, gegründet von Fritz und Ernst Beutler im Jahr 1946 in Thun. Berühmt wurden sie schon bald, weil sie die von den ersten zehn Porsche 356 sechs Stück bauten. Mit Bristol kamen die Berner schon früh in Kontakt, doch das Verhältnis schien etwas kompliziert zu sein.

Es heisst, dass die Engländer Beutler beauftragt hatten, einen 406 einzukleiden, der dann 1957 auf der Earls Court Motor Show auch tatsächlich gezeigt wurde. Doch auch Pininfarina und Carrozzeria Touring hatten anscheinend einen solchen Auftrag - gewonnen haben dann aber Jones Bros. im englischen Willesden, mit dem sicherlich langweiligsten Vorschlag. Es ist möglich, dass Beutler noch zwei weitere Bristol 406 nach dem gleichen Muster eingekleidet haben könnte, man weiss aber wohl nichts Genaueres (gerne nehmen wir aber Infos entgegen).

Leider weiss man auch über das Exemplar mit der Chassisnummer 406E5002 so gut wie gar nichts. Es wird jetzt - ohne Papiere - von Bonhams in Gstaad versteigert, der Schätzpreis liegt bei 80’000 bis 140’000 Franken. Dazu kommen noch reichlich Mehrkosten, denn der Wagen ist nicht verzollt in der Schweiz. Den wahren Sammler kann das aber nicht schrecken, denn dies ist wahrlich ein Projekt, das noch viel Zuwendung braucht.

Text: pru.; Photos: Bonhams.

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