Elektro-Offensive

Chevrolet Silverado EV – neun Tonnen Anhängelast

Mit dem Chevrolet Silverado EV will GM zeigen, dass auch ein Pickup elektrisch funktioniert. Vor allem die Anhängelasten beeindrucken.

Veröffentlicht am 08.01.2022

Mit dem Chevrolet Silverado EV hat nun auch General Motors einen elektrischen Pickup im Programm. Zwar wurde mit dem Hummer EV schon ein Konzept auf gleicher Basis gezeigt, auf dem Markt ist er aber noch nicht. Gleiches gilt für den schon seit Jahren nur angekündigten Tesla Cybertruck. Doch der Erfolg des Ford F150 Lightning setzt GM unter Druck einen Strom-Gegenpart an den Start zu bringen.

Der Chevrolet Silverado EV baut auf der Ultium-Plattform

Die Ultium-Plattform wird den zentralen Drehpunkt für alle EV-Aktivitäten von General Motors bilden. Sie kann modular aufgerüstet werden und nimmt zwischen 6 und 24 Batterie-Modulen auf. Für den Chevrolet Silverado EV gibt GM zur Premiere die Höchstkonfiguration mit 24 Modulen und 200kWh an. Ein beeindruckender Wert, der neben hoher Reichweite allerdings auch hohes Gewicht bedeutet.

Zwar schafft der Chevrolet Silverado EV mit dem Akku beachtliche 640 Kilometer Reichweite, die Nutzlast bleibt aber verhältnismässig klein. Das Einstiegsmodell, der Work Truck, bringt es nur auf 544 Kilogramm. Beim teuren RST First Edition-Modell sind es immerhin 598kg. Das Leergewicht von guten vier Tonnen fordert hier seinen Tribut.

Ladeleistung und Anhängelast machen ihn zum echten Nutztier

Doch der 200kWh-Akku bringt auch Vorteile. Durch seine schiere Grösse ermöglicht er gigantische Ladeleistungen. GM spricht von 350kW in der Spitze für den Chevrolet Silverado EV. Damit soll er in zehn Minuten 160 Kilometer Reichweite nachladen können. Im Gegenzug kann er bis zu 10,2kW an externe Geräte abgeben – ideal etwa auf Baustellen und anderen abgelegenen Einsatzorten.

Die schwere Grundkonstruktion mit dem grossen Akku bringt aber noch mehr Vorteile. Sie macht den Chevrolet Silverado EV fit für gigantische Anhängelasten. Der RST darf 4,5 Tonnen ziehen und das Flottenmodell sogar 20‘000 Pfund – also gut neun Tonnen. Man darf bei derlei Belastung aber auf die tatsächlichen Einsatzreichweiten im Arbeitsalltag gespannt sein.

Viel Komfort und hohe Geländetauglichkeit standen im Entwicklungs-Fokus

Neben der echten Tauglichkeit als Nutzfahrzeug soll der Chevrolet Silverado EV RST aber auch als Luxuslaster überzeugen. Luftfederung und Allradlenkung ist serienmässig, dazu kommt ein Innenraum mit grossem 17-Zoll-Touchscreen und digitalem Cockpit. Ein Head-up-Display kann ebenso geordert werden wie das Super-Cruise-Assistenzsystem für teilautonomes Fahren.

Eine spezielle Trail-Boss-Offroad-Version mit höhergelegtem Fahrwerk, grobstolligen Reifen und zusätzlicher Karosserie-Armierung macht auch vor schwerem Gelände nicht Halt. Hier ist der Chevrolet Silverado EV dem Ford F150 Lightning voraus, der noch keine Hardcore-Version im Programm bietet.

Leistungsdaten wie ein Sportwagen zum Golf-Preis

Die technischen Daten des Ultium-Antriebs im Chevrolet Silverado EV können ebenfalls überzeugen. Der RST bringt es auf 664PS und 1‘058Nm. Damit sprintet er in 4,5 Sekunden auf 100km/h. Angesichts des Gewichts und der schieren Grösse ein unglaublicher Wert. Selbst die Basisvariante bringt es auf beachtliche 510PS bei 834Nm.

Die Preise starten für den Chevrolet Silverado EV WT bei 39‘900 Dollar. Damit kann er als echtes Schnäppchen gelten. Ein voll ausgerüsteter RST steht allerdings schon mit 105‘000 Dollar angeschrieben. Aber eine solche Spreizung bei den Ausstattungsvarianten ist für die Amerikaner nichts Neues.

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