Nächster Rekordwagen?

Delage D12 – Attacke auf den Nürburgring

Seit langer Zeit gilt Delage als verschwundene Marke – jetzt nicht mehr. Die französische Marke feiert ihr Comeback mit einem V12-Hybrid-Hypercar Namens Delage D12.

Veröffentlicht am 10.05.2022

Wer sich als Experte der Automobilwelt deklariert, hat von der Marke Delage bereits einmal gehört. Doch den meisten wird die französische Marke unbekannt sein. Sie wurde 1905 von Louis Delage gegründet, wurden bis 1953 unter seinem Namen vor allem luxuriöse und sportliche Automobile angeboten. Doch nicht nur das, Delage war sogar auf der Rennstrecke erfolgreich. Jedoch aber wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Firma nie wieder richtig aktiv, daher sind wohl nicht viel mehr als 50 000 Delage-Exemplare produziert geworden.

Von allen produzierten Delages existieren wohl aber nur noch ein Bruchteil. Jene, welche aber noch auf allen vier Rädern stehen, sind meist in einem perfekten Zustand – und werden oft für mehrere Millionen Franken gehandelt. Schon einige Delage-Modelle haben bei renommierten Concours d'Elegance-Wettbewerben wichtige Preise gewonnen.

 

Delage D12 – Comeback nach 67 Jahren

Zusammen hat sich der Delage Owners- und Collectors-Club und Laurent Tapie das Ziel gesetzt, die Marke wiederzubeleben. Der Sohn des streitbaren französischen Unternehmers, Politikers und Fußball-Funktionärs Bernard Tapie will mit dem Delage D12 ein Hybrid-Hypercar auf den Markt bringen. Das Ziel; Den Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife für strassenzugelassene Autos zu brechen. Ein ambitioniertes Vorhaben, bei dem unter anderem der Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve bei der Entwicklung und Feinabstimmung behilflich ist.

Das Herzstück im Delage D12 ist ein 990 PS starker 7,6-Liter-V12-Saugmotor. Hinzu kommt ein ins automatisierte Achtgang-Getriebe integrierter Elektromotor, der die Systemleistung entweder auf 1.024 oder 1 115 PS hebt. Der höhere Wert gehört zur etwas schwereren (1 400 Kilogramm Leergewicht) GT-Version; die niedrigere Angabe bezieht sich auf die puristische, um 90 Kilogramm gewichtsreduzierte Clubsport-Variante.

 

 

Trotzdem weniger Leistung als geplant

Ursprünglich hatte Delage sogar eine Gesamtleistung von 1 247 PS im Visier. Offensichtlich aber haben die Franzosen davon Abstand genommen, einen extra E-Motor, der alleine 334 PS beisteuern sollte, in den D12 einzubauen. Stattdessen gibt es nun die abgespeckte Variante mit ins Getriebe integrierter E-Maschine. In Kombination mit dem 7,6-Liter-V12 sollte dies mehr als genügend Leistung ergeben.

Ursprünglichen Plänen zufolge sollte der D12 im vergangenen Jahr auf den Markt kommen. Daraus wurde nichts: Bis jetzt gibt es nur einen Prototyp, der nun auf grosse Welttournee gehen soll, um potentielle Kunden zu finden. Total sollen 30 Exemplare zum Stückpreis von über zwei Millionen Franken entstehen. Wann genau die Produktion der Kleinserie startet, verrät Delage bislang nicht. Der Nürburgring-Rekord, der eigentlich schon 2020 errungen werden sollte, steht inzwischen für 2023 auf dem Plan.

 

Fotos: Delage

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