

Der neue Range Rover GT
Der erste Range Rover war ein Geländewagen, der sich auf der Strasse wie eine Limousine fuhr. Der neue GT dagegen ist eine luxuriöse Strassenlimousine, die ein bisschen wie ein SUV aussieht. Oder anders formuliert: Ist das noch ein Range Rover?
Der Range-Rover-Erfinder Charles Spencer «Spen» King sagte einmal sinngemäss, der Range Rover sei entwickelt worden, damit ein Farmer im Tweed-Sakko direkt von der Weide zum Abendessen im Savoy fahren könne – ohne das Auto wechseln zu müssen. Von dieser Idee scheint der Range Rover GT weit entfernt.

Eigentlich war alles ganz einfach. Wer einen luxuriösen Range Rover wollte, kaufte den grossen Range Rover. Wer es sportlicher mochte, griff zum Sport. Darunter positionierten sich Velar und Evoque. Fertig. Nun mischen die Briten ihre eigene Modellpalette auf und stellen mit dem neuen GT das fünfte Familienmitglied vor. Das Besondere: Der GT soll nicht einfach ein weiteres SUV sein, sondern eine völlig neue Interpretation eines klassischen Grand Tourers.

Mehr GT als SUV
Schon die Proportionen zeigen, dass der GT anders ist. Das Dach verläuft deutlich flacher als bei den bisherigen Range-Rover-Modellen, die Silhouette erinnert eher an einen Shooting Brake als an einen Geländewagen. Trotzdem verspricht Range Rover jene Geländetauglichkeit, für die die Marke seit Jahrzehnten bekannt ist.

Vielleicht hätte Charles Spencer «Spen» King den neuen GT sogar bewundert – als Ingenieur. Schliesslich war er Innovationen gegenüber nie abgeneigt. Ob er ihn allerdings auch Range Rover genannt hätte, ist eine ganz andere Frage.
Wohnzimmer auf Rädern

Erstmals gibt Range Rover bereits vor der Weltpremiere den Innenraum frei. Es dominiert luxuriöser Minimalismus. Ein grosser Zentralbildschirm übernimmt fast sämtliche Funktionen, dahinter sitzt ein separates Fahrerdisplay. Das Ziel ist klar: möglichst wenig Ablenkung, möglichst viel Ruhe. Selbst die Lautsprecher verschwinden unsichtbar hinter den Stoffflächen. Range Rover spricht vom ruhigsten und entspannendsten Innenraum der Unternehmensgeschichte.

Premiere für die EMA-Plattform
Technisch markiert der GT einen Wendepunkt. Er wird das erste Serienmodell auf der neuen Electrified Modular Architecture (EMA). Zum Marktstart fährt der GT ausschliesslich vollelektrisch vor. Erst später soll zusätzlich eine Hybridversion folgen. Produziert wird das neue Modell im britischen Halewood gemeinsam mit Hybrid- und Verbrennermodellen.

Noch schweigt sich Range Rover über Leistung, Batteriekapazität oder Reichweite aus. Die Prototypen absolvieren derzeit ihre letzten Erprobungsfahrten. Weitere technische Daten sollen noch im Laufe des Jahres veröffentlicht werden.
Bis dahin bleibt vor allem eine Frage offen: Ist das noch ein Range Rover? Oder wird der GT einfach ein Jaguar mit Heckklappe? Wir sind gespannt.
Bilder: Range Rover


