Alfa Romeo Giulia GTAm

Eine Sonderserie zum Geburtstag

Alfa Romeo feiert den 110. Geburtstag und gönnt sich eine heissgemachte Version des Spitzenmodells Giulia Quadrifoglio mit mehr Leistung und weniger Gewicht.

Veröffentlicht am 24.07.2020

Nach der Ankündigung von Alfa Romeo, sich zum Geburtstag eine heissgemachte Verion der Giulia Quadrifoglio zu gönnen, folgten laufend neue Informationen und gar die möglichen Indivdualisierungsoptionen. Nun hatte die ai Gelegenheit, die GTAm in Natura erstmals in Augenschein zu nehmen. Der Anlass war ein Rundgang durch Axel Marx eindrückliche Sammlung, die sich ausschliesslich der Marke mit der Schlange, dem Biscione, befasst. Der Bericht dazu erscheint in Heft 8 Ende Juli.

Ein erster Augenschein: Giulia GTAm in der Privatgarage des Alfa Romeo Sammlers Axel Marx (links).

Abgespeckt und optimiert

Keine Rückbank, dafür zwei Karbonschalen, 6-Punkt-Gurte und rundum Scheiben aus Kunststoff ausser der Frontscheibe, die Giulia GTAm ist noch radikaler als ihre Schwester GTA. Insgesamt in einer Auflage von 500 Stück geplant, kostet das Weniger an Ausstattung insgesamt 193 000 Franken (GTA 188 000 Franken). Dazu bestehen sämtliche Anbauteile ausser den Türen aus Karbonfasern. Wie bei der GTA ist der Motor moderat leistungsoptimiert, von 510 PS des Quadrifoglio auf 540 PS. Dabei dürfte die GTAm kaum mehr zum selben Zweck dienen, wie ihre ursprüngliche Namensgeberin. Aus der Alfa Romeo Giulia Sprint, das bei Bertone von Giorgetto Guigiaro gezeichnete Coupé der Giulia, baute nicht Alfa Romeo selber, sondern der Rennstall von Charlo Chiti, die Firma Autodelta, die GTA auf.  Von 1965 bis 1975 erschienen sie in verschiedenen Varianten und mit unterschiedlichen Hubräumen für die jeweiligen Klassen als Rennwagen, und zu Homologationszwecken auch als optimierte Strassenfahrzeuge. Im Sport waren die historischen GTA in der Tat äussert erfolgreich: Die europäische Tourenwagen-Meisterschaft wurde von ihnen dominiert – mit Gesamtsiegen 1967, 69, 70, 71, 72, 78 und 79!

Technikübung und Sammlerstück

Alfa Romeo Head of Exterior Design, Alessandro Maccolini unterstrich die Feinarbeit, welche beispielsweise an der Wagenfront zur Optimierung des Luftstroms rund um die Räder an der aktuellen Guilia GTAm geleistet wurde. Übrigens soll das Auto, trotz auslandendem Heckspoiler und -Diffusor, in ganz Europa strassenzugelassen sein. Die Gewichtsersparnis von 100 Kilogramm erscheint derweil etwas mager. Andererseits gewinnt die Giulia GTAm da etwas an Leichtigkeit, wo es besonders Sinn macht: Oberhalb der Gürtellinie und jenseits der beiden Achsen an Front und Heck.

Die Preisansage ist, trotz aller Besonderheiten, recht stolz, die Situation hingegen nicht gerade rosig. Alfa Romeo steht mitten im Jubiläumsjahr, nicht nur coronabedingt, unter Druck. Ob die Fans wirklich anbeissen ist offen. Und in Natura, so muss man sagen, wirkt die GTAm nicht minder aufgebretzelt als auf dem Papier. Allerdings zeigt die Jubi-Giulia in ihrer radikalen Art, wo die Grenzen liegen, ein mutiger Schritt der Italiener. Gut möglich, dass dies den Hardcore-Alfisti ganz gut gefallen wird, auch mit Blick weit nördlich der Alpen, wo die härteste Konkurrenz in dieser kleinen Nische zu finden ist.

Text und Bilder: Martin Sigrist

 

 

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