Koreanisches Fullsize-SUV

Genesis GV90 – Präsidentensuite

Gegenläufige Türen, beheizter Holzboden und drehbare Sessel: Mit dem 5,285 Meter langen GV90 steigt Genesis in die Luxus-Liga auf. Warum das Fullsize-SUV Rolls-Royce und Maybach trotzdem nicht kopiert? Weil Luxus hier schlicht zelebriert wird.

Veröffentlicht am 24.08.2026

Schon klar: Genesis ist per se Oberklasse. Aber mit dem GV90 setzt Genesis noch einen drauf. Der GV90 ist nicht einfach das grösste SUV der koreanischen Premiummarke, sondern eine fahrende Präsidentensuite. 5,285 Meter lang, 2,03 Meter breit, bis zu 24-Zoll-Räder und ein Radstand von gewaltigen 3,245 Metern.

Das neue Elektro-Flaggschiff will nicht einfach Range Rover und Maybach Konkurrenz machen. Es interpretiert Luxus auf koreanische Art. Also kein Blingbling, kitschige Lightshows oder Branding-Orgien. Vorbild für die Form des Fullsize-SUV war ausgerechnet ein koreanischer Mondkrug: schlicht, rund und auf das Wesentliche reduziert. Designchef Luc Donckerwolke nennt das «Ultimate Majestic Presence». Wir nennen es: ziemlich viel Auto mit erstaunlich wenig Schnickschnack.

Sesam, öffne dich

Der eigentliche Partytrick kommt beim Öffnen der Türen. Beim besonders luxuriösen GV90 Neolun schwingen Vorder- und Hintertüren gegenläufig auf. Eine sichtbare B-Säule gibt es beim «Neolun Arch Gate» nicht. Hochfeste Stahlträger und eine verstärkte Karosseriestruktur sollen trotz der riesigen seitlichen Öffnung für die notwendige Steifigkeit sorgen. Das hat nicht mal Rolls-Royce, wo es zwar ebenfalls gegenläufig öffnende Türen gibt, aber eine feste B-Säule. Beim Neolun öffnet sich dagegen beinahe die komplette Fahrzeugseite.

Wohnzimmer statt Rückbank

Genesis betrachtet den Innenraum als koreanisches Wohnzimmer. Naturholz, echter Stein, Woll-Kaschmir und Sitze mit 15 Luftzellen samt Massagefunktion sorgen für High-End-Feeling. In der exklusiven Neolun Executive Suite besitzt die zweite Sitzreihe sogar einen Echtholzboden mit Strahlungsheizung. Inspiration dafür ist die traditionelle koreanische «Ondol»-Fussbodenheizung. Vorne lassen sich die Sitze im Stand elektrisch um 180 Grad drehen. Damit entsteht eine Lounge, in der sich die Insassen gegenübersitzen können.

Grösster Akku, neue E-Plattform

Unter dem Wohnzimmer steckt die neue eMP-Plattform «Electric Mobility Prime». Die 123,5-kWh-Batterie ist laut Genesis der bislang grösste Stromspeicher in einem Elektroauto der Hyundai Motor Group. Für den siebensitzigen GV90 nennt Genesis auf Basis eigener Entwicklungsdaten rund 500 Kilometer Reichweite. Eine endgültige WLTP-Angabe steht noch aus. An einem 350-kW-Schnelllader soll der Akku in 22 Minuten von zehn auf 80 Prozent kommen.

Je ein Elektromotor treibt Vorder- und Hinterachse an. Vorne stehen 240 kW bereit, hinten 250 kW. Zusammen ergibt das maximal 490 kW/666 PS und 800 Nm. Genesis verspricht allerdings keinen Elektrodragster, sondern souveräne Kraftentfaltung.

Airbag im Dach

Bei der Sicherheit leistet sich Genesis ebenfalls eine Premiere. Insgesamt zwölf Airbags sind verbaut. Darunter befindet sich laut Hersteller der weltweit erste sogenannte Roof Airbag. Bei einem schweren Überschlag entfaltet er sich über der Dachverglasung und soll die Passagiere zusätzlich schützen.

Die Batterie erhält eine Thermal-Runaway-Protection, die verhindern soll, dass sich eine thermische Reaktion von einer Zelle auf die nächste ausbreitet. Ein cloudbasiertes Batteriemanagement überwacht den Zustand des Akkus kontinuierlich.

Gross, sicher und kraftvoll: Nur protzig wirkt der koreanische Riese erstaunlicherweise nicht. Vielleicht ist genau das sein grösster Luxus.

Bilder: Genesis

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