Spannend

Kia Niro – die Neuauflage als Designerstück

Dem alten Kia Niro wird optisch wohl kaum jeman eine Träne nachweinen. Er kam eher bieder und sehr konservativ daher. Dennoch waren seine Verkaufszahlen atemberaubend. Gerade die vollelektrischen Varianten sind in manchen Teilen Europas in der Spitze der Verkaufscharts. Und das seit Monaten.

Veröffentlicht am 27.11.2021

Sind die Koreaner also gut daran beraten das Design grundlegend zu ändern? Die Frage kann im Falle des neue Kia Niro klar mit „ja“ beantwortet werden. Denn das Design, dass die Koreaner kürzlich auf der Seoul Mobility Show 2021 präsentiert haben, ist nichts weniger als atemberaubend. Es wirkt wie einer moderne Mischung aus dem alten Formfaktor des kompakten Crossovers und der fortschrittlichen HabaNiro-Studie aus 2019.

Der neue Kia Niro schlägt ein neues Design-Kapitel auf

Während viele andere Hersteller kaum mehr Unterscheidung zwischen ihren Modellen ermöglichen, geht Kia optisch in die Vollen. Gefällig und modern sind die Fahrzeuge aus Südkorea schon seit mehr als einer Generation, es sind aber vor allem die jüngsten Würfe wie etwa der EV6 oder der neue Sportage, die nachhaltig beeindrucken. Nun auch der Kia Niro.

Spielereien wie die farblich abgesetzte C-Säule, die bullige umlaufende Haubenfront und die tiefergelegte Leuchteneinheit – selbstverständlich adaptives Matrix-LED-Licht mit charakteristischer Tagfahrlichsignatur – zeugen von einem völlig neuen Selbstbewusstsein. Dies zieht sich auch im Interieur weiter, wenngleich hier etwas dezenter.

Doch Kia spielt im Innenraum die Klaviatur der Moderne und die der Gleichteile gekonnt weiter aus. Die Breitband-Displayeinheit kennt man nun schon aus den anderen Neuentwicklungen und sie macht auch im Kia Niro eine gute Figur. Dazu kommt weiter die schwebende Mittelkonsole, die viel Stauraum und generell ein gutes Raumgefühl im sehr generös geschnittenen Innenraum bietet. Auch die Multifunktions-Schalterleiste hat er von EV6 und Sportage geerbt und umgeht so das Problem des kompletten Tasten-Entfalls, das bei vielen Konkurrenten für Frust in der Bedienung und Ergonomie sorgt.

Die Antriebstechnologie bleibt noch offen – und brigt einige Fragen

Unklar bleibt allerdings die Antriebsarchitektur. Auf den ersten Bildern gibt sich der neue Kia Niro klar als HEV, also Hybrid Electric Vehicle, zu erkennen. Im Kia-Sprech steht das für einen konventionell befeuerten Benziner, dem ein Elektromotor mit nicht extern aufladbarer Batterie zur Seite steht. Es ist da nur die logische Folge, dass auch ein PHEV, also ein Stecker-ladbarer Hybrid, kommen wird auf der gleichen Benziner-Basis.

Nur der Elektroantrieb wirft Fragen auf. Denn die Multiantriebs-Plattform des bisherigen Niro orientiert sich elektrotechnisch nicht an der neuen Plattform mit 800V, die in EV6 und Ioniq 5 zum Einsatz kommt. Ein Fortschritt wäre es allerdings schon. Ob die Koreaner stattdessen die neue Zellchemie mit einer 400V-Architektur in den neuen Kia Niro packen und damit eher eine konservative Lösung anstreben, oder aber mit 800V in die Vollen gehen konnten wir bis zum Redaktionsschluss noch nicht herausfinden.

Fakt ist aber: Auch ein sauber weiterentwickelter konventioneller E-Antriebsstrang würde aus dem neuen Kia Niro einen potenziellen Bestseller machen. Ein 800V-e-Niro wäre allerdings nicht weniger als eine Sensation in der Kompaktklasse.

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