

Das neue Übersee Flaggschiff
Renault kann Oberklasse, wie schon mehrfach bewiesen wurde. Zwar nicht erfolgreich, aber stets ambitioniert. Jetzt startet Renault mit dem Filante einen neuen Anlauf. Allerdings nicht in Europa, sondern in Asien, Südamerika und den Golfstaaten.
Renault und Oberklasse, das ist eine Beziehung mit Vergangenheit. Vel Satis, Avantime, Latitude: mutig, aber wenig erfolgreich. Jetzt will es Renault nochmals wissen. Der Filante ist ein Crossover, der sich bewusst zwischen den Welten bewegt. Flacher als ein SUV, länger als der Espace, mit fliessender, coupéartiger Dachlinie. Über 4,90 Meter misst die Karosserie, rund 15 Zentimeter mehr als beim grössten Europa-Renault. Das Ergebnis wirkt dynamisch, elegant – und deutlich teurer, als man es von der Marke gewohnt ist. Mit dem Filante führt Renault auch eine neue Designsprache ein. Neue Lichtsignatur, klare Linien, mehr Spannung.

Alleskönner auf CMA-Plattform

Innen setzt der Filante auf digitale Grosszügigkeit. Drei 12,3-Zoll-Displays ziehen sich über das Cockpit, ergänzt durch ein riesiges Head-up-Display. Dank über 2,80 Meter Radstand reisen auch die Fondpassagiere mit viel Beinfreiheit. Der Kofferraum fasst 654 Liter, bei umgelegter Rückbank sogar über 2000 Liter. Der Filante kann Familienkutsche, Langstrecken-Gleiter und Business-Limousine zugleich sein – inklusive Chauffeur-Ambitionen. Dreizonen-Klima, ein 1,1 Quadratmeter grosses Glasdach und ein aufwändiges Akustikpaket unterstreichen den Premiumanspruch.

Technisch basiert der Filante auf der von Geely gelieferten CMA-Plattform. Unter der Haube arbeitet ein weiterentwickelter Hybridantrieb mit 184 kW respektive 250 PS Systemleistung. Anders als in Europa setzt Renault hier wieder auf einen Vierzylinder-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum, kombiniert mit zwei Elektromotoren und einer kleinen Lithium-Ionen-Batterie. Ergebnis: viel elektrisches Fahren im Stadtverkehr und rund halbierter Verbrauch im Vergleich zu einem reinen Benziner.

Sicher ist sicher
Auch bei den Assistenzsystemen fährt der Filante ganz vorne mit. Über 30 Systeme stehen bereit, darunter eine automatische Ausweichfunktion und ein digitaler Innenspiegel. Besonders clever: die Kind-Anwesenheitserkennung. Bleibt der Nachwuchs im Auto zurück, meldet sich der Filante nicht nur mit Hupe und Licht, sondern informiert den Fahrer per SMS – und sorgt selbstständig für Frischluft und Klimatisierung.
Nur für Übersee
Haben wollen? Dann müssen Sie schon von Europa wegziehen. Der Filante richtet sich an Märkte, in denen Grösse, Komfort und Status zählen – Südkorea, später Südamerika und die Golfstaaten. Europa spielt dabei keine Rolle.
Gebaut wird der Filante in Busan, wo Renault Korea heute als eigenständiges Entwicklungs- und Produktionszentrum für grosse Modelle fungiert. Ein kluger Schachzug: In Südkorea gehört die Mittel- und obere Mittelklasse zum Brot-und-Butter-Geschäft. Renault ist dort bereits die Nummer drei – und will mehr.
Bilder: Renault


