

Lotus Emira 420 Sport – Vier gewinnt
Wer glaubt, ein echter Sportwagen braucht mindestens sechs Zylinder, wird vom neuen Lotus Emira 420 Sport eines Besseren belehrt. Ausgerechnet der stärkste Emira aller Zeiten hat nur vier Zylinder. Und die kommen erst noch aus Deutschland.
Der klassische Sportwagen ist vom Aussterben bedroht. Überall wird elektrifiziert und digitalisiert. Der Lotus Emira besitzt darum Symbolcharakter. Seit seinem Marktstart 2022 ersetzt er gleichzeitig die Lotus-Modelle Elise, Exige und Evora und markiert das Ende der klassischen Lotus-Sportwagen mit Verbrennungsmotor. Der neue Lotus Emira 420 Sport ist darum einer der letzten reinrassigen Mittelmotor-Sportwagen alter Schule – ein leichter Zweisitzer mit Hinterradantrieb und aufgeladenem Benzinmotor.

Deutsches Herz
Hinter den Sitzen arbeitet ein Zweiliter-Turbovierzylinder von Mercedes-AMG. Die Leistung wurde für den Emira 420 Sport auf 421 PS und 500 Nm gesteigert. Die Kraft bringt ein speziell abgestimmtes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Hinterläufe. Das Resultat: Sprint von null auf 100 km/h in 3,9 Sekunden, Tempo 200 nach rund 12,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Damit ist der Emira laut Lotus der schnellste Vierzylinder-Serienwagen der Markengeschichte.

Weniger Gewicht, mehr Lotus
Mehr Leistung ist gut, weniger Gewicht ist besser. Deshalb gibt es für den Emira das optionale «Lightweight Handling Pack». Titan-Abgasanlage, Lithium-Ionen-Batterie, geschmiedete Räder, Karbonteile und verstellbare Multimatic-Dämpfer sparen rund 25 Kilogramm gegenüber dem Emira Turbo ein.

Gleichzeitig sorgen ein neuer Frontsplitter, grössere Seitenschweller, modifizierte Luftführungen und ein neuer Heckspoiler für rund 25 Kilogramm zusätzlichen Abtrieb – ohne den Luftwiderstand nennenswert zu erhöhen. Das verbessert nicht nur die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, sondern hilft auch der Kühlung auf der Rennstrecke.
Sonne im Cockpit

Erstmals erhält der Emira ein herausnehmbares Glasdach. Das getönte Dachelement erinnert an den legendären Lotus Esprit und verschwindet nach dem Ausbau hinter den Sitzen in einer speziellen Tasche. Damit wird aus dem Coupé zwar kein Cabriolet, aber zumindest ein Targa-ähnlicher Sportwagen.
Der letzte seiner Art?
Der Emira 420 Sport dürfte für viele Enthusiasten besonders interessant sein. Nicht wegen des AMG-Vierzylinders, sondern weil er zeigt, dass Fahrspass nicht von der Kolben-Anzahl abhängt. Entscheidend ist, wie sich ein Auto anfühlt. Und genau darin war Lotus schon immer Weltmeister.
Bilder: Lotus


