Coronavirus

Offener Brief von Auto Sport Schweiz

Veröffentlicht am 06.05.2020

Liebe Pilotinnen und Piloten, sehr geehrte Damen und Herren,

Rund einen Monat nach dem ersten Schreiben wendet sich der „Pandemieführungsstab ASS“ zum zweiten Mal in dieser Form an Sie. Zusätzlich informieren wir praktisch täglich auf der Website www.motorsport.ch sowie auf den sozialen Medien betreffend der neusten COVID- 19 Entwicklungen im Schweizer Automobil- und Kartrennsport.

Die Coronakrise stellt unsere Gesellschaft und damit auch den Sport vor bisher unbekannte Herausforderungen. Plötzlich geht es nicht mehr um Sieg oder Niederlage und die Freude am
Sport, sondern um existenzielle Fragen und die Sorge, wie es in der Zukunft weitergeht.

Auto Sport Schweiz hat gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Kartfahren ein Schutzkonzept für Kartbahnen vorgesehen und dieses beim Bundesamt für Sport (BASPO) zur Prüfung eingereicht. Wir gehen davon aus, dass dieses Konzept in Kürze genehmigt und auf unserer, sowie der Internetseite von Swiss Olympic veröffentlicht wird.

Der Bundesrat sprach bisher ausschliesslich von Trainingsmöglichkeiten in Sportanlagen und nicht von Veranstaltungen und auch nicht von „temporären“ Sportanlagen wie eine Rennstrecke für einen Automobil-Slalom, ein Bergrennen oder eine Rallye.

Sie haben zwischenzeitlich mitbekommen: Der Bundesrat hat Grossveranstaltungen bis Ende August 2020 mit über 1'000 Personen verboten.

Damit entsteht für Piloten, Veranstalter und sämtliche Beteiligten eine gewisse Planungssicherheit. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Organisatoren von Veranstaltungen ohne Publikum bis Ende August 2020 vor einer riesigen Herausforderung stehen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind der Lebensnerv des Sports - aus emotionaler und auch finanzieller Sicht.

Ein „offenes Gelände“ (keine Sportanlage, kein eingezäuntes Areal, etc.) kann kaum kontrolliert werden. So ist es für die Veranstalter nur sehr schwer möglich, die neuen Vorgaben bis maximal 1‘000 Personen vor Ort umzusetzen. Allenfalls kann bei einer Disziplin wie Slalom diese Vorschriften eingehalten und auch geprüft werden. Daher sind hier eventuell noch Optionen offen um trotzdem Rennen durchführen zu können.

Es liegt in der Kompetenz der einzelnen Veranstalter zu entscheiden, ob sie ihre Rennen durchfu?hren wollen oder nicht. Entscheiden sie sich dafür, so benötigen sie ebenfalls ein Schutzkonzept. Die Kontrolle, ob die Massnahmen eingehalten werden, liegt beim Kanton. Der Kanton kann also eine Rennveranstaltung abbrechen, wenn die Schutzmassnahmen nicht befolgt werden. Schutzkonzepte (Musterbeispiele werden von Swiss Olympic noch erstellt) können von den Veranstaltern über Auto Sport Schweiz ans Bundesamt für Sport eingereicht werden.

Aktuell sind verschiedene Kommissionen (Meisterschaften, Rallye und Karting) von Auto Sport Schweiz damit beschäftigt, Szenarien für den restlichen Verlauf der Schweizer Meisterschaften zu entwickeln. Obwohl der mögliche Spielraum sehr eingeschränkt ist, bleibt es Ziel, in diesem Jahr noch möglichst viel fahren zu können. Bis Ende Mai dürften verbindlichere Aussagen möglich sein. Zurzeit gehen wir davon aus, dass Veranstaltungen mit über 1‘000 Personen ab 1. September 2020 grundsätzlich möglich sind und „kleinere“ Rennen (bezüglich Personenaufkommen) nicht direkt betroffen sein werden.

Der Pandemieführungsstab und die Geschäftsleitung befassen sich auch mit den Fragen betreffend Gebühren der laufenden Saison. Noch wissen wir nicht, welche finanziellen Auswirkungen die kommenden Monate für unseren Sport bringen werden. Sobald wir verlässliche Antworten haben, werden wir diese schnellstmöglich kommunizieren.

Im täglichen Umgang mit Piloten, Veranstaltern, Kommissaren und Ehrenamtlichen stellen wir fest, dass die Moral grundsätzlich gut ist. Dieser Umstand erleichtert auch uns die zum Teil schwierige Arbeit. Für die Angestellten der Geschäftsstelle ist mit Einführung der Kurzarbeit, der Einschränkung der Erreichbarkeit und der Tätigkeit im Home-Office eine sehr herausfordernde Zeit angebrochen. Die Motivation ist aber nach wie vor hoch und im täglichen Umgang mit den Austauschpartnern wird versucht bestmögliche Lösungen zu finden.

Wie die Behörden zählt Auto Sport Schweiz darauf, dass die Motorsportler nicht leichtsinnig werden, aber wir müssen auch nicht übervorsichtig sein.

Geschätzte Pilotinnen und Piloten, werte Bewerber, liebe Veranstalter, Offizielle und Funktionäre – wir danken Ihnen für Ihr Engagement, Ihre Umsicht, Ihre Solidarität und auch Ihre Geduld in dieser schwierigen Situation. Wir wünschen Ihnen alles Gute und gute Gesundheit. 

Mit motorsportlichen Grüssen
Auto Sport Schweiz

Gezeichnet: 
Paul Gutjahr, Präsident Verein ASS
Andreas Michel, Präsident NSK
Patrick Falk, Direktor

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