Bitte baut ihn!

Renault 8 Gordini Concept: Mon Dieu!

Sechs Scheinwerfer, zwei Sitze und eine fantastische Karosserie auf Steroiden: Renault zeigt mit dem 8 Gordini Concept, wie verdammt sexy ein Elektroauto sein kann. Mesdames et Messieurs in Boulogne-Billancourt: Bitte baut dieses Auto!

Veröffentlicht am 26.09.2026

Die Autowelt könnte so einfach sein. Renault entwickelt einen elektrischen Sportwagen, bei dem man schon beim ersten Bild wissen möchte, wo man unterschreiben muss – aber dann heisst es: Concept Car. Dabei ist der Renault 8 Gordini Concept ziemlich genau das Auto, das der elektrischen Zukunft derzeit fehlt. Kein Zwei-Tonnen-SUV. Keine rollende Lounge mit 48-Zoll-Bildschirm. Sondern ein kompakter, zweisitziger Hecktriebler mit 270 PS und einem klaren Auftrag: Spass haben.

Die Geschichte dahinter

Die Geschichte hinter dem Concept-Car: 1964 brachte Renault den ersten R8 Gordini. Motor hinten, Antrieb hinten, 95 PS – und zwei weisse Streifen über der blauen Karosserie. Viel mehr brauchte es nicht, um zur Rennsportikone zu werden. Er machte Motorsport für Normalsterbliche erschwinglich, ähnlich wie es später der GTI für Volkswagen tat. Jetzt dreht Renault die Uhr 62 Jahre weiter.

Sechs Augen, breiter Hintern

Mit Retro hat der neue Gordini wenig zu tun. 4,12 Meter lang, 1,88 Meter breit und nur 1,27 Meter hoch: Das Ding steht auf der Strasse wie eine französische Bulldogge. Vorne 19-Zöller, hinten 20-Zöller, dazu gewaltige Radhäuser und ein Heck, das eine eigene Postleitzahl benötigt.

Das Beste ist die Front. Gleich sechs runde Scheinwerfer glotzen einen an – eine moderne Interpretation der Zusatzscheinwerfer alter Rallye-Gordini. Dazu kein Kühlergrill, kaum Fugen und eine einteilige, abnehmbare Fronthaube wie beim Rennwagen. Und natürlich ist er blau. Die berühmten beiden weissen Streifen bestimmen das gesamte Design und ziehen sich bis ins Cockpit.

300-mal Gordini

Dass das Auto so gut aussieht, ist kein Zufall. Renault veranstaltete intern einen Designwettbewerb. Die Aufgabe: «Zeichnet uns den geilsten Renault 8 des Jahres 2026.» Mehr als 300 Entwürfe gingen ein. Zwei davon wurden als Modelle im Massstab 2:5 gebaut und schliesslich zu diesem Auto verschmolzen.

Auch innen herrscht erfreulicher Purismus. Keine Display-Tapete von A-Säule zu A-Säule. Stattdessen gebürstetes Aluminium, Alcantara, Schalensitze und mehrere kleine runde Digitalinstrumente, die wie klassische Runduhren aussehen. In der Mitte sitzt ein Stoppuhrknopf mit rotem Punkt. Sogar die Sitze zitieren das Original: blaues Cord in der Mitte, schwarz aussen.

Monsieur Gordini hätte Freude gehabt

Und dann ist da noch der Name. Amédée Gordini wurde «Le Sorcier», der Zauberer, genannt. Der Mechaniker konnte aus bescheidenen Motoren erstaunliche Leistungen herauskitzeln. 1957 machte er aus den 32 PS einer Renault Dauphine immerhin 37. Später entstand der legendäre R8 Gordini. Angeblich brauchte Gordini teilweise nicht einmal ein Zeichenbrett: Er stand neben dem Fräser, erklärte, was weg musste, und erst hinterher fertigte jemand die technische Zeichnung an.

Und jetzt die schlechte Nachricht

Der Renault 8 Gordini Concept wird am Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober gezeigt. Danach dürfte er irgendwann im neuen Renault-Museum in Flins landen. Eigentlich schade, dass der geilste Renault 8 des Jahres 2026 nie auf die Strasse kommt. Also Renault: Bitte nicht ins Museum stellen. Bauen.

Bilder: Renault

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