150 Jahre Walter Chrysler

100 Jahre Chrysler – Doppeljubiläum

Chrysler war während Jahrzehnten einer der grössten Automobilkonzerne der Welt. Rund drei Dutzend Fahrzeugmarken gehörten in den letzten hundert Jahren zu Chrysler. Zu verdanken ist das Walter Chrysler, der am 2. April 150 Jahre alt würde.

Veröffentlicht am 02.04.2025

Es gibt Automarken, die auf den technisch getriebenen Gründungsvater zurückzuführen sind. Dazu gehören zum Beispiel Ferrari, Ford oder Porsche. Und es gibt Automobilunternehmen, die vom Management aus betrieben werden. So wie Chrysler.

Zwar hat der am 2. April 1875 geborene Walter Percy Chrysler eine Ausbildung als Maschinenschlosser und arbeitete sich bei einem Eisenbahnunternehmen bis zum Werksleiter hoch, aber er wechselte schon bald von der Produktion ins Management.

Einstieg in die Automobilindustrie

1908 stieg Chrysler bei Buick in die Automobilbranche ein. Dank seines technischen Know-hows und seinem Talent zur Produktionsoptimierung stieg er schnell in der Unternehmenshierarchie auf und wurde 1916 Präsident von Buick. Auf diesem Stuhl hielt es ihn allerdings nur vier Jahre. 1920 verliess Chrysler GM aufgrund von Meinungsverschiedenheiten und wechselte zur traditionsreichen Maxwell Motor Company, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war. 1925 gründete Walter Chrysler daraus die Chrysler Corporation. 

Gründung der Chrysler Corporation

Chrysler führte 1925 zahlreiche Innovationen ein, darunter den ersten serienmässig produzierten Hoch-Kompressionsmotor und verbesserte Brems- und Federungssysteme. 1928 übernahm Chrysler die Dodge Brothers Company und erweiterte damit sein Marktsegment. Das war erst der Anfang. Mit der Einführung der Plymouth- und DeSoto-Modelle bediente Chrysler sowohl das Mittelklasse- als auch das Luxussegment.

In den 1930er-Jahren entwickelte das Unternehmen bahnbrechende aerodynamische Fahrzeugdesigns, darunter der Chrysler Airflow, der seiner Zeit weit voraus war.

Chrysler Building

Auf dem Höhepunkt seines Schaffens liess Walter Chrysler in New York City das damals höchste Gebäude der Welt bauen. Das Chrysler Building war schon damals ein architektonisches Meisterwerk – ein Art déco-Monument. Chrysler liess seine Liebe zum Automobil auch im Gebäude verewigen. Am Gebäude befinden sich Flügelhelm-artige Figuren, die den Chrysler-Kühlerfiguren von 1926 nachempfunden sind. Ausserdem wurden am 31. Stockwerk Zierelemente in Form von Chrysler-Motorhauben und Chrysler-Radkappen an der Fassade verwendet. 

Walter Chrysler zog sich 1935 aus der aktiven Geschäftsführung zurück, blieb jedoch weiterhin als Berater tätig. Er starb am 18. August 1940 in Kings Point, New York. 

Wie die meisten Automobilkonzerne stellte Chrysler die Produktion während des Zweiten Weltkrieges ein. Und baute danach wie alle anderen auch erst einmal die Vorkriegsmodelle weiter. Bis in die 1950er Jahre, in denen die Marken von Chrysler boomten. 

Die Chrysler Corporation hat im Laufe der Jahrzehnte viele ikonische Modelle hervorgebracht. Hier sind fünf der wichtigsten:

Chrysler 300 (1955 - heute)

Bekannt als das “Letter Series”-Modell der 1950er-Jahre, setzte der Chrysler 300 Masstäbe für Leistung und Luxus. Die Neuauflage ab 2005 wurde ebenfalls ein grosser Erfolg.

Plymouth Road Runner (1968 - 1980)

Ein erschwinglicher Muscle-Car-Klassiker mit kräftigen V8-Motoren, der für seine schlichte, aber leistungsstarke Bauweise berühmt wurde.

Dodge Charger (1966 - heute)

Besonders das Modell von 1969 mit dem charakteristischen Design wurde durch Film und Fernsehen zur Ikone. Auch die modernen Varianten sind bei Fans beliebt.

Jeep Cherokee (1984 - 2001)

Entwickelt unter Chrysler nach der Übernahme von AMC, revolutionierte dieser kompakte SUV den Markt.

Chrysler Voyager (1983 -2016)

Mit dem Chrysler Voyager erfand Chrysler den modernen Minivan und prägte damit über Jahrzehnte dieses Segment. Das Modell war auch in Europa sehr erfolgreich und gehörte zu den meistverkauften im Segment. 

Ende der 1950er-Jahre begann Chrysler, seinen Einflussbereich auf Europa auszuweiten. Ab 1957 erwarb das Chrysler Anteile an der französischen Firma Simca – 1963 besass Chrysler 63 Prozent an Simca. Zwischen 1964 und 1967 übernahm Chrysler sukzessive Automarken Hillman, Sunbeam, Singer und Humber sowie die Lkw-Marken Karrier und Commer. 1967 erwarb Chrysler die Mehrheit am spanischen Lkw-Hersteller Barreiros Diesel SA. 1978 musste Chrysler zwar die europäischen Aktivitäten aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten an Peugeot verkaufen. Aber Chrysler kehrte zurück. Und schnappte sich 1987 unter anderem Lamborghini. 

Das Geschäft lief gut, so gut, dass 1998 die Aktionäre von Chrysler und Mercedes-Benz den Zusammenschluss zur DaimlerChrysler AG beschlossen. Merger of Equals – Zusammenschluss unter Gleichen – nannte man den Schulterschluss der beiden Autokonzerne. Die Liebe hielt nicht lange. 2007 wollte Mercedes-Benz die Trennung, nachdem Chrysler mehrere Jahre hohe Verluste machte. 2008 wurde Chrysler mit Fiat verheiratet, der Rest ist Geschichte. ?Die Chrysler Corporation gehört heute zum multinationalen Automobilkonzern Stellantis. Dieser entstand 2021 durch die Fusion von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der französischen PSA-Gruppe. 

Text: Jürg Zentner 

Bilder: Div.

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