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Aiways U5 – Elektro-SUV in der Schweiz – Bergé übernimmt Vertrieb

Nachdem der Aiways U5 im vergangenen Jahr in Europa gestartet ist, tritt der chinesische Newcomer ab 2022 auch in der Schweiz an. Schweizpremiere feiert Aiways auf der Auto Zürich 2021. Im Gegensatz zum Direktvertrieb in Deutschland wird es bei uns ein klassisches Händlernetz geben. Wir konnten schon eine erste Runde mit dem Elektro-SUV drehen. Bergé Auto wird die exklusive Vertriebsgesellschaft für Aiways in der Schweiz.

Veröffentlicht am 03.11.2021

Ein neuer Stern am Elektroauto-Himmel: Aiways. So zumindest, wenn es nach den Wünschen des Europaablegers des in Shanghai beheimateten Konzerns geht. Denn im neuen Jahr startet der Newcomer, dessen Sitz am alten Kontinent in München ist, mit dem Aiways U5 auch in der Schweiz in den Verkauf.

China bringt viele neue Marken – hat Aiways Substanz?

Der Umbruch ist da, von Tag zu Tag kommen neue vollelektrische Modelle auf den Markt – und das nicht mehr nur von altbekannten Herstellern. Gerade in China, der Boom-Nation in Sachen Elektromobilität, ist die Fülle an Anbietern geradezu unübersichtlich. Mit den Neuheiten Schritt zu halten scheint kaum möglich. Entsprechend schwer fällt die Einordnung welche Unternehmen von Substanz und von Interesse für den europäischen Markt sind, oder den traditionellen Herstellern gar gefährlich werden können.

Oft verstecken sich hinter den unbekannten und beliebig wirkenden Fantasie-Marken große Konzerne, die, gemessen an ihrer Gesamtproduktion, zu den volumenstärksten Herstellern der Welt zählen. Mit Aiways ist das anders. Erst 2017 gegründet zählt das Unternehmen aus Shanghai noch zu den Startups. Der Gründer, Samuel Fu, hat dennoch schon gut drei Jahrzehnte Erfahrung im Autombilbau. Seine letzte Station war der Vorstandsposten bei Volvo in China. Auch für Mercedes-Benz, Škoda und Volkswagen war er in Fernost bereits tätig. Gleiches gilt für den Europa-Chef Dr. Alexander Klose, der die Firma von München aus im Rest der Welt stark machen soll. Nach Jahrzehnten bei BMW ging er als rechte Hand von Prof. Dr. Wolfgang Reitzle mit zu Ford und deren Premier Automotive Group. Bei Volvo in China kam er in Kontakt mit Fu.

Der Aiways U5 ist ein auf das Wesentliche reduziertes Auto

Der Gedanke ein „No-Nonsense“-Auto zu bauen, also ein auf das Wesentliche reduzierte Fahrzeug, das über allen Komfort verfügt, technologisch saubere und fortschrittliche Lösungen bietet, vor allem aber als Mobilitätskonzept an sich funktioniert, war schnell geboren.

Mit dem Aiways U5 hat das junge Unternehmen dann nach kaum drei Jahren Entwicklungszeit das erste Produkt auf die Räder gestellt. Im Erstkontakt beeindruckt vor allem die Reife, die nicht nur von der Erfahrung der Macher im Automobilsektor zeugt, sondern auch von einer gewissenhaften Zuliefererauswahl.

So ist der technische Unterbau nicht nur bei Motor, Getriebe und Bremssystem, sondern noch in vielen weiteren Teilen von namhaften Herstellern aus Europa – und tut in gleicher Spezifikation auch in deutlich hochpreisigeren Konkurrenzen Dienst.

204PS, 63kWh-Batterie und ein gigantisches Platzangebot

Die technischen Daten versprechen ebenfalls soliden Standard. Ein 150kW und 204PS starker Motor bringt seine 310Nm allein auf die Vorderräder. Damit beschleunigt der Aiways U5 in 7,8 Sekunden auf 100km/h und erreicht eine abgeregelte Spitze von 160km/h.

Die Batterie fasst 63kWh, womit der große SUV realistische 350 Kilometer im Alltag locker abspult. Nach Norm sind bis zu 500km möglich – sparsame Fahrer können diesen Wert sicher mit etwas Zurückhaltung erreichen. Nachgeladen werden kann der CCS-Ladung mit knapp 100kW. Am Wechselstrom sind es derzeit nur einphasige 7,4kW, mit dem kommenden Modelljahr ist aber auch eine dreiphasige Ladung mit 11kW möglich. Dann ist der Akku in gut sechs Stunden wieder voll.

Das größte Argument für den Aiways U5 ist allerdings sein Platzangebot. Schon in der ersten Reihe genießt man das luftige Ambiente mit der schwebenden Mittelkonsole und dem auf die digitalen Screens reduzierte Cockpit. Richtig generös wird es allerdings in der zweiten Reihe. Hier haben die Mitfahrer einen Beinraum auf Oberklasse-Niveau.

Eine Voll-Ausstattung zum Sparpreis

Die Ausstattung ist vor allem in der Premiumversion mehr als komplett: Voll-LED-Scheinwerfer, gigantischer Panoramadach, Regen- und Lichtsensor, Fernlichtautomatik, Parkautomat, 360°-Rundumkameras, Sitzheizung und ein Abstandsautomat mit i-Drive genannter Autopilot-Funktion zählen hier zum Serienumfang.

Spannend: Auf ein Navigationssystem verzichtet Aiways. Stattdessen nimmt man das Smartphone des Fahrers an die Leine. „Das spart nicht nur Lizenzgebühren in Millionenhöhe“, verrät ein Aiways-Sprecher, „sondern man ist auch immer auf dem neusten Stand und hat keine Bedienprobleme“. Eine smarte Lösung, wie wir finden.

Die Preise sind im Rahmen der Präsentation auf der Auto Zürich noch nicht offiziell kommuniziert, wir gehen aber von CHF 42‘800 für das Premium-Modell aus. Die etwas sparsamer ausgestattete Einstiegsvariante dürfte ab CHF 39‘500 in den Handel kommen.

Vertrieb in der Schweiz über Bergé Auto

Im Gegensatz zu Deutschland, wo der U5 im Direktvertrieb im Handel ist, setzt Aiways in der Schweiz auf ein klassisches Händlernetz.

Bergé Auto wird die exklusive Vertriebsgesellschaft für Aiways in der Schweiz. Bergé Auto wird diese Tätigkeit über seine Tochtergesellschaft Alcomotive (ein Joint Venture zwischen Bergé Auto und dem belgischen Unternehmen Alcopa) abwickeln.

Doch auch hier hält Aiways eine Überraschung bereit. Denn der U5 muss nur alle 100‘000 Kilometer zur Wartung.

Ob der positive erste Eindruck auch einem kritischen Test standhält? Wir werden es im Laufe des Frühjahrs prüfen können, wenn die ersten zugelassenen U5 in die Schweiz rollen.

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