Test
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Cupra Formentor VZ5 - Fünfzylinder-Power

Fünfzylinder und Torque-Splitter-Diff von Audi bringen dem Cupra Formentor endlich die Dynamik, die seine Optik verspricht. So bläst der mattschwarze VZ5 zum Angriff – weltweit leider aber nur mit 7000 Exemplaren. Eines davon war bei uns im Test.

Veröffentlicht am 26.11.2022

Schwein gehabt. VW guckte bei einer früheren Vergabe des Audi-Fünfzylinders für den VW Golf 8 R in die Röhre. Cupra bekam ihn und implantierte den Turbobenziner in den Formentor ein. Eine gute Wahl. Okay, damit der Abstand zwischen den beiden Konzerntöchtern Audi und Cupra gewahrt bleibt, beschnitt man die spanische Version um 10 PS und 20 Nm. Geschenkt. In die Bereiche, in die die verbleibenden 390 PS und 480 Nm das 1710 Kilogramm schwere Kompakt-SUV treiben, kommt man ohnehin nur noch selten.

Der Fünfzylinder macht süchtig

Die 4,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100 sind auch nicht von schlechten Eltern. Und wo bitte schön kann man den mattschwarz lackierten Spanier noch über eine längere Distanz auf 250 km/h hochtreiben? Es ist einfach gut zu wissen, dass man könnte, wenn man wollte.


Von aussen kennzeichnen vier diagonal angeordnete Endrohre das fünfzylindrige Topmodell.

Lockert man dann tatsächlich die Zügel, macht das süchtig. Giftig packt der 2,5-Liter-Turbomotor zu – ohne das oft gescholtene Turboloch. Punkto Kraftentfaltung wird dir fast schwindelig, wie einfach der Fünfzylinder bis 7000 Touren hochdreht. Da bekundet das Doppelkupplungsgetriebe Mühe mitzuhalten und verheddert sich ein ums andere Mal im Salat der Getriebekränze mit Hoch- oder Runterschalten.

Lange Zeit neutral ...

Dem kann man natürlich durch die manuellen Schalteingriffe Einhalt gewähren. Ach ja, über den Kraftfluss gibt es ebenfalls Neues zu berichten. Dazu hat sich der Spanier das Torque-Splitter-Differenzial vom Audi RS3 einverleibt. Ein «mechanisches Klebemittel», das über den Drift-Modus freigeschaltet wird und einem das Grinsen ins Gesicht treibt. Nein, und das wird man nicht mehr los.

Das an der Hinterachse sitzende Diff regelt nicht nur die Kraftverteilung in Längsrichtung und zwischen dem linken und rechten Hinterrad, sondern lässt den VZ5 in Kurven wie Kaugummi am Asphalt kleben. Und das wirklich lange Zeit neutral.

... aber Driften geht auch

Doch, und jetzt horchen die Drifter auf, geht’s natürlich durch die hecklastige Auslegung auch verdammt lang quer. Aber bitte nur auf abgesperrter Strecke. Schliesslich braucht es ein paar Versuche, bis das Cupra-Hinterteil zum Schwung ansetzt.

Und quer sieht man bekanntlich mehr – oder spürt es. Nämlich, dass die Lenkung sehr präzis und direkt reagiert. Straff, aber komfortabel rollt der Formentor auch im Geradeauslauf ab. Und das trotz der breiten 20-Zöller und der gegenüber der 310-PS-Version zusätzlichen 10-Millimeter-Tieferlegung. Es passt einfach.

Tolle Schalensitze


Die tollen Karbon-Schalensitze gehören beim VZ5 zum Serienumfang.

Auch die Qualitätsanmutung im Interieur. Schade nur, dass, hat man auf den gut festhaltenden Karbon-Sitzschalen sitzend den Spurhalteassistent deaktiviert, sich die Ansicht des übersichtlichen Cockpitdisplays gleich mit ändert und man es wieder händisch in die gewünschte Anzeige zurückversetzen muss. Kleinigkeiten, die man dem VZ5 verzeiht.

Fazit

Okay, mit rund 73 000 Franken ist der Formentor VZ5 nicht gerade billig. Doch hält er punkto Fahrleistungen und Performance ein stattliches Paket bereit, das jeden Franken wert ist – jeden.

Text: Jörg Petersen
Bilder: Dario Fontana

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