25 Jahre ESP

Der mit dem Elch tanzte

Vor 25 Jahren entwickelten Bosch und Mercedes für das S-Klasse Coupé den Schleuderschutz ESP. Der Siegeszug des Systems begann jedoch erst nach dem berüchtigten Elchtest der A-Klasse 1997.

Veröffentlicht am 17.06.2020

Heute ist der Schleuderschutz ESP aus modernen Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken und seit 2011 für alle neu zugelassenen PW und Nutzfahrzeuge in der EU Pflicht. Erste Entwicklungsschritte für ein System, das grössere Fahrstabilität ermöglichen sollte, wurden bereits ab den 1980er Jahren gemacht. Zunächst suchten Bosch und Daimler-Benz unabhängig voneinander nach Lösungen. Ab 1992 entwickelte dann ein gemeinsames Team weiter und präsentierte zwei Jahre später seine Ergebnisse –  noch unter dem Namen Fahrdynamik-Regelung (FDR).

25 Jahre ESP

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Technisch baut das System auf ABS und ASR auf, verwendet jedoch eine umfangreichere Sensorik. Dazu gehören Lenkwinkel-, Querbeschleunigungs- und vor allem die damals von Bosch neu entwickelten Gierratensensoren. Sie erfassen die Drehbewegungen des Fahrzeugs um die Hochachse. Mit diesen Daten kann das ESP eine drohende Schleuderbewegung erkennen. In kritischen Situationen werden dann gezielt ein oder mehrere Räder abgebremst und falls nötig das Motordrehmoment angepasst.

Zunächst nur für die Oberklasse

Die Markteinführung unter dem Markennamen ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) erfolgte im Mai 1995 im S600 Coupé der Baureihe 140, das serienmässig über den Schleuderschutz verfügte, ebenso wie später die S-Klasse Limousine und der SL. 1996 war ESP dann auch für die E-Klasse lieferbar.

Der Siegeszug des Fahrsicherheitssystems begann allerdings erst 1997 mit einer Niederlage, die längst Legende ist: der berühmt-berüchtigte Elchtest. Einem schwedischen Motorjournalisten gelang es, die neu eingeführte, hoch aufbauende Mercedes A-Klasse beim abrupten Ausweichmanöver auf die Seite zu legen. Mercedes reagiert prompt und konsequent: 12 Wochen lang wurde die Produktion auf Eis gelegt und alle A-Klasse-Fahrzeuge serienmässig mit dem Assistenzsystem ausgerüstet. Im Ergebnis liess der Mini-Benz beim Elchtest die Mitbewerber hinter sich. Die zogen jedoch bald mit ähnlichen Systemen nach. Heute gehört der Schleuderschutz neben Gurt, Airbag und ABS zu den Meilensteinen der Fahrzeugsicherheit und die Automobilgeschichte ist um einen Mythos reicher.

Text: Michael Lux

Fotos: Mercedes

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