God Save the Cab

Neues London-Taxi fährt chinesisch

Das Black Cab gehört zu London wie Big Ben, rote Telefonzellen und schlechtes Wetter. Doch der aktuelle LEVC TX nähert sich dem Ende seiner Karriere. Ein neues Taxi-Modell soll die britische Ikone retten – mit chinesischer Hilfe.

Veröffentlicht am 21.09.2026

Während in anderen Ländern so ziemlich jedes Auto als Taxi verwendet werden kann, sieht es in London ein bisschen anders aus. Ein echtes London-Taxi muss auf einer Breite von gerade einmal 8,535 Metern wenden können. Dazu kommen Rollstuhlrampe, viel Platz, hohe Türen und genügend Kopffreiheit für Fahrgäste mit Bowler-Hut. Das Black Cab ist deshalb kein umgebauter Personenwagen. Es ist ein Werkzeug.

Das Ende des TX

Der aktuelle LEVC TX kam 2018 auf die Strasse und war damals eine kleine Revolution. Statt Dieselmotor bekam das Taxi einen elektrischen Antrieb mit Benziner als Range Extender. Mehr als 12’000 Exemplare sind inzwischen weltweit unterwegs. Doch nach acht Jahren nähert sich der TX dem Ende seines Produktlebens.

LEVC bestätigt einen Nachfolger, der in britischen Medien TX6 genannt wird. Viel mehr verrät der Hersteller allerdings noch nicht. Kein Preis, keine Leistungsdaten, keine Batteriegrösse. Bestätigt ist bislang lediglich der Marktstart in Grossbritannien in der zweiten Jahreshälfte 2027.

Very British, very China

Technisch dürfte sich unter dem Blech einiges ändern. LEVC gehört zum chinesischen Geely-Konzern und hat gemeinsam mit diesem die sogenannte Space Oriented Architecture entwickelt. Eine flexible Elektroplattform, bei der möglichst viel Fahrzeugfläche den Passagieren gehört. Das erste Auto darauf ist der vollelektrische Grossraumvan L380. Dass das nächste Taxi vollelektrisch fährt, wäre deshalb logisch. Offiziell bestätigt ist der Antrieb des Nachfolgers allerdings noch nicht.

Geely hat seit 2014 mehr als eine Milliarde Pfund in LEVC investiert. Produziert werden die London-Taxis weiterhin im englischen Ansty bei Coventry. Genau dort soll nach Möglichkeit wohl auch die nächste Generation entstehen.

Die Zukunft des vielleicht britischsten Autos der Welt liegt damit ausgerechnet in chinesischen Händen. Very British ist inzwischen eine ziemlich internationale Angelegenheit.

Bilder: LEVC

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