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Smart Concept #1: Die vierte Ehe

Das Smart Concept #1 ist nicht das erste Konzept der Marke. Es ist das Erste aus vierter Ehe. Denn die Kleinstwagenschmiede aus dem Hause Mercedes-Benz versucht sich nun abermals mit einem neuen Partner.

Veröffentlicht am 09.09.2021

Nach Swatch, Mitsubishi und Renault ist nun Geely der vierte Partner für die kaum über zwanzig Jahre alte Marke Smart. Ein Erfolg wurden die Kleinstwagen unter der Schirmherrschaft von Mercedes-Benz mit keinem der Mütter, das neue Joint Venture soll – oder besser: muss – es nun richten.

Dabei sind die Vorzeichen deutlich andere als bisher. Denn Mercedes hat sich auf eine gleichberechtigte Partnerschaft eingelassen, beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Während die Böblinger sich um die Stilistik des Exterieurs und des Innenraums kümmern, sowie das edle Markenimage stiften, kommen Technik und Produktion von Geely aus China.

Der Smart Concept #1 vertraut auf chinesische Technik

Dass das keine schlechte Idee ist, zeigt die bisherige Performance von Geely auf dem Elektromarkt. Hier fallen gerade die Modelle von Polestar ein, die einerseits technisch, aber auch in Sachen Verarbeitungsqualität beeindrucken. Doch das Smart Concept #1 steht auf keiner bekannten Plattform, sondern auf einer neu geschaffenen.

Die SEA, kurz für Sustainable Experience Architecture, wird in fünf Varianten auf den Markt kommen und sämtliche Fahrzeugklassen abdecken. Sogar leichte Nutzfahrzeuge sind hierauf in vollelektrischer Variante geplant. Der Smart Concept #1 wird von der kleinsten Version, der SEA Entry, angetrieben. Sie kommt in zwei Batterie-Varianten. Zum Einstieg gibt es eine 58kWh-Version, die Langstrecken-Variante bringt es auf 68kWh.

Batterie-Leistung über dem Klassendurchschnitt

Damit liegt der Smart Concept #1 deutlich über den bisherigen 18kWh der Smart EQ-Modelle und auch leicht über dem Wettbewerb wie etwa dem Opel Mokka-e oder auch dem Basis-ID3. Die Ladeleistung dürfte bei den für die zehn auf 80 Prozent-Ladung angegebenen 30 Minuten bei knapp über 100kW in der Spitze liegen und damit ebenfalls leicht über dem aktuellen Wettbewerb liegen.

Spannend ist aber nicht die Batterie-Technik, sondern die Antriebstechnik. Die SEA-E-Plattform Grundsätzlich treiben immer zwei Motoren eine Achse an. Damit soll das Smart Concept #1 trotz Frontantrieb über eine herausragende Fahrdynamik verfügen, denn das Motormoment kann bedarfsgerecht einzeln gesteuert werden. Besonders präzise wird diese Vektorisierung der Antriebskraft bei den Allradmodellen mit dann vier einzelnen Motoren.

Der Smart soll ein edles it-piece werden

Ob allerdings ein solches Performance-Modell in die Smart-Palette Einzug halten will ist fraglich. Allerdings hat Mini mit dem Countryman JCW ein ebensolches Fahrzeug im Portfolio. Und genau gegen den Lifestyle-Briten tritt die neu erfundene Marke aus Böblingen mit dem Smart Concept #1 an. Denn die Zeiten des Kleinstwagens für die Stadt sind vorbei. Stattdessen soll sich die neue Partnerschaft zu einer Lifestyle-Ikone entwickeln.

Die technischen Anleihen dafür sind gut. Ob das generische Design allerdings wirklich den Durchbruch schafft? Denn trotz der Konzept-Status: Der Rohbau des Smart Concept #1 entspricht bereits nahezu vollständig dem Serienstand. Auch das Lichtkonzept wird der kleine Stadt-SUV in kaum veränderter Form in wenigen Jahren auf die Strasse bringen.

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