Schweizer Slalom-Meisterschaft

Aller guten Dinge sind acht

Die Schweizer Slalom-Meisterschaft bestand in diesem Jahr nur aus drei Rennen. An Spannung fehlte es deswegen aber nicht. Beim Finale in Ambri lieferten sich die Piloten zum Saisonabschluss nochmals eine ansehnliche Zeitenjagd durch die Tore.

Veröffentlicht am 04.10.2021

Am ersten Oktober-Wochenende ging die wegen zahlreichen Corona bedingten Absagen kürzeste Saison in der Geschichte der Schweizer Slalom-Meisterschaft zu Ende. Auf dem Flugplatz in Ambri wurden die Läufe 2 und 3 ausgetragen. Die Entscheidungen fielen allerdings erst am zweiten Renntag bei nasskalten Bedingungen. Als besondere Herausforderung wurde der 2,73 Kilometer lange Parcours am Samstag gegen den Uhrzeigersinn und am Sonntag im Uhrzeigersinn befahren.

Achter Sieg für Bürki

Als grosser Sieger verliess einmal mehr Martin Bürki den Platz. Der Berner VW-Polo-Pilot sicherte sich dank zwei sauberer Rennläufen seinen achten Slalom-Titel – den siebten in Folge. Ausschlaggebend war einmal mehr die Anzahl der geschlagenen Klassenkonkurrenten. Dort hatte der Routinier vorgesorgt und das Startfeld in seiner Klasse, der E1 bis 1600 cm3, mit zahlreichen Stallgefährten aus seinem Team MB Motorsport von 13 Teilnehmern in Frauenfeld auf 23 in Ambri anwachsen lassen. «Natürlich bin ich happy, dass ich den Titel zum achten Mal geholt habe», sagt Bürki. «Sicher hätte ich gerne eine längere Saison gefahren. Aber es ist halt nun mal so. Und es war für alle dieselbe Ausgangslage.» Besonders stolz ist Bürki auf die sieben Titel «en suite». «Das hat vor mir noch keiner geschafft», freut sich der 53-jährige Garagist aus Uetendorf.

Ebenfalls auf das Punktemaximum kam Christian Darani. Der Lokalmatador aus dem zehn Kilometer entfernten Mairengo war in Ambri der schnellste Fahrer mit Dach überm Kopf und freute sich dementsprechend über zwei souverän herausgefahrene Tourenwagensiege. Dass der Fahrer des Fiat X1/9 in der Meisterschaft Platz 2 hinter Bürki belegte und sich diesem geschlagenen geben musste, weil er in seiner Klasse, der E1 bis 2000 cm3, nur elf Konkurrenten hatte, nahm der Tessiner sportlich. «Ich bin mit Platz 2 sehr zufrieden. Martin hatte halt mehr Gegner in seiner Klasse. So ist das Reglement. Und deshalb hat er den Titel auch verdient. Aber ich darf stolz auf die beiden Bestzeiten in Ambri sein. Das waren zwei starke Läufe.»


Egli mit Glück

Rang 3 in der «Mini-Saison» 2021 ging an Philip Egli. Der Glarner Formel-3-Pilot, der seit Jahren in Zürich lebt, hat damit zum fünften Mal nach 2014, 2015, 2016 und 2018 den Sprung unter die Top 3 geschafft. Die Grundlage dazu waren die Tagessiege 37 und 38. Wobei der Sieg am Samstag unter glücklichen Umständen zustande kam. Eigentlich war Eglis Herausforderer Marcel Maurer im zweiten Lauf der schnellste Pilot. Das hatte Egli im Ziel auch neidlos anerkennen müssen. Doch Maurer wurde wegen eines angeblichen Torfehlers die Bestzeit gestrichen. Zwar legte der Formel-Renault-Fahrer am Samstagabend noch ein Beweisvideo vor, dass er die Tore korrekt passiert habe. Doch weil die Protestfrist abgelaufen war, wurde am Ergebnis nichts mehr geändert. So gewann Egli 1,14 Sekunden vor Maurer und Tiziano Riva, der in seinem Reynard Formel 3000 acht Sekunden auf die Spitze verlor.

Zweitbester Tourenwagenpilot hinter Darani wurde am Samstag Reto Steiner auf Ford Escort RS und am Sonntag Christoph Zwahlen auf Porsche 911 GT3. In der Interswiss gingen die Siege an Marco Geering auf Opel Kadett C GT/E. Über Platz 2 freute sich am Samstag Frauenfeld-Sieger und Markenkollege Jürg Ochsner, am Sonntag Manuel Santonastaso auf BMW WTCC.

Umkämpfte Markenpokale

Auch im Renault Classic Cup fiel die Entscheidung erst am Sonntag. Der beliebte Markenpokal, der im kommenden Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, blickt als eine der wenigen Ausnahmen auf einen nahezu «normalen» Saisonverlauf zurück, weil bei den Clios zu den drei Slaloms auch das Bergrennen in Oberhallau sowie die Rundstreckenrennen in Hockenheim und am Nürburgring zählten. Sieger dieser aus acht Rennen bestehenden Meisterschaft wurde Thomas Zürcher. Dem Berner reichten zwei zweite Plätze hinter Denis Wolf, der sich am Samstag und am Sonntag jeweils die Bestzeit notieren liess.

Selbst im Suzuki Swiss Racing Cup war bis zum Schluss Spannung angesagt. Wie schon 2019, als die Meisterschaft noch aus acht Rennen bestand, setzte sich auch diesmal Marcel Muzzarelli durch. Dem Ostschweizer reichten nach seinem Sieg beim Auftakt in Frauenfeld ein zweiter Platz am Samstag und ein dritter Platz am Sonntag zur erfolgreichen Titelverteidigung. Der Vizetitel ging wie vor zwei Jahren an Fabian Eggenberger, dem schnellsten Suzuki-Fahrer bei nassen Bedingungen am Sonntag. Der dritte Schlussrang sicherte sich Reto Steiner. Ein Novum in der Geschichte der Schweizer Slalom-Meisterschaft war der Sieg von Patrick Flammer am Samstag. Der Glarner triumphierte erstmals am Steuer eines Hybridmodells.

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