Rallye-Weltmeister 1980, 1982

Walter Röhrl – Happy Birthday zum 75.

Der legendäre Rallyepilot Walter Röhrl feiert heute seinen 75. Geburtstag. Röhrl war zwischen 1973 und 1987 als Rallyeprofi tätig und gewann die Fahrerweltmeisterschaft in den Jahren 1980 (Fiat) und 1982 (Opel). Zudem darf er vier Siege bei der Rallye Monte Carlo mit vier verschiedenen Automarken für sich verbuchen: 1980 Fiat, 1982 Opel, 1983 Lancia und 1984 Audi.

Veröffentlicht am 07.03.2022

Walter Röhrl ist am 7. März 2022 75 Jahre alt geworden. Er ist nicht nur zweimaliger Rallye-Weltmeister, sondern auch einer der wenigen Piloten, der WM-Läufe im Rallye- und Rennsport gewann. Siege trug er dabei in jeder Klasse oder Serie davon – ob TransAm, IMSA, Bergrennen (Pikes Peak) oder in der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft. Er gilt als der weltbeste Rallyefahrer seiner Ära und zugleich ehrlichster Zeitgenosse, der stets sagt, was er denkt.

Seine Laufbahn begann Röhrl 1968 auf einem Fiat 850 Coupé, später auf diversen privat eingesetzten Fahrzeugen wie BMW 2002, Alfa Romei 1750 GT Veloce oder Porsche 911. Ab 1971 war er halbprofessionell für Ford am Lenkrad erfolgreich – etwa mit dem Gesamtsieg bei der Wiesbaden-Rallye – und gab damals aus familiären Gründen die Rallyefahrerei auf, was er jedoch kurze Zeit später widerrief.

Seine wichtigsten Profi-Stationen gemäss Röhrls eigener Homepage www.roehrl-walter.de:

DER BEGINN
1968: Bavaria Rallye mit Freund und Entdecker Herbert Maracek. Im Fiat 850 Coupé gibt die Lichtmaschine auf.
1969: Bavaria Rallye im BMW 2000 ti: Durchgangskontrolle ausgelassen. Platz 2 ist weg.


FORD-LEHRJAHRE
1971: Im Gruppe 2 Capri RS mit Herbert Maracek u.a. Sieger bei der Wiesbaden Rallye und Rudolf-Diesel-Rallye.
Zweiter bei der Hessen- und Bavaria-Rallye.
1972: mit Jochen Berger Erster bei der Baltic-Rallye.

ERSTER MONTE-AUFTRITT
44. im Opel Commodore - obwohl die Halbachse kurz vor dem Ziel brach.

EUROPAMEISTER
1974: im Opel Ascona 5 Siege gegen Sandro Munari

AKROPOLIS
Trost im Seuchenjahr 1975:
Erster WM-Lauf-Sieg in Griechenland im Opel Ascona.
Es folgten bei insgesamt 75 WM-Auftritten noch 14 Siege.

KADETT-DEBAKEL
Was 1976 mit Platz 4 bei der Monte toll begonnen hatte, forderte trotz zahlreicher Ausfälle Nibelungen-Treue zu Opel.
1977 konnte der Kadett nach Platz 3 bei der Monte die Hoffnungen wieder nicht erfüllen.

DIE FIAT-JAHRE
Neue Motivation durch den neuen Beifahrer Christian Geistdörfer.
1978: 4. Platz bei der Monte im Fiat 131 Abarth ; Akropolis- und Kanada-Sieger im Lancia Stratos.
1979: Motorschaden bei der Monte; nationale Siege im Fiat 131, so bei der Bayerwald-Rallye

ERSTER MONTE-SIEG
... und WM-Titel 1980 im Fiat 131.
Sensationelle Erfolge in Portugal und San Remo

MISSVERSTÄNDNIS
Vertrag mit Mercedes, aber Rückzug von Mercedes aus dem Rallye-Sport.
Folglich 1981 Lust-Gastspiele im Porsche auf der Rundstrecke: Jeweils Erster bei der Serengeti und der Baltic-Rallye.

ZWEITER MONTE-SIEG
1982: Sieg bei der Monte; WM-Titel im Opel Ascona; Sieg an der Elfenbeinküste; Zweiter bei der Safari, in der Akropolis-Rallye und in Brasilien; Dritter in Schweden, Neuseeland und San Remo

DER AUSKLANG
Und wieder lockte Fiat...
Röhrl gewann 1983 die Monte, die Akropolis und Neuseeland im Lancia.



Audi wollte mit Röhrl Weltmeister werden.
1984 gewann er im Quattro A2 seine vierte Monte, während Blomqvist den WM-Titel holte.
1985: San-Remo-Sieg und Platz zwei bei der Monte. Peugeot ist mehr und mehr überlegen.
1986: Audi-Rückzug aus dem Gruppe-B-Wahnwitz nach dem Horror-Unfall in Portugal.
Für Walter Röhrl bleiben Auftritte in den USA und bei der DTM.
1987: 2. Platz bei der Monte im Quattro 200 und ein letzter Rallye-Sieg bei der Drei-Städte-Rallye.

DIE ERFÜLLUNG
Seit 1992: Testfahrer, Mit-Entwickler (z.B. beim Carrera GT) und Repräsentant bei Porsche


 

 

Einige seiner markantesten Sprüche:

- Wenn den Baum siehst, in den Du rein fährst, hast untersteuern. Wenn Du ihn nur hörst, hast übersteuern.

- Übersteuern ist, wenn der Beifahrer Angst hat. Untersteuern, wenn ich Angst habe.

- Gute Fahrer haben die Fliegenreste auf den Seitenscheiben.

- Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat, es aufzuschliessen.

- Solche Fahrer wie wir waren, die gibt’s heute nicht mehr. Heute sind das doch von der Industrie ferngesteuerte Marionetten, die nicht sagen dürfen, was sie denken. Einem wie mir würde man nach 14 Tagen die Lizenz wegnehmen und ihn rauswerfen.

- Damals habe ich immer zu den Alten gesagt, wenn sie von vergangenen Zeiten geredet haben: Ihr Spinner! Heute mach’ ich das Gleiche. Im Grunde ist für mich nur wichtig, dass ich überzeugt bin, dass ich zur richtigen Zeit gefahren bin.

- Wenn man mal in mein Alter kommt, ist im Dunkeln fahren gar nicht mehr so lustig, weil da sieht man nicht mehr in der Nacht. Ich hab in der letzten Zeit oft überlegt, ich könnte eigentlich noch Weltmeisterschaft fahren, weil die fahren immer nur am Tag. Diese Weicheier!

- Das ist kein physikalisches Fahrgerät, das ist ein Krankenfahrstuhl. (über den Smart)

- Wenn ich nur von diesem Auto spreche, krieg‘ ich schon erhöhten Puls. (über den Smart)

- In einen Audi Quattro kannst Du einen dressierten Affen setzen, der gewinnt auch!

- Eine Garage ohne Porsche 911 ist doch ein ödes, leeres Loch!

 

 

Hier eine kleine Walter-Röhrl-Galerie:

Text: Stefan Fritschi und www.roehrl-walter.de
Fotos: Opel, Fiat, Lancia, Porsche

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