Warnung vor dem Smart Kid Belt (mit Video)

Das Gurtsystem «Smart Kid Belt» soll einen regulären Kindersitz überflüssig machen, so das Versprechen des Herstellers. Doch in der Praxis zeigt es sich, dass diese Billiglösung eine trügerische Sicherheit vermittelt und das Kind im Falle eines Unfalles nicht schützt.

Veröffentlicht am 26.11.2020

Die Kindersitzte, welche der TCS zweimal jährlich mit seinen Partnern testet, zeigen eine erfreuliche Entwicklung hin zu mehr Sicherheit, Einfachheit und Komfort. Dank der akribischen Tests können trotzdem immer wieder Mängel aufgedeckt werden. So sind beim aktuellen Test zwei Sitze durchgefallen, weil sie zu hohe Schadstoffwerte in den Textilien ausgewiesen haben. Von einem weiteren Produkt, das als Ersatz für einen Kindersitz angepriesen wird, rät der TCS ab, weil es bei den Crashtests durchgefallen ist.


Das Gurtsystem «Smart Kids Belt» soll einen regulären Kindersitz überflüssig machen, so das Versprechen des Herstellers. Dieses Produkt wurde getestet, aber nicht in die Bewertung aufgenommen, weil es sich nicht um einen Kindersitz handelt. Das Prinzip : Der Zusatzgurt wird zwischen dem regulären Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt und passt so die Gurthöhe an die Grösse des Kindes an. Es handelt sich um einen sogenannten Sicherheitsgurtverkürzer. Das System soll Kinder bei einem Aufprall genau so gut schützen, wie ein Kindersitz, so das Versprechen des Herstellers, der Smart Kid S.A. mit Sitz im polnischen Zaborow.


Beim Crashtest durchgefallen

Das hat der TCS in Zusammenarbeit mit dem ADAC und der Stiftung Warentest bei Standard-Crashtests frontal und von der Seite untersucht. Die Resultate sind erschreckend : Beim simulierten Frontalcrash zieht sich der Beckengurt am Bauch hoch. Er schneidet dadurch tief in den  Bauch des Kinder-Dummys ein und kann im Realfall schwere innere Verletzungen verursachen. Ebenso schlecht das Resultat beim seitlichen Aufprall. Hier wären im Realfall schwere Verletzungen im Kopf und Halswirbelbereich aufgetreten.

 


Fazit

Der «Smart Kid Belt» schützt weder beim Frontal, noch beim seitlichen Crashtest besser als ein normaler Sicherheitsgurt. Kinder nur mit Sicherheitsgurt anzuschnallen ist europaweit wegen der hohen Verletzungsgefahr verboten. Der TCS rät deshalb davon ab, den Smart Kid Belt als Ersatz für einen Kindersitz zu verwenden. Um Kinder im Auto richtig zu schützen, rät der TCS zur Verwendung eines vom TCS geprüften und für mindestens empfehlenswert befundenen Kindersitzes.Mehr zum Thema "Kind im Auto" und wie man es richtig macht, finden Sie in diesem ai-Online-Artikel. Videos und Informationen zu den neusten Modellen publiziert der TCS unter www.tcs.ch

 

 

Text: TCS, ADAC, Stiftung Warentest / Stefan Fritschi
Video: TCS, ADAC, Stiftung Warentest
Fotos: Smart Kid S.A.

<< Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:



ai-Abonnenten haben unbeschränkten Zugriff auf alle unsere digitalen Inhalte. Bitte melden Sie sich mit Ihrem Account an. Wenn Sie noch keinen Account haben, können Sie ihn HIER kostenlos erstellen. Ihre persönliche Kunden- und Abonummer finden Sie auf der Aborechnung und auf der Folie, mit der die ai verpackt zu Ihnen kommt.