Verlegerische Begegnungen

Weniger ist nicht immer Mehr

Trifft interessante Menschen: ai-Verleger Markus Mehr

Veröffentlicht am 23.01.2020
Markus Mehr
«Viel berührender geht’s nicht, und viel eindrücklicher auch nicht.»

Anlässlich der Präsentation und Vernissage des Motorsport-Jahrbuches «Rennsport Schweiz» im Trainings-Center Seelisberg durfte ich aus den Händen der Autoren, Sportredaktor Peter Wyss und Stefan Lüscher, mein persönliches Exemplar in Empfang nehmen.

Mit beiden verbindet mich eine gute Freundschaft, mit Stefan verbindet mich noch etwas anderes: ein Handicap! Und ein Handicap ist kein Grund, aufzugeben! Stefan Lüscher kann sich aufgrund einer unheilbaren neurologischen Krankheit (ALS) nur noch per iPad mitteilen. Aber er kann nach wie vor schreiben – sogar ganze Bücher!

Umso eindrücklicher die durch Edi Engelberger vorgelesene Ansprache von Stefan Lüscher, in der er sich bei Edi Engelberger für «das Ausleihen seiner Stimme» bedankte – viel berührender geht’s nicht, und viel eindrücklicher auch nicht.

Meine berührendste Begegnung mit unserem Alt-Chefredaktor Stefan Lüscher wurde prominent umrahmt von jungen Rennfahrern wie Nico Müller, Jasmin Preisig, Alain Valente, Julien Apothéloz und den Rennfahrerlegenden wie Marcel Fässler, Jo Zeller, Jo Vonlanthen und weiteren Persönlichkeiten wie Andreas Michel und Thomas Kohler von Auto-Sport Schweiz.

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Auf der Heimfahrt mit Jörg Petersen wurde ich in Luzern geblitzt. Das unbehagliche Warten auf die Post aus Luzern hatte kürzlichein Ende. Ergebnis: erlaubte Geschwindigkeit 80 km/h, gemessene Geschwindigkeit 86 km/h, Abzug Messtoleranz 5 km/h, macht eine Geschwindigkeitsüberschreitung von
1 km/h, Busse 20 Franken, zahlbar innert 30 Tagen netto. Es bedarf keiner weiteren Kommentare …

Dass ich diese Tage noch eine weitere Geschwindigkeitsbusse in Luzern zu begleichen hatte, liegt länger zurück. Den Raid du Sud von Gstaad nach Cannes durfte ich im Monteverdi Highspeed 375L der Fondation Renaud bestreiten. Offenbar wurde ich im 50er-Bereich mit 79 km/h geblitzt, netto nach Abzug der Toleranz ganze 74 km/h. Da die Korrespondenz-Adresse des «Leihwagens» bei Bruno Birrer, René Mächler und Monika «Mo» Muther im Oldirama in Luzern-Littau ist (liegt wohl daran, dass René Mächler als Stiftungsrat der Fondation Renaud amtet), landete auch die Busse dort.

Die Verhältnismässigkeit der Strafe der Gendarmerie ist deutlich geringer, die Progression bei Zahlungsverzug umso grösser. So betrug die Busse 45 Euro bei sofortiger Überweisung,
90 Euro nach 30 Tagen und 180 Euro bei 60 Tagen. Insofern vielen Dank an «Mo» für das sofortige Bezahlen und spätere Inkasso beim Verursacher ohne Aufpreis. Apropos Verhältnismässigkeiten – man rechne …

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Die Gründe für Sponsoring-Engagements sind mannigfaltig. Warum Reifenhersteller Hankook ausgerechnet den HCD und den Davoser Spengler-Cup sponsert, bleibt mir ein Rätsel. Natürlich freut es den Bündner Hockey-Fan, wenn Andreas Wirth von Hankook ihn zum Halbfinale des legendären Spengler-Cups einlädt. Ein toller Abend als VIP, ein toller Match mit 6800 Besuchern, davon aber gefühlt nur 100 Hockey-Fans, zehn echte davon aus Hankook-Kreisen.

Die Frage, ob die Zamboni Eisputzmaschine auf Hankook-Reifen übers Eis fährt, blieb aber unbeantwortet. Ist aber auch egal, denn das Pirelli-Sponsoring im FIS Ski-Weltcup bedingt ja auch nicht zwingend, dass Pistenbullys durch den Sponsor bereift werden! Fragen wir also bei der nächsten Begegnung bei Erik Vecchiet von Pirelli nach …

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Zu guter Letzt denke ich an die Begegnungen anlässlich der Winterraid 2020. Mit meinem fünftausendfränkigen, kriegsbemalten Porsche 944, Jahrgang 1988, wurde ich mit meiner Co-Pilotin Ursi Ruoss nach unserem zweiten Schlussrang im letzten Jahr überraschenderweise in das Team Porsche-Center Maienfeld von Urs Zünd aufgenommen. Wie sich später herausstellte, ein Fehlentscheid.

Lupo Wolf, «the Voice» aus St. Moritz, amtete am Start wie gewohnt als Speaker, flankiert von Hans A. Bichsel, Organisator der Raid. Erfreulicherweise traf ich unter den vielen Zuschauern noch Alt-Amag-Verwaltungsrat Reto Töndury auf einen kurzen Schwatz.

Das prominente Teilnehmerfeld war mangels Schnee so hastig unterwegs, dass es kaum zu Begegnungen während der Rallye kam. Beim Essen hingegen traf man sie dann alle: Renzo Albizzati (ex Mercedes) mit Philipp Zumstein (Robert Huber AG), VW-Urgestein Urs Weibel mit seinen beiden Söhnen Lorenz und Claudio (Auto Weibel, Aarberg), Michi Widmer und Andy Demuth (Lenzerheide Motor Classics), Marcel Widler (Goodtimer), Michael Stirnweiss (Prosche AMAG First), Dario Pergolini mit Peter Kieber alias «die Frisur» (Pergolini Motorsport) sowie Louis Frey und Patrick Dätwyler (Garage Louis Frey, Muri) – Letztere bis spätabends beziehungsweise frühmorgens an der Bar.

Auf der Siegerehrung im Hotel Reine Victoria stiess in gewohnter Manier und zum 17. Mal trotz zwischenzeitlicher Pensionierung Martin Berthod (ex Kurverein St. Moritz) zu uns. Eigentlich fehlte
nur Christian J. Jenni. Nein, nicht der Jaguar-Sammler, sondern Christian Jott Jenny, der glamouröse Gemeindepräsident von St. Moritz.

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Zurückkommend auf den Fehlentscheid zu meiner Aufnahme im Maienfelder Porsche Team: Im 2019 erreichte ich auf weitgehend schneebedeckter Fahrbahn mit 236 Strafpunkten Platz 2 im Gesamtklassement. Dieses Jahr mit 319 Strafpunkten nur den 16. Schlussrang.

Fazit für Porsche Team-Chef Urs Zünd:  Weniger ist nicht immer Mehr …

Heisst: Mehr auf Schnee gleich weniger Strafpunkte!

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