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Der Kämpfer ist gegangen

Stefan Lüscher, langjähriger Chefredaktor der auto-illustrierte, ist von uns gegangen. Kurz vor Vollendung des 70. Lebensjahrs starb er nach grossem Kampf und langer Krankheit.

Veröffentlicht am 19.04.2020

Stefan Lüscher war ein Kämpfer. Mehr noch: er fightete wie ein Löwe und hatte einen unbändigen Lebenswillen. Acht Jahre lang duellierte er sich mit der seltenen und unheilbaren Krankheit ALS. Doch dieses letzte Rennen verlor er. Dabei gab er stets alles und setzte alles auf die Karte Leben.

Erfolgreicher Motorsportler

Sein unbändiger Fight zog sich durch alle seine Lebensbereiche. Den führte er mit einer überlegten und stoischen Ruhe. Ich kann mich an Situationen erinnern, in denen gerade die uns fast zur Weissglut triebt. Doch es lag in seinem Metier alles mit Disziplin und Besonnenheit anzugehen. Faktoren, die ihm auch in seiner aktiven Rennfahrerkarriere immer wieder zugutekamen. Das bewies der gebürtige Baseler in den 1970er- und 1980er-Jahren, wo er sich in der Rennszene einen Namen machte und 1981 als Sieger aus dem Renault R5 Markencup hervorging.

Erfolgreicher Teamchef

Er war vom Rennvirus infiziert und wollte über die Emotionen, die der Motorsport mit sich bringt, berichten. So heuerte er 1983 als Freelancer bei der auto-illustrierte an. 1996 schlug seine grosse Stunde. Als Chefredaktor drückte er der ai bis 2010 seinen Stempel auf. In hektischen Zeiten war er derjenige, der uns mit seiner Gelassenheit wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte, damit wir nach der nächsten Biegung wieder richtig Gas geben konnten. Nichts und niemanden schien ihn aus der Ruhe bringen zu können. So führte der Teamchef uns Heisssporne mit besonnener Strategie durch harte Rennen, liess uns zumeist freie Fahrt und trat wirklich nur im Notfall auf die Bremse. Doch der trat selten ein. Ich habe ihn nicht einmal ausrasten sehen, alles schien an ihm abzuprallen. Er zog sein Ding durch und verstand es uns immer wieder aufs Neue zu motivieren. Und traten Probleme auf, flackerte die gelbe Kontrolllampe im Cockpit, verstellte er einfach das Lenkrad, damit der Warnhinweis verdeckt war.

Erfolgreicher Buchautor

Parallel zu seinem Job, verwirklichte er 1984 die Idee, ein «Jahrbuch des Schweizer Rennsport» jeweils zum Saisonende zu veröffentlichen. Ein Jahrbuch, dass von der Szene regelrecht verschlungen wurde. Auch für mich war es eine Ehre, in elf Ausgaben für das unverzichtbare Nachschlagwerk der Schweizer Motorsportszene schreiben zu dürfen. Erst im Dezember des vergangenen Jahres lancierte er im Beisein nationaler und internationaler Rennfahrer die mittlerweile 36. Ausgabe.

Eine Vernissage, an der die versammelten Motorsportler ihm mit stehenden Ovationen die Ehre erwiesen und er versprach, auch in diesem Jahr wieder vor Ort mit dabei sein zu wollen. Doch dazu wird es jetzt leider nicht mehr kommen. Ich bin stolz, für so einen tollen Menschen mehr als zehn Jahre habe arbeiten zu dürfen.

Ein Insider sagt adé

Die Schweizer Automobilwelt und ganz besonders der Schweizer Motorsport verliert einen der wichtigsten Botschafter, einen grossartigen Kollegen und lieben Freund. Er hat immer Leidenschaft und wahren Sportsgeist bewiesen und sich, selbst als seine Krankheit immer deutlicher wurde, nicht unterkriegen lassen.

Der Verlag und die Redaktion der auto-illustrierte entbieten seiner Frau Philomena, die von seiner Seite nicht wegzudenken war und ihn in allen Belangen stets tatkräftig unterstützte sowie allen Angehörigen die aufrichtige Anteilnahme. Wir wissen, dass er irgendwo wohl bereits wieder hinter dem Lenkrad sitzt. Wir wünschen Dir gute Fahrt Stefan ...

Text: Jörg Petersen

Stefan Lüscher ist von uns gegangen

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