DAB-Nachrüstung

DAB-Empfang im Oldtimer? Kein Problem!

Bald wird in der Schweiz das analoge UKW abgeschaltet und ganz durch digitales DAB+ ersetzt. Bleibt das Radio im Oldtimer dann stumm? Nein, denn es gibt schöne und veteranentaugliche Lösungen, wie uns die Experten Hans Gfeller (Fotos) und Luigi Brenca zeigen.

Veröffentlicht am 21.05.2020

Auch wenn der Motor des Oldtimers einen noch so schönen Klang hat, möchte man auf den Lieblingssender, die Nachrichten oder wichtige Verkehrsdurchsagen nicht verzichten. Aber 2024 wird das analoge Ultrakurzwellen-Signal (UKW) in der Schweiz endgültig abgeschaltet. Dann gibt es nur noch Digital Audio Broadcasting (DAB+). Was tun, wenn man kein DAB-fähiges Radio hat? Wir haben bei den Spezialisten Hans Gfeller (www.gfellerhuber.ch) und Luigi Brenca (www.brenca.ch) nachgefragt.

Die Losung heisst: Nichts geht über Originaloptik

Die eleganteste Lösung ist das «Aushöhlen» des Originalradios. Das bedeutet, dass die Optik nach aussen unverändert bleibt, die Technik aber mit DAB+, USB, AUX-In-Anschluss, Bluetooth-Audio-Streaming und Freisprechanlage zum Telefonieren aufgerüstet wird. Das kostet etwa 1200 bis 1500 Franken. Ist das Auto mit 6-Volt-Anlage ausgerüstet oder dient der Plus- anstatt der Minuspol als Massekontakt, kommen zusätzliche Umrüstkosten zusammen. Auch der Aufwand für Ein- und Ausbau muss am jeweiligen Objekt berechnet werden.

Günstiger ist es, wenn ein Gerät bereits einen AUX-In-Anschluss besitzt. Dann lässt sich für 200 bis 300 Franken ein DAB-Empfänger anschliessen. Die Bedienung erfolgt dann über die existierenden Regler. Hier entstehen je nach Modell ebenfalls unterschiedliche Einbaukosten.

Auch der Einbau eines modernen Radios in den existierenden DIN-Schacht wäre theoretisch möglich. Für den Oldtimerliebhaber ist das aber ein Sakrileg. Eine solche Lösung soll gar nicht erst ins Spiel gebracht werden ...

Schlechter Empfang: Serienantenne geht oft nicht

Ein wichtiger Punkt ist die Antenne. Der DAB-Empfang braucht eine andere Antenne als UKW. Es gibt Nachrüstlösungen, die sichtbar auf die Frontscheibe geklebt werden. Das ist nicht nur hässlich, es könnte auch Probleme bei der Oldtimerzulassung geben. Besser ist der Umbau der Originalantenne oder den Ersatz durch eine optisch passende Kombiantenne, welche FM und DAB+ emfangen kann.

Idealerweise werden auch die originalen Lautsprecher weiterverwendet. Um das Optimum herauszuholen, hilft der Experte natürlich auch hier weiter. Überhaupt sollte der Umbau nicht selber, sondern vom erfahrenen und auf alle Eventualitäten vorbereiteten Fachmann vorgenommen werden. Basteleien an der Elektrik können böse ins Auge gehen. Der Fachbetrieb gibt ausserdem für seine Arbeit auch noch Garantie.

Alternative Lösung: Auto gar nicht erst antasten

Wer seinen Oldtimer gar nicht erst antasten und die antike Originaltechnik der Nachwelt erhalten möchte, nutzt ein portables, DAB-fähiges Radio, welches an sicherer Stelle irgendwo im Auto untergebracht und von Oldie zu Oldie mitgenommen werden kann. Es gibt solche Geräte mit neuester Technik in alter Optik, oder man kann ein altes Gerät – wie vorhin beschrieben – umbauen. Allerdings kann es bei geschlossenen Autos zu Empfangsstörungen kommen, weil die Karosserie als faradayscher Käfig wirkt.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich die Nutzung eines Smartphones mit entsprechender App. Auf Spartensendern wie www.vintageradio.ch läuft ausschliesslich Musik von früher. Auch wenn nicht das bordeigene Radio spielt, ist die Illusion doch nahezu perfekt.

Text: Stefan Fritschi
Fotos: Gfeller & Huber (5), Stefan Fritschi (1) 

DAB-Nachrüstung im Oldtimer ist für Hans Gfeller keine Hexerei

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