Neuheit

Fiat 500-e (RED) – der Weltverbesserer

Fiat stellt einen roten Fiat 500-e vor. Nicht so wichtig, uninteressant, halt noch ein Sondermodell? Da liegen Sie falsch.

Veröffentlicht am 23.09.2021

Die jüngste Generation des Fiat 500 ist ja nun schon seit 14 Jahren auf dem Markt, verkauft sich immer noch bestens. Seit genau einem Jahr gibt es den Cinquecento auch ganz neu - und rein elektrisch. Und jetzt gibt es ihn auch noch: in Rot. Keine Ahnung, ob jemandem aufgefallen ist, dass diese so populäre Farbe bisher nicht im Angebot stand.

Dass es ein Jahr dauerte, bis Rot ins Farbprogramm aufgenommen wurde, hat einen Grund: (RED). Gegründet 2006 von U2-Legende Bono Vox und Bobby Shiver, hat sich (RED) dem Kampf gegen Pandemien verschrieben. Das begann damals mit Aids, ist heute aber mit Covid aktueller den je. (RED) sucht ganz bewusst die Zusammenarbeit mit bekannten Marken, die mit (RED) gekennzeichneten Produkte spülen dann Geld in den Kasse der gemeinnützigen Organisation.

Fiat 500-e (RED) kaufen - und Gutes tun

Das wird auch beim Fiat 500-e (RED) der Fall sein; ein Teil des Verkaufspreise von ab 22’700 Euro geht an (RED). Man tut also Gutes, wenn man sich einen solchen Fiat kauft. Per se ist das jetzt noch nicht wirklich eine Schlagzeile. Doch die Art und Weise, wie die Italiener diese Zusammenarbeit präsentieren und forcieren, das ist dann halt wieder einmal eine gute Geschichte. Das können sie einfach besser als alle andern.

Da ist zum Beispiel: Bono. Der Sänger von U2 kommt dann halt, wenn Fiat ruft. Er erzählt auch schöne Geschichten («es setzt sich niemand freiwillig zu mir ins Auto, meine Frau würde mich nicht einmal ans Steuer lassen, wenn sie beide Arme und Beine gebrochen hätte»), ist gut gelaunt («ich freue mich aufs Essen»), haut auch nicht gleich wieder ab, als er seinen Auftritt abgespult hat («mein erstes Auto war ein Fiat, mein zweites Auto war ein Fiat. Mit dem hatte ich auch meinen ersten Unfall.»)

Und dann ist da die Elkann-Familie, also: die Enkel des ewigen Gianni Agnelli. Die Elkanns sind so ein bisschen Ersatz für die fehlende Königsfamilie für die Italiener. Sie sind auch sehr farbig, Lapo findet fast jedes Fettnäpfchen, John ist Chairman von Stellantis und ernster als der Papst, Ginevra ist die schöne Unbekannte. Die Mutter von drei Kindern, Film-Regisseurin, ist auch die Hüterin der Pinacoteca, der Kunstsammlung der Familie Agnelli.

Umgeben von Schönheit

Warum, fragen wir Ginevra, schaffen es nur die Italiener, alle so leicht ausschauen zu lassen? Bei allen anderen Herstellern wäre der (RED) einfach ein Sondermodell, bei Fiat rettet er so nebenbei quasi noch die Welt. Ginevra runzelt die Stirn (sie runzelt gern und oft die Stirn): «Es sieht vielleicht leicht aus. Doch da ist viel Arbeit dahinter, viel Planung. Aber es ist sicher so: In Italien sieht alles weniger schwer aus.»

Und wie erklärt sie, in ein einfaches Kleid gewandet, aber wohl gerade deshalb von wunderbarer Eleganz, sich diese Fähigkeit? «Wir wachsen umgeben von Schönheit auf. Alles ist schön in Italien, die Kirchen sind schöner, die Mode ist besser, das Essen auch. Als Italiener/in kann man gar nicht anders.» Womit das auch geklärt wäre.

Apropos Schönheit: Fiat hat den Lingotto - wieder einmal - schön gemacht. Da gibt es jetzt die Casa 500, ein Museum für das wohl berühmteste Modell der Marke. Und das Restaurant Pista. Und ebendiese Pista, den alten Rundkurs auf dem Dach, der jetzt wieder befahrbar ist. Aber nur für e-Autos. Hängende Gärten gibt es auch noch. Und es ist jetzt auch alles wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Man feiert Italianità. Wie es sich für eine Königsfamilie gehört.

Alles wird gut

Am meisten redet aber Olivier François. Der Fiat-Chef sagt, dass ab jetzt jedes Jahr ein neues Fiat-Modell kommt - und alle auch rein elektrisch. Er spricht von der Verantwortung, die Fiat wahrnehmen will, für Turin, für Italien, für die ganze Welt. Alles kommt gut, für Fiat, dank (RED), wir besiegen die Pandemie und machen die Marke wieder gross und Turin noch grösser. François ist sich als Franzose die grossen Töne gewohnt. Wäre nicht die Nacht hereingebrochen über Turin, er würde jetzt noch reden. Doch jetzt muss er dann mal liefern.

Beim Fiat 500-e (RED) sind es neben der Farbe ein roter Sitz (man kann aber auch alle in Rot haben, oder in jeder gewünschten Farbe). Und ein rotes Fahrpedal. Accelerate the Future. Die Menschheit braucht Symbole. Und genau das kann Fiat auch besser als alle andern.

 

Text und Photos: Peter Ruch

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