Unverstanden

Honda NSX Type S: ein letztes Aufbäumen des verkannten Genies

Mit dem Honda NSX Type S lassen die Japaner ihren gerade erst fünf Jahre alten Supersport-Hybriden auslaufen. Der Mittelmotor-Renner blieb über die gesamte Bauzeit unverstanden – dabei hatte er wirklich viele Talente.

Veröffentlicht am 06.08.2021

Gerade 2016 kam der Honda NSX auf den Markt. Und er war so etwas wie das Filet unter den aktuellen Sportwagen, zumindest technologisch.
 
Im Zentrum des Antriebs steht ein 3,5-Liter-V6-BiTurbo, der auf 507 PS bei 6500/min kommt. Zwischen Motorblock und dem 9-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sitzt ein erster kleiner Elektromotor, der es auf 48 PS Leistung und 147 Nm Drehmoment zwischen 500 und 2000/min bringt und direkt mit der Kurbelwelle des Verbrenners verbunden ist, um ein allfälliges Turboloch überbrücken zu können.

Der Honda NSX Type S wird noch einmal deutlich an Leistung gewinnen


 
An der Vorderachse arbeiten noch einmal zwei E-Motoren mit je 37 PS, die den Honda erstens zum Allradler machen und zweitens nach dem Torque-Vectoring-Prinzip arbeiten können, das Drehmoment also an jenes Rad bringen, das es nötig hat – während das andere sanft abgebremst wird. Die Systemleistung beläuft sich auf 581 PS, das maximale Drehmoment auf 645 Newtonmeter.
 
Doch der Honda NSX krankte zeitlebens an seinem Ruf. Erst sorgen diverse Verzögerungen zum Marktstart für einiges Gelächter, dann schienen die ersten Vorserienversionen mit ihren Applikationen von Lenkung, Bremse und Motor die Tester nicht so sehr zu überzeugen. Der Ruf war ruiniert, noch bevor die ersten Exemplare zu den Kunden kamen. Von den geplanten 1500 Stück pro Jahr entfernte man sich schnell, in die Schweiz etwa schafften es nur kaum 15 Autos pro Saison.

Die Sonderedition ist vergleichbar mit den RS-, Pista-, und STO-Modellen der Konkurrenz


 
Doch der Stolz der Entwickler ist ungebrochen und so schicken sie mit dem Honda NSX Type S noch einmal eine ganz besonders scharfe Sonderserie zum Ende der Bauzeit an den Start. Auf 300 Exemplare wird sie limitiert sein und exklusiv in den USA verkauft werden – dort hatte der NSX schon immer den besten Erfolg.
 
Viele Details verraten die Japaner noch nicht, vielleicht ist man noch immer ein bisschen beledigt angesichts des medialen Gegenwinds zum Start ihres Technologieträgers. Als sicher gilt jedoch, dass der Honda NSX Type S die 581 PS des Serienmodells deutlich übertreffen wird. Wir gehen von etwa 650 PS aus und einer deutlich sportlicheren Ausrichtung des Fahrwerks. Allein das Teaserbild gibt dies zu verstehen, denn der in Reifenqualm gehüllte Prototyp scheint dem Fotofahrer eine Menge Spass zu machen.

Wo Rauch ist, ist auch Feuer

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