BMW iX3 BEV

iX3, der erste vollelektrische SUV von BMW

Nach i3 und i8 gibt sich der erste vollelektrische SUV der Münchner weit weniger revolutionär. Der iX3 soll mit hoher Effizienz und einer entsprechend grossen Reichweite brillieren. Gebaut wird er nicht in München oder Spartanburg (USA) sondern ... in China!

Veröffentlicht am 14.07.2020

Nun gilt es ernst. BMW präsentiert den Bestseller X3 als Elektrofahrzeug. Der iX3 basiert auf derselben Plattform wie die Verbrenner, womit die Münchner für ihr bestes Pferd im Stall (aktuell Platz 5 in der CH-Zulassungsstatistik) sämtliche Antriebsvarianten anbieten können: Benzin, Diesel, Plug-in-Hybrid oder eben neu auch die batterieelektrische Variante.

Kernmarke elektrifiziert

Der iX3 markiert verschiedene «Firsts». Erstmals erscheint ein Bestsellermodell als reine Elektroversion, dazu erhält der X3 einen komplett neu entwickelten Antriebsstrang. Motor, Getriebe und Leistungselektronik sind in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht. Der E-Motor, ein fremderregter Synchronmotor, leistet 286 PS und verfügt über ein Drehmoment von 400 Nm. Damit beschleunigt der iX3 laut Werk in 6,8 Sekunden von 0 bis 100 km/h. Die unter dem Wagenboden eingebaute Batterie hat eine Kapazität von 80 Kilowattstunden. Das soll laut WLTP-Norm für eine Reichweite von 460 Kilometer gut sein.

BMW-Fahrgefühl soll erhalten bleiben

Das bayrische Elektro-SUV ist ein Hecktriebler. In Kombination mit einem adaptiven Fahrwerk soll damit das klassische Fahrgefühl eines BMW erhalten bleiben – und das auch auf langen Strecken. Zur effizienteren Nutzung der Engergie bieten drei Rekuperationsstufen für alle Fahrsituationen eine angepasste Rückgewinnung der Energie. Fahren lässt sich der E-BMW so weitgehend nach dem Ein-Pedal-Prinzip. Für längere Autobahnfahrten ist auch eine Segelfunktion möglich. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h abgeregelt. Soll es schnell gehen, kann der Leisetreter in
34 Minuten auf 80 Prozent der Batteriekapazität gebracht werden. Bis zu 150 kW Ladeleistung sind möglich. Oder anders ausgedrückt: von 0 bis 100 Kilometer Reichweite braucht der iX3 gerade einmal zehn Minuten. Wie der X3 hat auch der i einen variablen Innenraum – hier bleibt er ganz der Alte. Und wer den Sound vermisst, dem wird ebenso geholfen: BMW nennt dies IconicSounds Electric. Dies sorgt für «kraftvollen Antriebssound». Die Komposition beim Starten und Deaktivieren des Antriebs – ja, wie beim Computer – stammt übrigens von keinem geringeren als Filmkompositeur Hans Zimmer, womit für etwas Drama gesorgt wäre.

From China – with Love?

An bayrische Automobile made in USA haben wir uns längst gewöhnt, wo BMW in Spartanburg - Alabama ihre Modelle der X-Reihe von 3er bis zum 7er baut. Der Strom-Bruder jedoch kommt aus dem Reich der Mitte zu uns. Damit will, nach Volvo mit dem S90, ein weiterer, sogenannter Premiumanbieter für den europäischen Markt chinesische Autos salonfähig machen. Für BMW mag dies durchaus Sinn ergeben, für den Kunden jedoch bleibt ein schaler Nachgeschmack. Immerhin betont BMW:   «Die hervorragende Ökobilanz durch konsequente Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette». Deklarieren die chinesischen Zulieferer in besagter Wertschöpfungskette dies so an BMW, dann wird es wohl auch stimmen – so hoffen wir zumindest mit leichtem Unbehagen.

BMW-Werk in Shenyang: Premiumautos made in China.

Text: Martin Sigrist
Fotos: BMW

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