Toyota 2000GT

Nippon-Supersportler

1965 wurde der Toyota 2000GT auf der Tokyo Motorshow präsentiert. Obwohl zwischen 1967 und 1970 nur 351 Fahrzeuge gebaut wurden, ist Japans erster Supersportwagen längst Legende. Er stellte in seinem kurzen Leben mehrere Welt- und Klassenrekorde auf und ist heute bei Sammlern gesucht.

Veröffentlicht am 19.07.2020

Der 2000GT ist so etwas wie der „Godfather“ des japanischen Sportcoupés. Auf ihn gehen selbst ikonische Fahrzeuge wie der Toyota Supra zurück. Wie so oft waren es aber wirtschaftliche Interessen, die die Japaner Mitte der 1960er bewogen, sich an einen echten Supersportwagen zu wagen. Ein entsprechender Technologieträger, der die Herzen der Amerikaner und der Europäer gleichermassen höher schlagen lassen würde, fehlte damals noch in der Produktpalette.

Interieur aus Rosenholz

1964 kam es unter dem Projektnamen MF10 zur Kooperation zwischen Toyota und Yamaha, damals einem Spezialisten für Kleinserien, Hightech-Motoren – und Klavierbau. Denn für den 2000GT war kein Material teuer genug. Armaturentafel, Lenkrad und Schaltknauf waren aus edlem Rosenholz, für dessen Verwendung eigens neue Verarbeitungstechniken entwickelt werden mussten. Das galt auch für die Herstellung der gebogenen Panorama-Frontscheibe. Die Lackierung der von Saturo Nozaki skulptural gezeichneten Karosserie erfolgte natürlich in Handarbeit. Und auch sonst legten die Japaner vor der Präsentation auf der Tokyo Motorshow 1965 grossen Wert auf Qualität.

Toyota 2000GT Engine

Extrem schneller Reihensechszylinder

Angetrieben wurde der japanische Supersportler von einem modernen, drehfreudigen Zweiliter-Reihensechszylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen und zentral in den hemisphärischen Brennräumen angeordneten Zündkerzen. Mit seinen 150 PS und einem Leergewicht von 1120 Kilogramm katapultierte sich der Toyota 2000GT an die Spitze der schnellsten Seriensportwagen seiner Zeit. Auf der 1966 eröffneten Hochgeschwindigkeits-Teststrecke Higachi-Fuji in Yatabe erzielte der Toyota über die Distanz von 16 093 Kilometer eine wahnwitzige Durchschnittsgeschwindigkeit von 206,18 km/h. Weltrekord für ein Serienauto der damaligen Zeit. Auch im Rennsport war der Nippon-Racer erfolgreich. Dank dreier Weber-Doppelvergaser auf 200 PS erstarkt holte er sich unter anderem den Doppelsieg beim 1000-Kilometer-Rennen von Suzuka.

Heute ist der Toyota 2000GT aufgrund seiner ausgefeilten, Technik, dem ikonischen Design und der geringen Stückzahl bei Sammlern äusserst gesucht.

Text: Michael Lux

Fotos: Toyota

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