Elektroauto-Testmarkt Norwegen

Tesla-Zulassungen sinken in Norwegen

Eigentlich müsste uns Norwegen nicht unbedingt gross interessieren. Für die Elektroauto-Zulassungen ist das Land aber entscheidend, gilt es doch quasi als Testmarkt für E-Mobile. Und ausgerechnet da fiel der Marktanteil von Tesla im 2020 gegenüber dem Vorjahr um 56,3 Prozent. Die Spitzenplätze belegen hingegen der Audi e-Tron und der VW e-Golf.

Veröffentlicht am 26.10.2020

Norwegen gilt als Pionier in Sachen Elektromobilität: Rund 60 Prozent der dort verkauften Fahrzeuge laufen mit Strom. Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, sank der dortige Anteil der Tesla-Neuzulassungen zuletzt beträchtlich – im Jahr 2020 sind nur noch sieben Prozent der neuen Elektroautos von Tesla. Im vergangenen Jahr belief sich der Anteil auf 16 Prozent.

Im Jahr 2019 wurden in Norwegen 15'686 Tesla Model 3 verkauft. Bis Ende September des aktuellen Jahres sind es hingegen lediglich knapp 3000 Stück. Zwischen dem 1. Januar und dem 24. September rangiert der Audi e-Tron bei den E-Neuzulassungen in Norwegen auf dem ersten Platz. Hiervon wurden 7.801 angemeldet. VW befindet sich mit dem E-Golf mit einer Stückzahl von 4881 hingegen an zweiter Stelle. Dahinter folgen Nissan Leaf und Hyundai Kona Electro, und erst auf dem fünften Platz liegt der Tesla Model 3.

Jenseits von Norwegen sieht es für den US-Hersteller etwas erfreulicher aus. Im zweiten Quartal veräusserte Tesla 90'891 Fahrzeuge. Zwar waren es im Vorjahreszeitraum noch 95'356 Stück. Allerdings kam Tesla im Vergleich mit zahlreichen Konkurrenten vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.

 

Fazit

Laut Block-Builder ist Norwegen in puncto absoluter Absatzzahlen zwar nicht der wichtigste Markt für E-Fahrzeuge. Allerdings könne die Entwicklung in Norwegen eine Trendwende vorwegnehmen – und zwar dahingehend, dass sich die jüngsten Bemühungen der deutschen Autohersteller im Bereich der Elektromobilität langsam aber sicher auszahlen würden.

Oder mit anderen Worten: Tesla ist zwar Pionier und hat eine grosse Fangemeinde. Sobald aber die bekannten, grossen Konzerne, deren benzin- oder dieselgetriebene Autos künftige Elektrofahrer bereits heute besitzen, genügend Angebote im Programm haben, wird ein Markenwechsel überflüssig. Tesla verliert zunehmend sein bisheriges Alleinstellungsmerkmal. 

Ein weiterer Punkt darf nicht vergessen werden: Gut gemachte Hybridautos mit hohen Elektroreichweiten sind eine immer grösser werdende Konkurrenz zu reinen E-Mobilen. Kommt dazu, dass E-Autos nur dank hoher staatlicher Subventionen oder Steuervergünstigungen sowie Rabatt-Aktionen der Hersteller konkurrenzfähig sind. Sollten diese aufgrund der allgemeinen Geldknappheit wegfallen, sinkt die Nachfrage nach E-Autos automatisch. Hersteller, die rein auf elektrischen Antrieb setzen, kommen unter die Räder, während breit aufgestellte Marken auf wechselnde Nachfrage reagieren können.

Text: Stefan Fritschi

 

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