Falsche Richtung?

Toyota GR Yaris H2 – Warmes Wasser statt CO2?

Während vieles dafür spricht, dass die kommenden Fahrzeuggenerationen Batterie-elektrisch angetrieben werden, geht der Toyota GR Yaris H2 einen anderen Weg. Die Japaner scheinen keine Freunde rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge zu sein. Dabei sind sie bei den Hybrid-Modellen weltweit führend und haben schon mehrere Jahrzehnte Erfahrung in der Elektrifizierung.

Veröffentlicht am 10.12.2021

Vor allem hat es den Japanern der Wasserstoff angetan. Höhere Energiedichte, schnellere Tankzeiten und vor allem weniger Energieeinsatz für die Speicherproduktion. So sieht man bei Toyota die wesentlichen Vorteile gegenüber Lithium-Ionen-Batterien. Den Wasserstoff wollen sie dabei nicht nur per Brennstoffzelle wie im Mirai nutzen.

Mit dem Toyota GR Yaris H2 zeigen sie nun erstmals eine strassentaugliche Motorsport-Studie für die Direktverbrennung. Dabei wird der Wasserstoff analog wie Benzin in den Brennraum eingespritzt und zusammen mit Luft zu einem Zündgemisch angereichert. Aufwändige Umbaumassnahmen am Motor bleiben aus, es gilt nur die Einspritzperipherie anzupassen.

Die Wasserstoff-Versorgung übernimmt der Mirai-Baukasten

Die komplette Tankanlage für den unter höchstem Druck stehenden Wasserstoff übernimmt der Toyota GR Yaris H2 vom Mirai. Damit sollte auch die Frage nach einer Serienfähigkeit des kleines Sport-Kompakten geklärt sein. Denn im Prinzip entspricht nichts dem Prototypen-Status.

Ob allerdings der Einsatz von teurem Wasserstoff für die Direktverbrennung sinnvoll ist muss hinterfragt werden. Aktuell entsteht er zwar als Abfallprodukt in der Petrochemie und anderen Grossprozessen, aber man kann nicht von Überfluss sprechen. Gesamtenergetisch hinkt der Toyota GR Yaris H2 im Wirkungsgrad einem Elektroauto ebenfalls deutlich hinterher.

Ein Auto muss mit Emotionen überzeugen – deshalb braucht es einen Verbrenner

Toyota geht es allerdings auch um etwas anderes. Sie sprechen von Fahrspass und akustischem wie sensorischen Eindrücken. Sie sehen der Yaris H2 nicht als Sparauto, sondern als Spassauto.

Mit dem Wasserstoff-Antrieb haben sie ihn allerdings zukunftsfähig gemacht. Denn aus dem Auspuff entweicht kein CO2. Stattdessen nur reiner Wasserdampf. Damit will man die weltweiten Grenzwerte erreichen und nicht nur auf Elektro setzen.

Ob die Wetter allerdings aufgeht? Mit dem Hybrid hat Toyota schon einmal bewiesen, dass ein Sonderweg der richtige war.

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