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VW ID.7 – So fährt das E-Flaggschiff

Die Weltpremiere des VW ID.7 steht kurz bevor. Wir konnten schon mal testen, ob die Elektro-Limousine eines noblen Flaggschiffs würdig fährt. Die Infos zu technischen Daten, Preis und mehr!

Veröffentlicht am 05.04.2023

VW erweitert seine ID.-Modellfamilie. Neues Flaggschiff wird bald der ID.7, der mit bis zu 700 Kilometer Reichweite, nobler Ausstattung und viel Platz überzeugen will. In der zweiten Jahreshälfte 2023 wird der VW ID.7 zu den Händlern rollen, die Preise dürften zwischen 65'000 und 70'000 Franken beginnen. Kurz vor der Weltpremiere konnten wir die Limousine schon fahren.

Abmessungen

  • Länge: 4961 mm
  • Breite: 1862 mm
  • Höhe: 1538 mm
  • Radstand: 2966 mm

Noch versteckt sich die Karosserie unter einer Tarnfolie im QR-Code-Design. Die kurzen Überhänge und der lange Radstand des ID.7 werden aber auch so deutlich. Das Dach zieht sich in langem Bogen bis weit nach hinten. Unter der Tarnfolie lugt das 3D-Innenleben der Heckleuchten in Form von einzelnen Flügeln hervor.

Der Fahrbericht im Video

Einmal eingestiegen, wird das riesige Platzangebot deutlich. Im Fond können Erwachsene fast schon die Beine strecken und sitzen auf Gestühl mit viel Beinauflage. Auch vorne ist es ungemein luftig. Wir dürfen noch keine Details über das Cockpit verraten, aber lassen Sie sich gesagt sein: Es hat sich einiges verbessert im Vergleich zu ID.4 und Co. Das Infotainment ist nun logischer aufgebaut, die Klimatisierung einfacher zu bedienen.

Technische Daten

  • Antrieb: Elektromotor (Heck)
  • Systemleistung: 210 kW (286 PS)
  • Systemdrehmoment: 545 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • Akku: 77-86 kWh
  • Reichweite (WLTP): 615-700 km

Bei einer ersten Testfahrt über spanische Bergstrassen macht das Auto einen guten Eindruck. Obwohl es sich beim Testwagen noch um ein Vorserienauto handelt, das ein oder andere könnte sich zur Serie also noch ändern. Windgeräusche sind praktisch keine wahrzunehmen, wobei wir den ID.7 noch nicht bei Autobahntempo bewegen konnten. Im Comfort-Modus ist das adaptive Fahrwerk nachgiebig und rollt schön über Bodenunebenheiten ab. Das Fahrpedal ist angenehm progressiv abgestimmt, was Rucken beim Beschleunigen verhindert.

Etwas ungewöhnlich ist der lange Weg des Bremspedals, bis wirklich etwas passiert. Zudem wünschen wir uns eine mehrstufig verstellbare Rekuperation, echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand ist nicht möglich. Das wurde laut VW absichtlich so entwickelt, um Verbrenner-gewohnte Kundschaft nicht abzuschrecken. In der Stadt positiv aufgefallen ist der enorm kleine Wendekreis, der trotz fehlender Hinterachslenkung nur geringfügig grösser als beim Kompakten ID.3 ausfällt.

Nie untermotorisiert

Im Sport-Modus wird das Fahrwerk dann deutlich straffer und gibt die ein oder andere Querfuge schon mal unwirsch weiter. Zudem dürfte die Lenkung gerne etwas härter gewichtet sein, ist ansonsten aber schön direkt übersetzt. Auch werden Beschleunigungsbefehle direkter umgesetzt. Die 286 PS (210 kW) und 545 Nm Drehmoment reichen für sportliches Fahren vollkommen aus. Und beim Cruisen hat man erst recht nicht das Gefühl, untermotorisiert zu sein. Und trotzdem dürfte eine noch stärkere Variante à la GTX folgen.

VW peilt beim ID.7 eine Reichweite von 700 Kilometer nach WLTP an. Das setzt eine grössere Batterie voraus als die bisher maximal verfügbaren 77 kWh bei ID.Buzz und ID.4/ID.5. Etwa ein halbes Jahr nach Marktstart des ID.7 wird deshalb eine 86-kWh-Batterie bestellbar sein. Diese Reichweite stellt in dieser (Preis-) Klasse genauso ein Alleinstellungsmerkmal dar wie die Kombi-Variante, welche 2024 folgen wird.

Fazit

Der kurze Eindruck, den wir vom VW ID.7 gewinnen konnten, ist grundsätzlich positiv. Die Limousine fährt sich bequem und unaufgeregt. Wo sich ein Tesla Model S an Tech-verliebte Kundschaft und ein BMW i4 an Dynamik-Liebhaber richtet, gibt sich der ID.7 zurückhaltender. Wir sind gespannt auf einen ausgiebigen Alltagstest in Bezug auf Reichweite, Fahrassistenten und Ladeverhalten.

Text: Moritz Doka
Bilder: Volkswagen AG

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